Institutional Money, Ausgabe 1 | 2026

PRODUKTE & STRATEGIEN Risikomanagement 192 1/2026 | institutional-money.com zen) vieler Institutioneller an ihre Gren- zen, da sie höhere Verluste auf Ebene des Gesamtportfolios nicht verhinderte. „Daher wurde die traditionelle Strate- gische Asset Allocation, die lange Zeit den Grundstein der Pensionsinvestitio- nen bildete, überdacht“, erklärt Vincent Mortier, Group CIO von Amundi, um mit Blick in die Vergangenheit anzufügen: „Die Strategische Asset Allocation funk- tionierte gut während der ,Great Modera- tion‘ der letzten 25 Jahre, die durch stabi- les Wirtschaftswachstum, niedrige Zinsen, geringe Inflation und geringe Marktvola- tilität gekennzeichnet war.“ Obgleich die von Mortier genannten übergeordneten Markteinflussfaktoren und damit auch die Strategische Asset Allocation von vielen Marktteilnehmern als Relikte vergangener Tage erachtet werden, fällt manchen Inves- toren eine Abkehr von diesem bewährten Ansatz respektive den dahinterstehenden Überlegungen schwer. Bedenken bestehen Vor diesemHintergrund befragten die Stu- dienmacher die Pensionsfondsstrategen, die spezielle Bedenken gegen den Einsatz der DynamischenAsset Allocation haben – ins- besondere im Vergleich zur Strategischen Asset Allocation. Dabei stellten dieWissen- schaftler ihre Fragen einerseits mit einem Fokus auf das Segment (Cluster) „Markt“ und andererseits mit einem Fokus auf die „Expertise“. Bei den „Markt“-bezogenen Fragen und den vorgegebenen Antwortmöglichkeiten gab es diemeistenNennungen inHöhe von 63 Prozent (Mehrfachnennungenmöglich) für den Beweggrund „Dauerhafter Bullen- Markt verringert den Bedarf nach dynami- schen Umschichtungen“. 57 Prozent gaben an, dass es beim „Market Timing schwie- rig sei, richtigzuliegen“. 53 Prozent erklär- ten, dass „Abweichungen von der Strategi- schen Asset Allocation das Risiko erhöhen, in Panik zu kaufen oder zu verkaufen“. Für 3UR]HQW VFKDȬW HLQH '\QDPLVFKH $VVHW Allocation gar „eine zusätzliche Ebene an aktiven Risiken“. Nicht nur der „Markt“ ist ein wichtiger (LQijXVVIDNWRU UHVSHNWLYH HLQH 5HVWULNWLRQ bei einer möglichen Implementierung der Dynamischen Asset Allocation, sondern auch fehlende hausinterne Ressourcen, wie die gestellten Fragen zumCluster „Experti- se“ aufzeigen. Immerhin erklärten 56 Pro- zent der Befragten, dass die „eigene Gover- nance nicht für dynamisches Investieren geeignet ist“, und 47 Prozent, dass „Dyna- mische Asset Allocation Fähigkeiten und Technologie erfordert“. „Ohne wirksame Governance-Leitplanken kann dynami- sches Investieren das Schlimmste aus bei- den Welten mit sich bringen: hohe Kosten und schlechte Renditen“, zitiert die Studie HLQHQ ,QVWLWXWLRQHOOHQ (LQ DQGHUHU 3URljDQ - leger brachte es im vertiefenden Interview wie folgt auf den Punkt: „In den heutigen unruhigen Märkten ist es schwierig, Signa- le von Rauschen zu unterscheiden. Markt- Timing kann Karrieren ruinieren.“ Weite- UH JHÌXĕHUWH %HGHQNHQ ljQGHQ 6LH LQ GHP Schaubild „Diverse Hürden“. Portfoliokern und Satelliten In der Folge wurden die Investoren gefragt, wie sie in ihrem Portfoliokern und ihren Portfoliosatelliten („Core Assets“ und „Satel- lite Assets“) eine Dynamische Asset Alloca- tion implementiert haben. Beim Portfolio- kern wurde „Investieren in Risikofaktoren“ mit 58 Prozent amöftesten genannt. „Inves- tieren in passive Fonds inklusive ETFs und Smart Beta) kam auf 53 Prozent, „Investie- ren in Risk-Parity-Fonds“ hingegen ledig- lich auf 17 Prozent. Dass mehr als die Hälf- te auf passive Vehikel setzen, ist dabei nur vordergründig ein Widerspruch: Es zeigt, dass Institutionelle die Dynamische Asset Allocation als aktives Risikomanagement auf der Allokationsebene verstehen. Das Instrument bleibt kostengünstig, während die Gewichtung aktiv gesteuert wird. Was die „Portfoliosatelliten“ anbelangt, wird die Dynamische Asset Allocation in 57 Prozent der Fälle über „derivative Over- lays“ umgesetzt. „Das bedeutet, dass man sich gegen Verluste absichert, ohne von den Vermögensgewichten in der Strategischen Asset Allocation abzuweichen, und gleich- zeitig von Aufwärtspotenzialen profitiert“, erklärt Rajan. Bei den Portfoliosatelliten nannten Investoren desWeiterenMethoden Dynamische Asset Allocation auf dem Prüfstand Inwieweit das Ziel eines resilienteren Portfolios erreicht und die Erwartungen erfüllt wurden Die Studienersteller arbeiteten über zwei Fra- gestellungen heraus, ob Investoren über die Dynamische Asset Allocation „resilientere“ Portfolios erhalten haben und ob die „Erwar- tungen“ erfüllt wurden. Bei der Portfolio- resilienz erklärten 14 Prozent der Investoren, dass diese „in großemAusmaß“, für 49Prozent „in gewissemAusmaß“ und für 37 Prozent „gar nicht“ erreicht wurde. Die „Erwartung“ wurde bei acht Prozent der Investoren „weit übertroffen“ und bei 13 Pro- zent „übertroffen“. In Summe sind damit 21 Prozent positiv überrascht. Bei 42 Prozent hat die Dynamische Asset Allocation die Erwar- tungen „genau getroffen“. Bei zehn Prozent der Investoren wurden die Erwartungen „weit untertroffen“ und bei 27 Prozent „untertrof- fen“. In Summe sind damit 37 Prozent ent- täuscht. Quelle: Studie Inwieweit hat die Dynamische Asset Allocation Ihr Portfolio widerstandsfähiger gemacht? Gar nicht In gewissem Ausmaß In großem Ausmaß 37 14 49 Prozent der Befragten Hat die Dynamische Asset Allocation Ihres Pensionsplans bisher die Erwartungen erfüllt? Untertroffen Weit untertroffen Genau getroffen Weit übertroffen Übertroffen 13 8 10 27 42 Prozent der Befragten

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