Institutional Money, Ausgabe 1 | 2026
114 1/2026 | institutional-money.com THEORIE & PRAXIS Aktien-Anleihen-Korrelationen Korrelation hätten? Entweder ist die nega- tive Korrelation nicht so verlässlich – oder die Risikoprämien sind falsch eingeschätzt. Bei einer positiven Aktien-Anleihen-Korre- lation weist das Markowitz-optimale Port- folio eine höhere Aktienallokation auf; bei negativer Korrelation eine höhere Anlei- henallokation. Langfristige Buy-and-Hold- Investoren, die Anleihen als Performance- Asset betrachten, würden dauerhaft keine negative Korrelation wünschen, da diese einen Teil der Aktiengewinne neutralisiert. Kurzfristig orientierte Anleger hingegen SURljWLHUHQ YRQ QHJDWLYHU .RUUHODWLRQ ]XU Absicherung – allerdings immer mit Kos- ten verbunden. Historische Anomalie Unterm Strich zeigt diese Untersuchung, dass die Phase einer verlässlich negativen Korrelation eher eine historische Anoma- OLH ZDU GLH PLW GHP ,QijDWLRQVUĞFNJDQJ GHU HU -DKUH ]XVDPPHQljHO ł ZHQQ - JOHLFK HLQ :LHGHUDXijHEHQ XQWHU YHUÌQ - derten makroökonomischen Bedingun- gen nicht ausgeschlossen werden kann. 'XUFK GDV :LHGHUDXijHEHQ GHU ,QijDWLRQV - risiken hat die Korrelation stark zugenom- men. Die Implikationen für die Allokation sind weitreichend: Die Annahme, dass Staatsanleihen in Industrieländern eine universelle Absicherung bieten, ist nicht mehr haltbar. Anleihen werden tenden- ziell wieder zu Performance-Assets, insbe- VRQGHUH LP +RFKLQijDWLRQVXPIHOG 'LHV legt nahe, Alternativen zur traditionel- OHQ 'LYHUVLljNDWLRQ LQ %HWUDFKW ]X ziehen. Portfoliomanager müssen gezielt QDFK $VVHWV VXFKHQ GLH JHJHQOÌXljJ ]X $NWLHQUHQGLWHQ VLQG ł GDUXQWHU LQijDWLRQV - geschützte Wertpapiere, Gold, Rohstof- fe oder alternative Risikoprämien. Und schließlich müssen Entscheider eine kon- sistente Annashme von Risikoprämien und Korrelationen sicherstellen, um insta- bile oder suboptimal gewichtete Portfolios zu vermeiden. US-Aktien- und US-Renten-Risikoprämien Entwicklung der beiden Risikoprämien von 1983 bis 2013 Die schwarzen Linien zeigen jeweils die Entwicklungen der US-Aktien- respektive Anleihenrisikoprämien, berechnet anhand des US-Marktportfolios. Aktien sind das Performance-Asset, das stets eine positive Risikoprämie aufweist, während Bonds eine kleine positive Varianz-Risikoprämie aufweisen, der aber einemeist deutlich größere Kovarianz-Risikoprämie gegenübersteht. Bonds können daher genauso Performance-Asset wie Hedging-Asset sein. Quelle: PortelliundRoncalli (2024) » Das US-Muster der Korrelationsumkehr war nicht global synchronisiert. « Thierry Roncalli, Head of Quant Portfolio Strategy beim Amundi Investment Institute und Professor of Finance an der University of Paris-Saclay, Paris DR. KURT BECKER 1980 1985 1990 1995 2000 2005 2010 2015 2020 Risikoprämie US-Aktien Risikoprämie Varianz-Risikoprämie Kovarianz-Risikoprämie 2% 4% 6% 8% -0% -2% 1980 1985 1990 1995 2000 2005 2010 2015 2020 Risikoprämie US-Anleihen 0% 1% 2% -1% Foto: © Amundi Investment Institute
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