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Zeit für Deutschen an EZB-Spitze? Ursula von der Leyen spricht dagegen

Nach Ansicht eines ehemaligen Beraters von Andrea Merkel sollte endlich einmal ein Deutscher EZB-Präsident werden. Ein möglicher Kandidat wäre Jörg Kukies. In der EU-Logik ist dies aber fast unmöglich, weil an der Spitze der EU-Kommission bereits eine Deutsche sitzt.

Die EZB in Frankfurt am Main
Die EZB in Frankfurt am Main© gopixa / stock.adobe.com

Deutschland sollte endlich den Spitzenposten bei der Europäischen Zentralbank erhalten, wenn Christine Lagardes Amtszeit als Präsidentin Ende 2027 endet. Das fordert der frühere Wirtschaftsberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

“Ich denke, es wäre an der Zeit, aber es ist kompliziert”, sagte Lars-Hendrik Röller am Donnerstag im Gespräch mit Bloomberg TV beim Berlin Global Dialogue. “Normalerweise ist das auch Teil eines größeren Personalpakets. Ich glaube, die anderen wichtigen Posten in Europa stehen derzeit nicht zur Disposition.”

Personeller Umbruch
Die EZB steht vor einem zweijährigen Umbruch, bei dem zwei Drittel der obersten Führungsebene ausgetauscht werden. Der Prozess beginnt mit der Suche nach einem Nachfolger für Vizepräsident Luis de Guindos, dessen Amtszeit im Mai 2026 endet. Danach steht ein Jahr später die Position des Chefökonomen zur Neubesetzung an - gefolgt von Lagardes Posten im Oktober 2027.

Deutschland ging bislang immer leer aus
Seit der Gründung der EZB im Jahr 1998 war Deutschland zwar stets im sechsköpfigen Direktorium vertreten, hat aber noch nie den Vorsitz gestellt. Stattdessen kamen die bisherigen Präsidenten aus Frankreich (zweimal), Italien und den Niederlanden.

Auf mögliche Kandidaten angesprochen, sagte Röller – Gründer und heutiger Vorsitzender des Berlin Global Dialogue: “Ich mag unseren ehemaligen Finanzminister Jörg Kukies.”

“Ich halte ihn für eine gute Wahl, aber es gäbe auch andere”, fügte er hinzu. “Ich denke, es ist wichtiger, dass es eine gute Person wird.”

Position von Ursula von der Leyen spricht dagegen
Was gegen Deutschland sprechen könnte, sind die anderen Spitzenposten, die das Land derzeit in Europa innehat - allen voran Ursula von der Leyens EU-Kommissionspräsidentschaft bis 2029, aber auch Claudia Buchs Leitung des EZB-Aufsichtsgremiums. (aa)

Bevorstehende Personalfragen in der EZB

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