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Wie die Bad Bank der Genobanken 1,2 Milliarden Euro an Krediten stemmt

Die Bad Bank der Genossenschaftsbanken hat 2025 Kredite in Milliardenhöhe übernommen. Hintergrund sind mehrere Stützungsfälle im Sektor – nun werden die Regeln für Risiken verschärft.

René Kunsleben, BAG Bankaktiengesellschaft: "In der Regel können wir aus den Krediten, Immobilien und Beteiligungen höhere Erlöse erzielen, als wir anfangs bezahlt haben. In Summe liegen wir über den Kaufpreisen."
René Kunsleben, BAG Bankaktiengesellschaft: "In der Regel können wir aus den Krediten, Immobilien und Beteiligungen höhere Erlöse erzielen, als wir anfangs bezahlt haben. In Summe liegen wir über den Kaufpreisen."© BAG Bankaktiengesellschaft

Eckpunkte:

  • Das letzte Jahr kostete dem Sektor eine Milliardensumme
  • Nun sind Reformen angedacht

Die Bad Bank der genossenschaftlichen Banken in Deutschland hat im vergangenen Jahr Kredite in Milliardenhöhe übernommen. Das erklärte Vorstandschef René Kunsleben gegenüber "Bloomberg". Mehrere Institute wurden zuletzt von der Solidargemeinschaft der Finanzgruppe gestützt. Vor diesem Hintergrund verschärft der Genosektor derzeit seine Regeln im Umgang mit Risiken.

"Im Jahr 2025 hat sich das von uns aufgekaufte Kreditvolumen auf 1,2 Milliarden Euro belaufen. Dahinter standen natürlich in erster Linie die Sanierungsbanken in unserer Gruppe, die von der Sicherungseinrichtung gestützt wurden", sagte Kunsleben, der die BAG Bankaktiengesellschaft leitet. Es war der höchste Wert seit 2003.

Funktionsweise der Sicherungseinrichtung
Über ihre gemeinsame Sicherungseinrichtung sichern sich die Genobanken in Krisen gegenseitig ab. Banken in Schieflage werden häufig mit Nachbarinstituten fusioniert, während problematische Kredite, Immobilien oder Beteiligungen an die BAG übertragen werden. Eigentümer der BAG ist der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

Unter den 2025 übernommenen Forderungen und Assets entfielen laut Kunsleben rund 95 Prozent auf Kredite. Für problematische Darlehen stehen der Bad Bank verschiedene Optionen zur Verfügung, darunter die Verwertung von Sicherheiten.

"In Summe liegen wir über den Kaufpreisen"
In bestimmten Fällen kann es laut Kunsleben sinnvoll sein, alternative Lösungen zu verfolgen. Bei Bauprojekten etwa besteht die Möglichkeit, diese weiterzuentwickeln oder vorübergehend stillzulegen. Die BAG könne Marktphasen abwarten, bis die Nachfrage wieder anzieht – ein Vorteil für die Gruppe.

"In der Regel können wir aus den Krediten, Immobilien und Beteiligungen höhere Erlöse erzielen, als wir anfangs bezahlt haben. In Summe liegen wir über den Kaufpreisen", sagte Kunsleben. "Überschüsse, die wir so erzielen, werden an die Sicherungseinrichtung ausgezahlt."

Mehrere Stützungsfälle im Sektor
In den vergangenen beiden Jahren musste mindestens eine Handvoll von Genobanken gestützt werden, darunter die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden, die Volksbank Dortmund-Nordwest und die Raiffeisenbank im Hochtaunus. Häufig handelte es sich um kleinere Institute, die sich mit Immobilienengagements verkalkuliert hatten.

Auch die Finanzaufsicht wurde aktiv. Die Bafin erklärte 2025 in einem Bericht, dass es trotz insgesamt zufriedenstellender Ergebnisse im Jahr 2024 "zu einzelnen, außergewöhnlich teuren Sanierungsfällen“ gekommen sei. Ursachen seien "Fehler im Risikomanagement und in der Governance der Banken". BVR-Präsidentin Marija Kolak äußerte sich ähnlich: "Es gab Missmanagement, es wurden unverantwortliche Risiken eingegangen", sagte sie Anfang des Jahres in einem Interview mit "Bloomberg".

Verschärfte Regeln geplant
Künftig sollen kriselnde Banken schneller und effektiver begleitet werden. Geplant ist unter anderem, die Eingriffsrechte der Sicherungseinrichtung zu stärken, einzelne Institute mit höheren Beiträgen zu belasten und Banken zügiger aus der Solidargemeinschaft herauszulösen. Auch ein Entzug der Markenrechte ist möglich.

"Die Sanierungsfälle im genossenschaftlichen Sektor haben im vergangenen Jahr zu einer Sonderkonjunktur für die BAG geführt", sagte Kunsleben. Neben Krediten kaufte die BAG 2025 auch Immobilien und Beteiligungen mit einem Bearbeitungsvolumen von rund 60 Millionen Euro.

Die BAG geht auf die 1980er Jahre zurück, als die genossenschaftliche Hammer Bank Spadaka in Schieflage geriet. Aus deren Abwicklung entstand ein Kompetenzzentrum für die Bearbeitung notleidender Engagements. Derzeit beschäftigt die BAG rund 200 Mitarbeiter.

"Risikotransfer vermeiden"
Kunsleben betonte, dass die BAG ausschließlich Kredite, Immobilien und Beteiligungen von Genobanken übernimmt. "Denn wir wollen vermeiden, dass es zu einem Risikotransfer von anderen Finanzgruppen oder Unternehmen in die genossenschaftliche Finanzgruppe kommt", sagte er.

Für das laufende Jahr erwartet Kunsleben weitere Ankäufe von Krediten, Immobilien und Beteiligungen – allerdings nicht mehr in dem hohen Volumen wie 2025. (mb/Bloomberg)

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