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Welche Funktion übernimmt Mario Draghi nach seiner EZB-Amtszeit?

Der noch bis Oktober 2019 amtierende EZB-Präsident Mario Draghi hat sich über seine weitere Zukunft noch nicht konkret geäußert. An Job-Angeboten wird es nicht mangeln. Vielleicht übernimmt Draghi sogar ein hochrangiges politisches Amt in seiner Heimat.

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Mario Draghi
 
© Jasper Juinen / Bloomberg

Mario Draghi hat noch fünf Monate als Präsident der Europäischen Zentralbank vor sich - und noch mehr Arbeitsjahre, vorausgesetzt er will. Im Oktober endet die Amtszeit des EZB-Chefs. Laut einem Bloombergbericht hat dies in seiner Heimat Italien zu Spekulationen geführt, ob er sich aus dem öffentlichen Leben zurückziehen werde oder eines Tages ein politisches Amt in seiner Heimat Italien übernimmt. Finanzminister Giovanni Tria sagte letzten Monat, dass Draghi dort einen "großen Beitrag" leisten könne.

EZB-Chef lässt sich nicht in die Karten blicken
Draghi, der bei seinem Amtsende 72 Jahre alt sein wird, sagte in diesem Monat, dass er "überhaupt keine Pläne" habe. Nach einer über drei Jahrzehnte währenden Karriere als Entscheider in Rom, Washington und Frankfurt ist es jedoch eher unwahrscheinlich, dass Draghi sich endgültig in sein Landhaus in Umbrien zurückzieht.

„Er ist immer noch so voller Energie und Leben, dass ich nicht wirklich sehe, dass er sich zurückzieht, um seine Memoiren zu schreiben", sagte Francesco Papadia, von 1998 bis 2012 Leiter des Bereichs Marktoperationen bei der EZB und jetzt Senior Fellow am Bruegel-Think-Tank in Brüssel. "Ihm stehen im öffentlichen und privaten Sektor alle Wege offen, geschweige denn in der akademischen Welt."

Potenzielle Aufgaben Draghis in der Zukunft könnten eine politisches Amt in Italien, die Leitung einer anderen internationalen Institution, oder Stellen an Universitäten, Banken oder anderen Unternehmen weltweit umfassen. Eine Möglichkeit wäre, als "Technokrat" seinem Land zu dienen - das könnte sogar wahrscheinlich sein:

Krisen-Technokrat
Italien hatte in Krisenzeiten mehrere von Technokraten geleitete Regierungen, und Draghi wäre im Bedarfsfall gut geeignet.

Eine solche Situation könnte sich sogar unmittelbar nach Ablauf seiner Amtszeit bei der EZB entwickeln, sollte die Regierung von Ministerpräsident Giuseppe Conte wegen interner Machtkämpfe und Haushaltsprioritäten auseinanderbrechen. Angesichts der Anti-Establishment-Parteien, die im Parlament in Rom die Mehrheit haben, könnte dies für eine von Draghi geführte Regierung jedoch zu früh sein.

Der frühere Ministerpräsident Silvio Berlusconi bekräftigte am Samstag seine Aufforderung, dass Draghi als Ministerpräsident dienen solle. "Draghi wäre der richtige Mann für eine verantwortungsvolle Position in Italien", sagte Berlusconi in einem Interview mit der Zeitung Il Mattino aus Neapel. Aber auch die akademische Lehre wäre etwas für Draghi.

Zurück in die akademische Welt
Draghi studierte in den 1970er Jahren an der Universität La Sapienza in Rom und promovierte am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Von Ende der 1970er bis Anfang der 1990er Jahre war er Professor an den Universitäten von Trient, Padua und Venedig sowie an der Universität von Florenz. Eine akademische Rolle wäre laut Bloomberg für ihn leicht zu bekommen, entweder in Italien oder im Ausland. Oder geht Draghi zu Goldman Sachs zurück?

Wieder Goldman
Mehrere ehemalige Kollegen von Draghi haben Karriere im Finanzsektor gemacht. Draghi selbst war drei Jahre lang Vice Chairman von Goldman Sachs International.

Eine Rückkehr ins Bankgeschäft würde eine erhebliche berufliche Karenzzeit erfordern. Auch danach könnte es zu Kontroversen kommen, wie sich beim früheren Präsidenten der Europäischen Kommission, Jose Manuel Barroso gezeigt hat, der zu Goldman Sachs wechselte. Dennoch würden Finanzinstitute wahrscheinlich Schlange stehen, um Draghi anzuheuern. (aa)

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