Wegen KI: Diese Firma kündigt fast jeden zweiten Mitarbeiter
Das Fintech Block streicht in einer Wette auf die Leistungsfähigkeit der Künstlichen Intelligenz rund 4000 Jobs und vertritt die Meinung, dass dies auch andere Firmen machen werden. Diesbezüglich seien die meisten Firmen "spät dran". Kritiker sehen hinter diesem Schritt jedoch andere Beweggründe.

Eckpunkte:
- Block reduziert Headcount um fast die Hälfte
- KI soll Lücken füllen
- Das zuletzt schwächelnde Unternehmen setzt damit Rationalisierungen durch
- Aktienkurs steigt in einer ersten Reaktion
Das Fintech-Unternehmen Block von Twitter-Mitbegründer Jack Dorsey streicht 4.000 Stellen und halbiert damit nahezu seine Belegschaft. Diesen drastischen Einschnitt beschreibt der Bezahldienstleister hinter dem Händlerdienst “Square” und der “Cash App” für private Nutzer als Wette darauf, dass Künstliche Intelligenz (KI) die Arbeitsproduktivität grundlegend verändern wird. Darüber berichtet Bloomberg News.
KI mit dem Namen "Goose" soll es richten
Block richtet sein Geschäftsmodell und seine Personalstruktur seit 2024 neu aus angesichts einer schwachen Börsenperformance des Unternehmens. Zugleich hat Block massiv in KI-Werkzeuge investiert, um effizienter zu arbeiten. Im Rahmen dessen wurde ein eigenes Tool namens Goose entwickelt.
Der nun angekündigte Stellenabbau setzt eine Serie schrittweiser Kürzungen fort. In einem Brief an die Aktionäre vom Donnerstag hat das Unternehmen die Reduzierung der Belegschaft offiziell gemacht. Schon zuvor waren immer wieder Jobs weggefallen, häufig im Zusammenhang mit jährlichen Leistungsbeurteilungen.
Andere Unterrnehmen werden ebenfalls Mitarbeiter reduzieren
In einer Telefonkonferenz mit Analysten äußerte Block-Mitgründer Dorsey die Erwartung, dass viele letztlich ähnliche Schritte gehen müssten – getrieben von KI. “Ich glaube nicht, dass wir früh dran sind mit dieser Erkenntnis.”
“Ich denke, die meisten Unternehmen sind spät dran. Innerhalb des nächsten Jahres wird, so glaube ich, die Mehrheit der Unternehmen zur gleichen Schlussfolgerung kommen und ähnliche strukturelle Veränderungen vornehmen. Ich komme lieber ehrlich und zu unseren eigenen Bedingungen dorthin, als reaktiv dazu gezwungen zu werden.”
Die Börse reagierte prompt. Nach der Ankündigung sprang die Aktie von Block im nachbörslichen Wall-Street-Handel am Donnerstag um bis zu 27 Prozent nach oben.
KI erreichte im Dezember 2025 neues Niveau
“Im Dezember des vergangenen Jahres ist etwas passiert, wirklich erst im vergangenen Jahr, bei dem die Modelle um eine Größenordnung leistungsfähiger und intelligenter geworden sind, und das hat uns wirklich einen Weg nach vorn gezeigt, wie wir das auf nahezu alles anwenden können, was wir tun”, erklärte Dorsey in der Analysten-Telefonkonferenz. “Wenn es also derzeit Lücken in unserer Nutzung von KI gibt, dann ist es eine Anwendungslücke.”
KI - nur eine bequeme Begründung?
Konkrete Details nannte das Unternehmen indessen nicht dazu, wie genau seine KI-Tools einzelne Stellen überflüssig machen. Einige Analysten stellen deshalb laut Bloomberg infrage, ob KI Unternehmen tatsächlich grundlegend transformiert – oder ob sie nicht eher als bequeme Begründung für Kostensenkungen dient, die ohnehin geplant waren. (aa)

