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Was wäre Berkshire Hathaway ohne Warren Buffett wert?

Nach Trumps Sieg hat Starinvestor Warren Buffett an der Börse richtig zugeschlagen – und satte Buchgewinne erzielt. Die Ratingagentur Morningstar hat sich derweil die Aktie seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway vorgeknöpft. Ergebnis: Viel Luft nach oben hat das Papier nicht mehr.

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Börsen-Altmeister Warren Buffett denkt bislang nicht ans Aufhören
© Bloomberg

Der überraschende Wahlerfolg von Donald Trump hat US-Starinvestor Warren Buffett zu einer veritablen Einkaufstour animiert, berichtet das "Handelsblatt": Allein in den drei Monaten nach der US-Präsidentschaftswahl am 8. November hat Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway sich demnach mit Dividendenpapieren im Wert von etwa zwölf Milliarden US-Dollar eingedeckt. Das sagte Buffett in einer Fernsehtalkshow. In welche Titel er investierte, verriet er allerdings nicht.

Buffetts Geschwindigkeit bei den jüngsten Aktienkäufen ist ziemlich ungewöhnlich. Vor allem, weil der erfahrene Börsenguru als Trump-Kritiker weithin bekannt war, dem republikanischen Herausforderer sämtliche Talente als Geschäftsmann und als Wirtschaftskenner absprach und sich im Wahlkampf voll und ganz hinter dessen Konkurrentin Hillary Clinton stellte.

Indes fragen Marktbeobachter und Anleger sich seit geraumer Zeit, wie es mit Buffetts Firma Berkshire Hathaway weitergehen soll, wenn der Gründer nicht mehr will oder kann. Schließlich ist das "Börsenorakel aus Omaha" mittlerweile stolze 86 Jahre alt. Die beiden "A"- und "B"-Aktienserien seiner Investmentgesellschaft gelten unter Value-Fans als geeignetes Mittel, um auf Buffetts bewährte Beteiligungsstrategie zu setzen – auch wenn Berkshire Hathaway (benannt übrigens nach Buffetts allererstem, aber katastrophalen Investment: einer maroden Textilfabrik aus Massachussetts) als Holding neben mehr als 80 Firmenbeteiligungen auch noch zwei starke Kerngeschäfte umschließt: den Autoversicherer Geico und den Rückversicherer General Re.

Die Fondsratingagentur Morningstar hat sich nun die selten von Analysten bewertete Aktie vorgenommen, um ihr Potenzial zu analysieren. Das Ergebnis: Berkshire Hathaway wäre auch ohne Buffett gut aufgestellt, der Anteilschein ist allerdings zurzeit fair bewertet. Allenfalls eine Senkung der Körperschaftssteuer berge noch kurzfristiges Aufwärtspotenzial. 

Kursgewinne dank Körperschaftsteuersenkung?
Morningstar hatte schon vor rund zwölf Monaten prognostiziert, dass 2016 für Berkshire Hathaway gut laufen werde. So kam es dann auch: Während des vergangenen Jahres hat die Aktie des Unternehmens um mehr als 23 Prozent zugelegt. "Damit wird sie nun in der Nähe unserer Fair-Value-Schätzung von 255.000 US-Dollar je Aktie der Klasse A (respektive 170 US-Dollar je Aktie der Klasse B) gehandelt, sodass wir Berkshire inzwischen als angemessen bewertet einschätzen", schreibt Morningstar-CFA Greggory Warren in seiner Studie. 

Derzeit spricht einiges dafür, dass der Titel kurzfristig weitere Kursgewinne erzielen könnte, da die Körperschaftsteuer in den USA dank Trump von 35 auf 25 Prozent sinken könnte. Der durchschnittliche Steuersatz von Berkshires Beteiligungsfirmen und der Versicherungssparte liegt bei etwa 30 Prozent. "Ein niedriger Körperschaftsteuersatz dürfte die jährlichen Erträge um mehr als zehn Prozent steigern", hat Warren ermittelt.

Dieses Kurspotenzial sei jedoch mit etlichen Unsicherheitsfaktoren behaftet: Zum einen wäre dies ein Einmaleffekt. Zum anderen könne man bislang nur Vermutungen über Trumps tatsächliche Steuerpläne anstellen. 

Zwei Nachfolge-Kandidaten laufen sich warm
Grundsätzlich müssten Investoren berücksichtigen, dass die Nachfolgefrage angesichts des fortgeschrittenen Alters von Warren Buffett und seines Partners Charlie Munger virulent bleibe, schreibt Warren: "Was die Nachfolgeplanung angeht, gehen wir davon aus, dass die drei Funktionen von Buffett – Chairman, CEO und Anlageverwalter – nach seinem Rückzug aus der Firma aufgeteilt werden."

Voraussichtlich werde Buffets Sohn, Howard Buffett, den Posten des Non-Executive Chairman übernehmen. Ted Weschler und Todd Combs dürften indes gemeinschaftlich die Rolle des Anlageverwalters von Berkshires Investmentportfolio übernehmen. Für die Funktion des CEO gibt es nach Einschätzung des Morningstar-CFA mit Ajit Jain und Greg Abel "zwei formidable Kandidaten". Beide würden einzigartige Qualitäten mit sich bringen.

Bis Buffett den Stab an seine Nachfolger weiterreicht, dürfte aber noch Zeit vergehen. Bislang denkt das Investmentgenie nicht ans Aufhören. "Ich bin ein glücklicher Vorstandschef. Jeden Tag gehe ich tanzend zur Arbeit. Und jedes Jahr macht mir der Job mehr Spaß", sagte er auf dem letzten Berkshire-Aktionärstreffen. (fp/ps)

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