Vorsorge-Report: Generation X ist skeptisch
In der Generation X erwartet fast jeder Zweite eine sinkende Lebensqualität im Ruhestand, wie der Vorsorge-Report der Axa zeigt. Gleichzeitig möchten 46 Prozent früher in Rente gehen. 58 Prozent der Gen-X-Angehörigen würden gern mehr für das Alter sparen, können es sich aber nicht leisten.

Eckpunkte:
- Die befragten Bundesbürger der Generation "X" sind skeptisch betreffend ihrer zukünftigen Rente
- Interessanterweise wollen viele vorzeitig in Rente gehen
- Das zeigt eine Umfrage von Axa
Die Generation X blickt pessimistischer auf ihren Ruhestand als andere erwerbstätige Generationen und erlebt einen spürbaren Zwiespalt zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Vorsorge-Report der Axa. Dafür hat das Meinungsforschungsinstitut Yougov im Auftrag des Versicherers 2.044 Bundesbürger im Alter ab 18 Jahren online befragt.
Der Untersuchung zufolge erwartet in der Generation der heute 46- bis 61-Jährigen rund jeder Zweite (48 Prozent) eine Verschlechterung der Lebensqualität im Ruhestand. Zum Vergleich: Unter den Millennials erwarten nur 43 Prozent, in der Gen Z lediglich 40 Prozent eine sinkende Lebensqualität im Alter.
Über das Renteneintrittsalter hinaus arbeiten
Besonders auffällig: Trotz der skeptischen Sicht auf die eigene finanzielle Zukunft träumt fast jeder Zweite der Gen X (46 Prozent) davon, früher als zum regulären Renteneintritt aus dem Berufsleben auszuscheiden. Gleichzeitig rechnen 40 Prozent der Befragten damit, aus finanziellen Gründen sogar über das reguläre Renteneintrittsalter hinaus arbeiten zu müssen – obwohl sie das eigentlich nicht möchten.
Furcht vor der Rentenlücke
Auch die Sorge vor finanziellen Belastungen im Alter ist groß: Rund 36 Prozent der Umfrageteilnehmer befürchten, dass die Inflation ihre spätere Rente erheblich entwerten könnte. Zudem erwartet jeder Zehnte eine monatliche Rentenlücke von 1.500 Euro oder mehr. Weitere 18 Prozent rechnen mit einer Versorgungslücke zwischen 751 und 1.000 Euro monatlich. Dennoch kann mehr als jeder Vierte (27 Prozent) die eigene Rentenlücke überhaupt nicht einschätzen.
Große Spannweite bei der Vorsorge
Die Ergebnisse zeigen auch widersprüchliche Verhaltensmuster. Einerseits spart rund jeder Dritte in der Generation X gar nicht für das Alter – mehr als in jeder anderen erwerbstätigen Generation. Andererseits geben 39 Prozent an, regelmäßig privat für den Ruhestand vorzusorgen. Auch dieser Wert ist höher als bei den Millennials und in der Gen Z. 58 Prozent würden gern mehr für den Ruhestand zurücklegen, können es sich finanziell aber nicht leisten. Nur 13 Prozent räumen ein, zu wenig vorzusorgen, obwohl sie die finanziellen Möglichkeiten dazu hätten.
Das Misstrauen gegenüber der Politik ist in keiner Generation so ausgeprägt wie in der Gen X: 74 Prozent geben an, ihr Vertrauen in die Politik beim Thema Altersvorsorge verloren zu haben. Gleichzeitig verlassen sich 22 Prozent ausschließlich auf die gesetzliche Rente. Damit ist der Verlass auf die staatliche Absicherung in der Generation X bereits deutlich geringer als bei den Millennials (26 Prozent) und der Gen Z (27 Prozent). (am)

