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Genossen wettern gegen Sicherungsarbitrage nach Greensill

Die deutschen Volks- und Raiffeisenbanken sind alles andere als glücklich mit den jüngsten Entwicklungen bei der Greensill Bank und kritisieren die "Sicherungsarbitrage".

Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)
Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)
© BVR

Nach dem Eingreifen der Bafin und der zuständigen Einlagensicherung bei der Bremer Greensill Bank haben die deutschen Genossenschaftsbanken Geschäftsmodelle kritisiert, bei denen das Risiko an die Einlagensicherung ausgelagert und daraus letztlich Gewinne gezogen werden. “Wir sind nicht offen dafür, Arbitrage auf Sicherungssysteme zu betreiben”, erklärte Marija Kolak, Chefin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, am Dienstag bei der Jahres-Pressekonferenz ihrer Organisation in Berlin, wie Bloomberg berichtet.

Privatbanken wie Deutsche Bank und Commerzbank müssen nachschießen
Die Greensill Bank hatte lange Zeit Zinsen auf Einlagen angeboten, die deutlich über den marktüblichen Sätzen lagen. Viele Kunden ließen sich davon anlocken, auch weil sie wegen der Einlagensicherung in vielen Fällen keine Ausfälle fürchten mussten. Sollte der Sicherungsfall nun ausgerufen werden, müssen andere Banken wie etwa Deutsche Bank und Commerzbank über ihre Einzahlungen in den Einlagensicherungstopf für das Scheitern der Greensill Bank geradestehen.

Die Greensill Bank hat laut informierten Kreisen rund drei Milliarden Euro an versicherten Einlagen. Hinzu kommen 500 Millionen Euro, die von der Einlagensicherung der Bankenbranche nicht abgedeckt sind. Am Dienstag hatte die Bafin ein Insolvenzverfahren für das Unternehmen beim Amtsgericht Bremen beantragt. Nach der Eröffnung des Verfahrens dürfte die Aufsicht die Auszahlung anstoßen.

Zwar sind die genossenschaftlichen Banken - wie auch die Sparkassen - nicht Teil der für Greensill zuständigen Einlagensicherung und daher nicht direkt betroffen. Allerdings arbeiten einige lokale Institute der Gruppe mit Zinsportalen zusammen, die Einlagen an die Bremer Privatbank vermittelt hatten. Kolak verwies darauf, dass jede Volks- und Raiffeisenbank selbst über Kooperationen entscheiden könne.

Auch einige regionale Sparkassen in Deutschland vermitteln Kunden an Zinsbroker wie Weltsparen oder Zinspilot - und auch dort gibt auf Verbandsebene eine gewisse Zurückhaltung.

“Wir sehen, dass diese Zinsportale durchaus problematisch sein können, wenn die Banken, die dahinter stehen, ein Problem bekommen”, sagte Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis vergangene Woche. Bei den mit den Zinsbrokern zusammenarbeitenden Sparkasse handele es sich um “eine Zahl in einem ganz niedrigen Bereich, zwei oder drei Prozent der Sparkassen vielleicht”, sagte er. (aa)

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