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Verkauft Berlin die Sefe-Handelssparte an Abu Dhabis Adnoc?

Die Bundesregierung hat erste Gespräche mit potentiellen Investoren über einen möglichen Verkauf der Handelsparte des verstaatlichten Energiekonzerns Securing Energy for Europe (Sefe) aufgenommen. Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc) ist dem Vernehmen nach unter den Gesprächspartnern.

© ADNOC

Die frühere europäische Handels- und Versorgungssparte von Gazprom - Sefe - hat ein großes Händlerteam behalten und baut ihr LNG-Geschäft durch jüngste Vereinbarungen mit der Türkei und Argentinien aus. Das Profil der Handelssparte könnte für Unternehmen aus dem Nahen Osten attraktiv sein, die in den Gasmärkten Fuß fassen wollen. Eine Abspaltung der Handelsaktivitäten von strategischeren Vermögenswerten wie Gasspeichern in Deutschland könnte eine Einigung erleichtern.

Steht ein Buyout im Raum?
Regierungsberater und Sefe haben laut Bloomberg-Informanten Gespräche mit Adnoc über einen möglichen Buyout geführt. Die Gespräche konzentrierten sich auf Investoren im Nahen Osten und in Asien, sagte eine der Personen. Deutschland hat noch nicht entschieden, wie genau es aus Sefe aussteigen will, und offiziell noch keinen Verkaufsprozess begonnen. Die Gespräche befinden sich im Anfangsstadium und umfassen auch andere Optionen wie einen Börsengang; sie könnten zudem noch scheitern. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums sagte, die Optionen für die Reprivatisierung würden von allen Seiten geprüft.

Sefe importiert im Rahmen eines Altvertrags weiterhin russisches LNG nach Europa über Frankreich. Das Unternehmen hat erklärt, die Lieferungen in den nächsten zwei Jahren im Zuge des EU-Importverbots zu beenden. Sefe wurde 2022 im Rahmen eines 6,3 Milliarden Euro schweren Rettungspakets verstaatlicht, auf dem Höhepunkt der Energiekrise. Wie Bloomberg bereits berichtete, hat das Wirtschaftsministerium J.P. Morgan und die Deutsche Bank mit der Vorbereitung der Privatisierung beauftragt.

EU will, dass Deutschland mittelfristig nur mehr ein Schachtel hält
Im März vergangenen Jahres kaufte Sefe ein großes deutsches Gasnetzunternehmen, um die Bewertung des Konzerns vor dem Ausstieg des Staates zu erhöhen. Die EU-Kommission verlangt, dass Deutschland seine Beteiligungen an Sefe und an Uniper - einem weiteren geretteten Versorger und einst größten Käufer russischen Gases - bis spätestens 2028 auf nicht mehr als 25 Prozent plus eine Aktie reduziert. (kb)

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