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Uniper: Das Rettungspaket steht - das sind die Eckpunkte

Die Bundesregierung hat ein 17 Milliarden Euro schweres Rettungspaket für den taumelnden Gasversorger Uniper geschnürt, um den Zusammenbruch des heimischen Energienetzes infolge der russischen Drosselung der Gaslieferungen zu verhindern.

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© nmann77 / stock.adobe.com

Die Versorgung mit Gas in Deutschland scheint wieder gesichert. Die Verbraucher werden schon bald die Kosten für die Folgen der Lieferausfälle zu tragen haben, doch Bundeskanzler Olaf Scholz versprach, die Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft in Grenzen zu halten. Gasrationierungen in den kommenden Monaten sind gleichwohl in Vorbereitung, berichtet Bloomberg News.

“Wir werden alles erforderliche tun, was getan werden muss, damit das gemeinsam gelingen wird und wir werden es so lange tun, wie das erforderlich ist”, sagte der gerade aus dem Sommerurlaub zurückgekehrte Scholz in Berlin. “Wir werden gemeinsam die schwierigen Zeiten bewältigen.”

Unipers Aktionäre büßen für politische Fehler
Uniper wurde das erste prominente Unternehmensopfer der Gaskrise als die Düsseldorfer Anfang Juli Berlin um ein Rettungspaket bitten mussten. Als größter deutscher Abnehmer von russischem Gas geriet der Konzern immer näher an den Abgrund, als Präsident Wladimir Putin begann, als Reaktion auf die harten westlichen Sanktionen die Gaslieferungen nach Westeuropa als Spielball im Ukrainekrieg zu nutzen.

Die jahrzehntelange Abhängigkeit von billiger Energie aus Russland rächt sich nun. Die Bundesregierung warnt die Verbraucher bereits, sich auf doppelt bis dreimal so hohe Energierechnungen einzustellen, was den Druck der bereits steigenden Lebenshaltungskosten noch verstärkt.

“Ich bin froh und erleichtert, dass die heutige Vereinbarung Uniper als systemkritischen Energiepartner finanziell stabilisiert”, sagte Uniper-CEO Klaus-Dieter Maubach. “Wir haben jetzt eine klare Perspektive, wie die Kosten, die durch die unterbrochenen Gaslieferungen aus Russland entstehen, auf viele Schultern verteilt werden können.”

Scholz kündigte bis Anfang nächsten Jahres ein neues Hilfspaket an, mit dem die Haushalte entlastet werden sollen, während die Regierung den Energiesektor stützt.

Die wichtigsten Elemente der Uniper-Rettung:

  • Kapitalerhöhung zum Nennwert von 1,70 Euro je Aktie, die dem Staat einen Anteil von 30 Prozent einbringt; Hauptaktionär Fortum wird auf 56 Prozent verwässert von derzeit 78 Prozent
  • Aufstockung einer Kreditlinie der KfW auf 9 Milliarden Euro
  • Pflichtwandelanleihen in Höhe von 7,7 Milliarden Euro
  • Ab dem 1. Oktober darf Uniper die Preise erhöhen, um höhere Beschaffungskosten zu kompensieren
    • Damit können 90 Prozent der zusätzlichen Kosten für die Beschaffung zusätzlicher Gasmengen kompensiert werden;
      Bis dahin werden Verluste von rund 6,2 Milliarden Euro bei Uniper auflaufen
  • Bedingungen für das Paket:
    • Rücknahme der Klage von Uniper gegen die Niederlande wegen des Kohleausstiegs
    • Genehmigungen der Aufsicht und der Aktionäre
    • Bestätigung des Investment-Grade-Ratings von Uniper

Sichere Energieversorgung hat ihren (Markt)-Preis
Das Düsseldorfer Unternehmen, das 2016 aus dem ehemaligen fossilen Brennstoffgeschäft der E.On hervorgegangen ist, hat sich als schwächstes Glied der deutschen Energieindustrie erwiesen. Seine Verträge mit der russischen Gazprom machten die Firma anfällig für Lieferausfälle und zwangen es, fehlende Gasmengen zu hohen Preisen auf dem Spotmarkt zu decken.

Nach anfänglichen Kursgewinnen stürzten die Uniper-Aktien um bis zu 25 Prozent ab, womit der Marktwert auf rund drei Milliarden Euro fiel - und damit einen Bruchteil des Rettungspakets. Fortum Oyj, der finnische Hauptaktionär von Uniper, stiegen ebenfalls an und fielen dann um bis zu 6,3 Prozent, berichtet Bloomberg.

Trotz des finanziellen Risikos konnte es sich die Bundesregierung nicht leisten, Uniper scheitern zu lassen. Ein Kollaps hätte sich verheerend auf die Wirtschaft ausgewirkt und Industrieunternehmen und lokale Versorger hart getroffen. Während die Gasflüsse auf der wichtigen Nord-Stream-Pipeline nach zehntägigen Wartungsarbeiten wieder aufgenommen wurden, sind die Lieferungen nach wie vor erheblich reduziert und die Speicherbestände niedrig.

Die Energieknappheit wird in Deutschland allmählich spürbar. Das Heizen von Schwimmbädern ist verboten, Köln dimmt die Straßenbeleuchtung ab und Hamburg könnte warmes Wasser nur noch zu bestimmten Tageszeiten zur Verfügung stellen. Einige Städte richten vorsorglich Heizungshallen ein, um den Menschen im Winter zu helfen, der Kälte zu entkommen. (aa)

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