Umfrage: Homeoffice ist für die meisten keine Gehaltskürzung wert
Eine Erhebung der EZB wollte wissen, ob und auf wie viel Gehalt Angestellte verzichten würden, wenn sie dafür einige Tage im Homeoffice arbeiten dürften.

Die meisten Europäer sind laut einer Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht bereit, für einige Tage Homeoffice eine deutliche Gehaltskürzung hinzunehmen.
Im Schnitt würden Beschäftigte eine Kürzung von 2,6 Prozent akzeptieren, wenn sie zwei bis drei Tage pro Woche von zu Hause arbeiten dürften, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Studie, die Bloomerg vorliegt und über die berichtet wird. Grundlage sind Daten aus der monatlichen Umfrage zu Verbrauchererwartungen. Demnach lehnen 70 Prozent der Befragten jegliche Gehaltseinbußen für Homeoffice ab. Rund 13 Prozent würden eine Kürzung um 1%-5% akzeptieren, acht Prozent sogar um 6%-10% (siehe Grafik unten).
Homeoffice ist gekommen, um zu zu bleiben
Trotz der Versuche vieler Unternehmen, ihre Mitarbeiter wieder an fünf Tagen ins Büro zu holen, liegt die Präsenz dort weiterhin unter Vorkrisenniveau. Nach Zahlen von Eurostat arbeiteten 2024 in der Altersgruppe 20 bis 64 Jahre 22,4 Prozent zumindest zeitweise im Homeoffice – fast doppelt so viele wie 2019.
“Wir finden eine große Variation in der Bereitschaft, Gehaltskürzungen zu akzeptieren, je nach Muster des Arbeitens von zu Hause”, schrieben die Ökonomen António Dias da Silva und Marco Weissler in dem Bericht. Wer häufiger im Homeoffice arbeite, sei “tendenziell bereit, eine höhere Kürzung zu akzeptieren, um diese Arbeitsweise zu bewahren” – im Schnitt 4,6 Prozent. “Dagegen würden diejenigen, die derzeit einen Tag pro Woche zu Hause arbeiten, nur eine Kürzung von 1,6 Prozent akzeptieren.” (aa)
Die wenigsten Angestellten wollen auf Teile ihres Gehalts verzichten
