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Überraschender Kurswechsel: Berenberg erlaubt Arbeiten zu Hause

Nach Jahren mit einer strikten Präsenzkultur lockert Berenberg seine Regeln für mobiles Arbeiten. Die Privatbank ermöglicht vorerst Homeoffice an einem Tag pro Woche und arbeitet an einer dauerhaften Betriebsvereinbarung.

© Photographee.eu / stock.adobe.com

Eckpunkte:

  • Bislang war Homeoffice bei Berenberg verpönt
  • Zukünftig soll ein Tag pro Woche Homeoffice erlaubt sein

Die Privatbank Berenberg, deren Chefs vor wenigen Tagen von der Bafin abgesetzt wurden, führt reguläres Homeoffice ein. Bisher war Arbeit von zu Hause in aller Regel nicht erlaubt, während viele andere Banken deutlich flexiblere Regelungen haben.

Die Personalabteilung und der Betriebsrat sollen nun eine Vereinbarung zu Homeoffice erarbeiten, wie ein Sprecher von Berenberg auf Anfrage von "Bloomberg" erklärte. Bis dahin sei mobiles Arbeiten an einem Tag pro Woche möglich, sofern es die betrieblichen Belange zuließen. Die Regelung wird den Angaben zufolge zunächst für ein Jahr gelten.

Führungswechsel nach Bafin-Eingriff
Die bisherigen Geschäftsleitungsmitglieder – also Hendrik Riehmer, David Mortlock und Christian Kühn – waren Mitte Juni von ihren Ämtern entbunden worden. Es gebe Hinweise auf mögliche Corporate-Governance-Verstöße, hieß es. Der frühere langjährige Berenberg-Chef Hans-Walter Peters sowie der ehemalige Degussa-Bank-Vorstand Michael Horf lenken vorerst die Bank.

Über die Einführung von Homeoffice bei Berenberg hatte das Branchenportal "Finanz-Szene" zuerst berichtet.

Banken mit unterschiedlichen Modellen
Viele deutsche Banken bieten auch nach dem Ende der Corona-Pandemie, durch die das Arbeiten von zu Hause an Bedeutung gewann, weiterhin Homeoffice an. Die Regelungen variieren stark. Bei einigen Häusern wie der Helaba ist eine bestimmte Mindestpräsenz im Büro festgeschrieben, während andere Institute wie die LBBW ganz auf starre Quoten verzichten.

Berenberg hatte unlängst den langjährigen Standort an der Binnenalster in Hamburg aufgegeben und neue Büros in der City Nord bezogen. (mb/Bloomberg)

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