"Überbewertet": Unicredit attackiert Commerzbank
Die Unicredit verschärft im Ringen um die Commerzbank den Ton. Die Italiener sehen strukturelle Schwächen und sprechen von Überbewertung – während sie gleichzeitig ihre Übernahmeoffensive vorantreiben.

Eckpunkte:
- Die UniCredit sieht bei der Commerzbank "Geschichte operativer Unterperformance"
- Commerzbank sollte sich stärker auf Deutschland und Polen konzentrieren
Die Unicredit sieht bei der Commerzbank tiefgreifenden Veränderungsbedarf und beschleunigt zugleich ihre Bemühungen zur Übernahme der deutschen Bank.
Die Commerzbank habe eine "Geschichte operativer Unterperformance" und sei "nun im Vergleich zu den Fundamentaldaten überbewertet", erklärte die Unicredit in einer am Montag (20.4.) veröffentlichten Präsentation. Zudem verfüge das deutsche Institut über "strukturelle Schwächen", die lediglich "durch finanzielle Rückenwinde in Kombination mit aggressivem und risikoreicherem internationalem Wachstum kaschiert werden, das nichts mit ihren deutschen und polnischen Kernmärkten zu tun hat".
Die Unicredit sieht bei der Commerzbank zugleich "erhebliches Aufwärtspotenzial" sowie deutliche Möglichkeiten zur Risikoreduzierung – über die aktuelle "Momentum"-Strategie hinaus. Als bedeutender Anteilseigner ist das Mailänder Institut zudem der Ansicht, dass die Commerzbank unzureichend auf künftige Herausforderungen vorbereitet ist und sich zu stark auf kurzfristige Ergebnisse konzentriert.
Übernahmeoffensive seit 2024
Unicredit-Chef Andrea Orcel verfolgt seit September 2024 das Ziel, die Commerzbank zu übernehmen. Kürzlich legte er ein umfassendes Übernahmeangebot vor, dessen Umsetzung im kommenden Monat beginnen soll.
Die Unicredit ist überzeugt, dass sich die Commerzbank neu ausrichten sollte, um zukunftsfähig zu werden. Dazu gehöre eine Beschleunigung des Umsatzwachstums sowie ein stärkerer Fokus auf Investitionen und Transformation.
Die Commerzbank hat die Annäherungsversuche wiederholt zurückgewiesen. Zuletzt teilte sie mit, dass Gespräche zwischen beiden Instituten nicht zu einer Annäherung der Standpunkte geführt hätten. Unicredit-Chef Andrea Orcel will am Montag (20.4.) in einer Telefonkonferenz weitere Details erläutern. (mb/Bloomberg)


