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Succession: Rennen um Dimon-Nachfolge erfährt neue Wendung

Der Abgang von Marianne Lake bringt die Nachfolgefrage bei JPMorgan neu in Bewegung. Mit Troy Rohrbaugh und Doug Petno rücken zwei Manager auf, während hohe Retention-Boni Stabilität im Führungskreis sichern sollen.

Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase & Co. und das wahrscheinlich bekannteste Banker-Gesicht der Welt am Rande des JPMorgan China Summit in Shanghai, am 21. Mai 2026 – seine Nachfolge könnte sich auf zwei Kandidaten zugespitzt haben.
Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase & Co. und das wahrscheinlich bekannteste Banker-Gesicht der Welt am Rande des JPMorgan China Summit in Shanghai, am 21. Mai 2026 – seine Nachfolge könnte sich auf zwei Kandidaten zugespitzt haben.© qilai shen / Bloomberg

ECKPUNKTE:

  • JPMorgan ernennt Troy Rohrbaugh und Doug Petno zu Co-Presidents und engt damit den Kreis möglicher Dimon-Nachfolger sichtbar ein.
  • Marianne Lake, bislang Chefin des Consumer-Banking-Geschäfts, verlässt die Bank und scheidet damit aus dem informellen Nachfolgerennen aus.
  • Rohrbaugh und Petno erhalten einmalige Retention-Boni von jeweils 30 Millionen US-Dollar, Jenn Piepszak und Mary Erdoes jeweils 20 Millionen US-Dollar.

Bei JPMorgan Chase kommt erneut Bewegung in die seit Jahren aufmerksam verfolgte Nachfolgefrage an der Konzernspitze. Die US-Großbank hat Troy Rohrbaugh und Doug Petno zu Co-Presidents ernannt, wie Bloomberg unter Berufung auf eine Mitteilung des Instituts berichtet. Zugleich verlässt Marianne Lake, bisher Chefin des Consumer-Banking-Geschäfts, die Bank überraschend. Damit scheidet eine der bekanntesten internen Kandidatinnen aus dem Rennen um die mögliche Nachfolge von Jamie Dimon aus.

Rohrbaugh übernimmt künftig Lakes Aufgabenbereich und verantwortet damit das weit verzweigte Privatkundengeschäft von JPMorgan. Petno wird alleiniger CEO der Commercial and Investment Bank. Die neuen Rollen schieben beide Manager sichtbar in den Vordergrund jenes Führungstableaus, aus dem eines Tages der Nachfolger für Dimon hervorgehen dürfte. Dimon ist inzwischen 70 Jahre alt und führt JPMorgan seit 2006. Die Frage, wer ihm an der Spitze der größten US-Bank folgen könnte, gehört seit Jahren zu den meistdiskutierten Personalthemen der Wall Street.

Retention-Boni inklusive
Die Umbesetzung wird von substanziellen Retention-Boni begleitet. Laut einer regulatorischen Mitteilung sollen Petno und Rohrbaugh jeweils einmalige Aktienzuteilungen im Wert von 30 Millionen US-Dollar erhalten, die nach drei Jahren unverfallbar werden. Chief Operating Officer Jenn Piepszak sowie Mary Erdoes, Chefin des Asset- und Wealth-Management-Geschäfts, sollen jeweils 20 Millionen US-Dollar bekommen. Ihre Funktionen bleiben im Zuge der aktuellen Personalrunde unverändert.

Dimon stellte die Entscheidung als Teil eines länger angelegten Nachfolgeprozesses dar. Die nun angekündigten Veränderungen seien ein wichtiger Schritt in der sorgfältigen Planung des Boards und in der Entwicklung der obersten Führungskräfte, erklärte der JPMorgan-Chef. Man verfüge über eine außergewöhnliche Gruppe erfahrener Manager, nicht nur im Operating Committee, sondern im gesamten Konzern.

Für JPMorgan-Investoren war Lake lange eine vertraute Figur. Sie war bis 2019 sechs Jahre lang Finanzchefin des Instituts und hatte später die Verantwortung für jenen Bereich übernommen, über den JPMorgan in den USA nahezu 87 Millionen Verbraucher und 7,5 Millionen kleine Unternehmen betreut. Ihr Abgang ist damit mehr als eine Personalie am Rand. Er verändert die Statik eines Nachfolgerennens, das sich immer wieder neu sortiert hat, während Dimon weiter fest im Sattel blieb.

Auch Jenn Piepszak galt zeitweise als mögliche Kandidatin für die Dimon-Nachfolge. Im Jahr 2025 wurde sie zur COO ernannt und rückte damit in eine zentrale Nummer-zwei-Position unter Dimon auf, nachdem sie sich selbst aus dem Kreis möglicher CEO-Anwärter herausgenommen hatte. Mit Lake verlässt nun eine weitere hochrangige Managerin die informelle Kandidatenliste. Übrig bleibt vorerst ein enger gefasstes Rennen, in dem Rohrbaugh und Petno durch ihre neuen Titel deutlich an Kontur gewinnen. (hw/bloomberg)

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