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Streit bei ETF-Spezialist eskaliert

Die Chefetage des Indexfondsanbieters Wisdom Tree wehrt sich gegen die Attacken zweier Anteilseigner. Ein aktivistischer Investor sowie der Gründer von ETF Securities wiederum werfen Wisdom-Tree-Chef Jonathan Steinberg miserables Management vor und wollen ihn absetzen.

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Der Disput zwischen zwei Großaktionären und der Führung des Asset Managers Wisdom Tree eskaliert in einem öffentlich ausgetragenen Schlagabtausch. Im März hatten die zwei Anteilseigner Lion Point Capital und ETFS Capital in einem offenen Brief den Rücktritt von Wisdom-Tree-Gründer und Vorstandschef Jonathan Steinberg gefordert. Sie warfen ihm "Vernichtung von investiertem Kapital, die Unfähigkeit, die Kostenstruktur an Branchenstandards anzupassen, und das Versäumnis, das verwaltete Vermögen im Einklang mit seinen Wettbewerbern zu steigern" vor. Die beiden Anteilseigner nominierten zudem drei eigene Kandidaten für den Verwaltungsrat von Wisdom Tree.

Daraufhin nahmen beide Seiten Verhandlungen auf. In der ersten Maiwoche veröffentlichten der aktivistische Investor Lion Point und ETFS Capital erneut eine Mitteilung. Demnach sollte eigentlich eine Einigung zwischen beiden Seiten verkündet werden. Doch Aussagen von Wisdom Tree würden darauf hindeuten, dass die Firmenführung die Vereinbarung gar nicht ernsthaft einhalten und mit Leben füllen wolle. Vielmehr sei es nur darum gegangen, unbequeme Aktionäre zum Schweigen zu bringen. Lion Point und ETFS hätten sich daher dazu entschlossen, auf der anstehenden Hauptversammlung eine Ablösung von Wisdom-Tree-Chef Steinberg zu fordern.

"Vereinbarung absichtlich entgleisen lassen"
Wisdom Tree wiederum kontert die Anschuldigungen in einem eigenen offenen Brief. Das Unternehmen wirft den beiden Anteilseignern "falsche" und "irreführende" Angaben vor. Eigentlich war nach wochenlangen Verhandlungen eine Einigung erzielt worden, die am 4. Mai von beiden Seiten verkündet werden sollte. Insbesondere die Gespräche mit Lion Point seien positiv verlaufen. Dies lege den Schluss nahe, dass "Graham Tuckwell, der Verwaltungsrats- und Vorstandsvorsitzende von ETFS, diese Vereinbarung absichtlich hat entgleisen lassen, indem er seine persönliche Agenda über die besten Interessen anderer Aktionäre stellte", lässt sich Wisdom-Tree-Verwaltungsratschef Frank Salerno in dem Schreiben zitieren.

Tuckwell hatte die Gesellschaft ETF Securities gegründet, die insbesondere mit Rohstoff- (ETCs) und anderen börsengehandelten Produkten (ETPs) groß wurde. 2018 wurde das Europa-Geschäft in einem mehr als 500 Millionen US-Dollar schweren Deal an den US-Anbieter Wisdom Tree verkauft. Im Gegenzug erhielt ETFS einen Anteil an Wisdom Tree in Höhe von 18,6 Prozent. Der Hedgefonds Lion Point hält 3,1 Prozent. Zusammen sind die Gesellschaften die größten Anteilseigner von Wisdom Tree.

"Wie in einen Tigerkäfig steigen"
Doch offensichtlich kam es zum Zerwürfnis zwischen ETFS-Gründer Tuckwell und Wisdom-Tree-Chef Steinberg. "Von Anfang an wurde Herr Tuckwell von seinem übergroßen Ego und seiner persönlichen Feindseligkeit gegenüber Jonathan Steinberg angetrieben und hat darauf bestanden, dass nur er, Herr Tuckwell, dieses Unternehmen führen kann", heißt es in dem Brief von Wisdom Tree. Der ETFS-Verbündete Lion Point habe selbst eingeräumt, dass mit Tuckwell zusammen keine "konstruktiven Gespräche" möglich seien und Diskussionen mit ihm so seien, wie "in einen Tigerkäfig zu steigen". Er sei bei weiteren Verhandlungen daher nicht dabei gewesen.

Wisdom Tree betont zudem, nach wie vor zu einer Einigung bereit zu sein, um aufwändige und teure Rechtstreitigkeiten zu vermeiden. So werde das Haus etwa eine Kandidatin von Lion Point und ETFS für den Verwaltungsrat, die ehemalige Investmentchefin von State Street Global Advisors Lynn Blake, unterstützen. Die anderen Kandidaten, die Gründerin und Leitern des ETF-Datenhauses ETFGI Deborah Fuhr, sowie Tuckwell selbst seien jedoch mit möglichen Interessenkonflikten behaftet sein. Insbesondere Tuckwell habe "unlösbare Interessenkonflikte", die ihn "disqualifizieren" würden. "Er hat einmal mehr bewiesen, dass er nicht geeignet ist, als Direktor dieses oder eines anderen öffentlichen Unternehmens zu dienen", behauptet Wisdom-Tree-Verwaltungsratschef Salerno in dem Brief. (ert)

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