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Sparkassen-Fusion im Norden gescheitert

Bis Jahresende wollten die Förde Sparkasse und die Sparkasse Mittelholstein die Grundlagen für einen Zusammenschluss schaffen. Aber: "Diese Pläne wurden vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband in Berlin und dem Deutschen Landkreistag massiv kritisiert und unterminiert", teilen die Institute mit.

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Die geplante Fusion der Förde Sparkasse aus Kiel und der Sparkasse Mittelholstein mit Sitz in Rendsburg kommt nicht zustande. Im September hatten beide Institute bekanntgegeben, eine Fusion zwischen den Häusern zu prüfen.

"Dieses Vorhaben wurde sowohl von der Wirtschaft als auch den politischen Entscheidungsträgern als sinnvoll und richtig bezeichnet", heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der beiden Sparkassen. "Konträre Auffassungen gab es hingegen bei der Fusionsrichtung." Um die Rechte der heutigen Träger und Aktionäre zu erhalten, sollte die Förde Sparkasse auf die Sparkasse Mittelholstein AG verschmolzen und die neue Sparkasse somit als Aktiengesellschaft fortgeführt werden. "Diese Pläne wurden vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband in Berlin und dem Deutschen Landkreistag massiv kritisiert und unterminiert", teilen die Institute mit.

"Bedauerlicherweise ist es nicht gelungen, in der Diskussion mit den Spitzenverbänden eine primär sachbezogene Ebene zu erreichen. In der emotionalisierten Atmosphäre standen dementsprechend inhaltliche Argumente nicht im Fokus", erklärten Götz Bormann und Sören Abendroth, die Vorstandschefs der beiden Institute. "Angesichts der vehementen Einflussnahmen, die auch in ihrer Tonalität für uns bisher unbekannt waren, sehen wir einen sachorientierten Meinungsbildungsprozess mit unseren Entscheidungsträgern als nicht mehr möglich an. Wir haben uns daher entschieden, die Gespräche hinsichtlich einer möglichen Fusion nicht weiter fortzuführen."

Wirtschaftsminister enttäuscht, DSGV zufrieden
Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz zeigte sich enttäuscht. "Hier haben leider eher Verbandsinteressen und Interessen, die wenig mit den Marktsituationen zu tun haben, sich durchgesetzt", zitiert die Nachrichtenagentur DPA den FDP-Politiker.

Der Sparkassenverband DSGV dagegen begrüßte das Ergebnis. "Der Verwaltungsrat der Förde Sparkasse hat die sachlichen Möglichkeiten und die zwingenden rechtlichen Vorgaben aus unserer Sicht angemessen bewertet und entschieden, die nicht umsetzbaren Fusionspläne nicht weiter zu verfolgen", lässt sich ein Verbandssprecher von der DPA zitieren. "Das ist aus unserer Sicht sachgerecht." DSGV-Vizepräsident Hans-Günter Henneke hatte in einer Firmierung als AG eine "immense Sprengkraft für den gesamten Sparkassensektor" gesehen und "eine schleichende Privatisierung kommunaler Sparkassen" befürchtet. (bm)

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