So sichert sich die BayernLB ihre zukünftigen Professionals
Die BayernLB besetzt Stellen kaum noch über klassische Anzeigen sondern wählt andere Wege und Zugangsmöglichkeiten.

Eckpunkte:
- BayernLB sucht Mitarbeiter kaum noch über klassische Anzeigen
- Stattdessen betreibt die Landesbank "aktives Recruiting”
- Mitarbeiterbindung und -entwicklung ist für die BayernLB das neue Recruiting
Bei der BayernLB spielen klassische Job-Anzeigen in Zeitungen oder bei Online-Stellenbörsen kaum noch eine Rolle. Stattdessen setzt die Bank bei der Mitarbeitersuche etwa auf soziale Netzwerke, wie Personalchefin Karin Kreithmeier im Interview mit Bloomberg erklärte. Im vergangenen Jahr seien Dutzende Mitarbeiter neu an Bord geholt worden. Künftige Führungskräfte, die auch wegen des demografischen Wandels benötigt werden, will sie größtenteils aus der Landesbank heraus entwickeln. Das berichtet Bloomberg News.
“Wir betreiben ein aktives Recruiting”
“Klassische Stellenanzeigen bei Tageszeitungen und Online-Stellenbörsen, bei denen wir passiv auf Bewerbungen warten, haben bei der BayernLB weitestgehend ausgedient. Das machen wir kaum noch”, erklärte Kreithmeier. “Wir betreiben ein aktives Recruiting.”
Bei LinkedIn durchsuche die BayernLB unter anderem Profile aktiv nach möglichen Kandidaten und spreche diese an. Zudem setze die Bank auf ein Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programm. “Kandidaten, die über solche Empfehlungen hineinkommen, sind meist sehr passgenau. Unsere eigenen Mitarbeiter treffen ja letztlich bereits eine Vorauswahl”, so Kreithmeier. Bei erfolgreicher Vermittlung gebe es eine Geldprämie.
Die Zahl der Mitarbeiter bei der BayernLB ist laut Kreithmeier von rund 2.800 zu Ende 2024 auf rund 2.900 zu Ende 2025 gestiegen. Genaue Zahlen könnte die Bank erst bei ihrer Bilanzvorlage im März nennen.
“Eingestellt haben wir zum einen im IT-Umfeld und bei regulatorisch geprägten Einheiten. Und zum anderen in den Markteinheiten, in denen wir zusätzliche Vertriebs-Initiativen gestartet haben, wie beispielsweise im Corporate Finance”, sagte die Personalchefin.
Handlungsbedarf, aber kein Handlungsdruck
Viele weitere Einstellungen dürften folgen, denn der demografische Wandel geht auch an der BayernLB nicht spurlos vorbei. In den nächsten zehn bis zwölf Jahren wird rund ein Viertel der Mitarbeiter in Rente gehen - allerdings der größte Teil laut Kreithmeier “erst ab in fünf oder sechs Jahren”. Es bestehe daher zwar kein unmittelbarer Handlungsdruck, sehr wohl aber Handlungsbedarf, die BayernLB auf den Generationswechsel vorzubereiten.
Denkbar seien im Übergang auch “Co-Leaderships” zwischen bisheriger und künftiger Führungskraft, wie Kreithmeier es nannte.
“Unser Ziel ist es, in den nächsten fünf bis sechs Jahren einen Großteil der künftig benötigten Führungskräfte und Fachspezialisten aus der Bank selbst heraus zu entwickeln, auch wenn das nicht in jedem Fall gelingen wird. Kern ist es, unsere eigenen Mitarbeiter weiterzuentwickeln”, erklärte Kreithmeier. “Mitarbeiterbindung und -entwicklung ist das neue Recruiting.“
Darauf einzahlen dürfte auch die Strategie bei Nachwuchskräften. Die BayernLB stellt Kreithmeier zufolge seit mehreren Jahren, so auch 2025, rund 30 Trainees und 20 Dual-Studierende ein.
Die Landesbank bietet zum einen ein allgemeines Traineeprogramm, bei dem der Nachwuchs viele Bereiche durchläuft, ohne sich vorab auf eine Spezialisierung festlegen zu müssen. Hinzu kommen spezialisierte Traineeprogramme, etwa im Bereich Corporates & Markets.
Hoffnung setzt Kreithmeier auch auf Künstliche Intelligenz, die bei immer mehr Banken Einzug hält. “KI hilft uns dabei, wiederkehrende, zeitintensive Dinge vom Tisch zu bekommen”, erklärte Kreithmeier. Das verschaffe den Mitarbeitern mehr Raum, komplexeren Tätigkeiten nachzugehen. (aa)


