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So integriert Lyxor die übernommene Commerzbank-Einheit Comstage

Die Großbank Société Générale übernahm die Indexfonds-Einheit der Commerzbank. Die beiden ETF-Ableger Lyxor und Comstage führen die Franzosen zusammen und gründeten dafür eine eigene Gesellschaft. Mitarbeiter ziehen um. Auch das Sortiment wird angepasst.

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Comstage und Lyxor ETF gehen zusammen. Dafür gründeten die Anbieter eigens eine neue Fondsgesellschaft. Wer in der neuen Struktur welche Rolle übernimmt klicken Sie einfach weiter.
© Gajus / stock.adobe.com

Die französische Gesellschaft Lyxor hat den nächsten Schritt bei der Integration des einstigen Commerzbank-Ablegers Comstage getan. Der Asset Manager hat dazu eine eigene Fondsgesellschaft mit Sitz in Frankfurt am Main gegründet. Als Führung der neuen Einheit haben die Franzosen eine Doppelspitze installiert: Guillaume de Martel von Lyxor und Thomas Timmermann, der zuvor das Asset Management der Commerzbank verantwortete. Dies geht aus dem Kundenmagazin "OnStage" der Comstage hervor.


Das gesamte Führungsteam stellen wir Ihnen in der Bildergalerie oben vor.


Der Zusammenschluss der beiden Anbieter börsengehandelter Indexfonds (ETFs) entspringt dem Verkauf der Commerzbank-Sparte Equity Markets & Commodities (EMC) an die französische Großbank Société Générale. Zu diesem Bereich gehört auch die ETF-Sparte Comstage. Das Pariser Institut wiederum besitzt mit Lyxor den drittgrößten ETF-Anbieter in Europa. Die Transaktion war im Sommer 2018 verkündet worden. Das zweitgrößte deutsche Geldhaus wollte mit dem Verkauf finanziellen Spielraum für seine Neuaufstellung gewinnen. Das seit der Finanzkrise teilverstaatlichte Institut leidet unter einer anhaltenden Ertragsschwäche.

Gemeinsames Büro
Die neue deutsche ETF-Gesellschaft setze auf eine bewusste Verschmelzung auf allen Ebenen, heißt es in dem Kundenmagazin weiter. Diese reiche von Geschäftseinheiten und Produkten bis hin zu den Unternehmenskulturen und der Zusammenführung der Mitarbeiter. "Wir freuen uns, als Comstage-Belegschaft in das neue Büro von Lyxor in Frankfurt zu ziehen, von wo aus wir auch weiterhin das gewohnte Qualitäts- und Serviceniveau liefern werden", lässt sich Timmermann in dem Magazin zitieren. Früher logierte die ETF-Truppe im Handelssaal der Commerzbank.

Im Zuge des Schulterschlusses kappt das Haus zudem Überschneidungen. "Für das zweite Quartal 2020 planen wir Änderungen der Produktnamen sowie einzelne Verschmelzungen von Lyxor- und Comstage-ETFs, falls Produkte dieselben Indizes abdecken", erläutert Heike Fürpaß-Peter, Leitern für den institutionellen Vertrieb in Deutschland und Österreich, in einem Interview in dem Kundenmagazin.

Verschmelzen, aber nicht schließen
"Bei der Integration unserer Produktpaletten verfolgen wir kein Schema F", hält Fürpaß-Peter fest. Jeder Fall werde individuell betrachtet und abhängig von der Situation entschieden, ob ähnliche ETFs weiterhin parallel existieren oder zum Anlegervorteil fusioniert werden. "Um für unsere Kunden höchstmögliche Kontinuität zu gewährleisten, werden Anpassungen an unserer Produktpalette auf ein Minimum reduziert", ergänzt Thomas Meyer zu Drewer, der den Privatkundenvertrieb leitet.

"Im Zuge der Integration von Lyxor und Comstage sind keine Fondsschließungen geplant", betont Meyer zu Drewer. "Der Zusammenschluss mit Lyxor eröffnet uns und unseren Kunden neue Möglichkeiten. Da wären beispielsweise Lösungen für nachhaltige Investments (ESG), themenbezogene Strategien und Smart Beta." Die Zusammenführung der Produktpalette soll bis Ende des ersten Habjahres 2020 vollzogen sein.

Auf Platz drei
Die Übernahme von Comstage bringt den Franzosen zwar mehr Gewicht im heiß umkämpften ETF-Markt. Mit wachsendem Volumen lassen sich Skaleneffekte umsetzen. Allerdings verharrt Lyxor auf Rang drei im europäischen ETF-Markt, zeigen Daten des Analysehauses Lipper-Refinitiv. Die Franzosen kommen demnach per Ende August auf gut 57 Milliarden Euro an verwaltetem Vermögen, Comstage auf rund zehn Milliarden. Der DWS-Ableger Xtrackers mit rund 80 Milliarden Euro Volumen verteidigt den zweiten Platz. Die Blackrock-Tochter iShares führt mit einem deutlichem Abstand mit 360 Milliarden Euro. (ert)

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