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Seltene Erden:G7-Länder bringen sich in Stellung

Die G7-Staaten wollen ihre Abhängigkeit von China bei Seltenen Erden zurückfahren. Bis 2030 kein einzelnes Land mehr als 60 Prozent ihrer Importe von Seltenen Erden liefern soll, heißt es vom Treffen im französischen Evian. Das Ziel gilt als ambitioniert

Kristalldurchsetztes Gestein an der Lagerstätte für Seltene Erden in Tanbreez nahe Narsarsuaq, Grönland
Kristalldurchsetztes Gestein an der Lagerstätte für Seltene Erden in Tanbreez nahe Narsarsuaq, Grönland© Carsten Snejbjerg / Bloomberg

ECKPUNKTE:

  • G7 wollen Importabhängigkeit von einem einzelnen Land bei Seltenen Erden bis 2030 auf maximal 60 Prozent begrenzen.
  • Geplant sind verbindliche Quoten für einzelne Industriezweige und eine gemeinsame Plattform für Recycling und neue Minenprojekte.
  • China kontrolliert rund 70 Prozent der Raffineriekapazitäten und behält damit erhebliche Hebelwirkung.

Bei ihrem Gipfel im französischen Evian diskutierten die Staats- und Regierungschefs in dieser Woche Pläne, verbindliche Quoten für Unternehmen in einigen Industriesektoren einzuführen. Das wurde als Zugeständnis an die Notwendigkeit gewertet, insbesondere bei Rüstungsherstellern die Abhängigkeit von China zu verringern, wie eine der Personen ausführte. Zugleich sagten die Beteiligten zu, eine Plattform aufzubauen, um die Bemühungen um ein größeres Angebot aus Recycling und neuen Minenprojekten zu bündeln. Für weitere kritische Mineralien wollen die Staats- und Regierungschefs bis zum Jahresende konkrete Zielmarken festlegen.

Eine Quelle betonte, dass sich die Mitglieder in der Notwendigkeit einig gewesen seien, ihre Lieferanten kritischer Mineralien zu diversifizieren, um weniger anfällig für Unterbrechungen zu sein. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte gegenüber Journalisten in Evian, man habe in verschiedenen Formaten vereinbart, bei kritischen Rohstoffen noch enger zusammenzuarbeiten, und mit den Gästen sehr eingehend darüber gesprochen, wie sich eine Diversifizierung erreichen lasse.

Ambitionierter Zeithoriziont
Die Frist bis 2030 dürfte sich als ambitioniertes Ziel erweisen, da zahlreiche potenzielle Entwickler ihre Projekte angesichts von Finanzierungsengpässen, regulatorischen Hürden, gesellschaftlichem Widerstand und technischen Rückschlägen verzögern. Einem der Vertreter zufolge ist es unwahrscheinlich, dass die Länder ohne die Festlegung von Quoten zumindest für einige Branchen wie die Verteidigungsindustrie liefern werden.

China hatte im vergangenen Jahr umfassende Exportkontrollen für die meisten kritischen Mineralien und Seltenen Erden verhängt, die Fertigungslinien rund um den Globus zum Stillstand zu bringen drohten und den Beamten vor Augen führten, welchen Hebel sich Peking durch sein nahezu monopolartiges Angebot verschafft hat.

Ein Bericht der Internationalen Energieagentur aus dem Jahr 2025 kam zu dem Ergebnis, dass China bei der Mehrzahl der kritischen Mineralien rund 70 Prozent des Marktes für Raffinerieprozesse kontrolliert. Bei einzelnen Substanzen fällt die Dominanz noch höher aus: Dem Bericht zufolge entfallen auf China 85 Prozent des verarbeiteten Kobalts. (hw/bloomberg)

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