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Schlingernde Volksbank: Immobilienprojekte wurden zum Fallstrick

Die diese Woche in die Schlagzeilen geratene Volksbank Brawo sieht Wertberichtigungen vor allem bei ihren Immobilienprojekten. Der vorerst neu bestellte Vorstandssprecher soll nun für mehr Transparenz und einen Neubeginn sorgen.

© Halfpoint / stock.adobe.com

Eckpunkte:

  • Volksbank Brawo sieht Wertberichtigungen bei Immobilienprojekten
  • Institut will sicherheitshalber einen Antrag auf Deckungsmaßnahmen stellen
  • Verluste sollen, falls möglich, aus eigener Kraft gestemmt und verdaut werden

Die Wertberichtigungen, die die Volksbank Brawo am Dienstag bei der Freistellung ihres Vorstandschefs Jürgen Brinkmann in Aussicht gestellt hat, stammen zu einem großen Teil aus dem Immobiliengeschäft. Das erklärte die Bank am Mittwoch auf Anfrage von "Bloomberg News".

Dabei geht es sowohl um Immobilien-Projektentwicklungen von der Volksbank selbst als auch um Fälle, bei denen sie als Finanzierer für externe Projekte im Boot ist, hieß es laut Bloomberg News von der Volksbank Brawo.

Großes Exposure könnte sich nun rächen
Laut Angaben auf der Webseite ist das Immobiliengeschäft eine der tragenden Säulen der Bank. Über die Jahre hinweg habe es in diesem Bereich rund 4,7 Milliarden Euro an Investitionen gegeben. Neben der Durchführung eigener Projekte agiere die Volksbank Brawo auch als Dienstleister für Dritte in allen Bereichen der Immobilienwirtschaft.

Neben der Freistellung des Vorstandschefs hatte die Volksbank Brawo am Dienstag auch von Plänen berichtet, vorsorglich bei der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) einen Antrag auf Deckungsmaßnahmen zu stellen.

Hinter der Volksbank Brawo steckt eine komplexe Firmengruppe mit rund 400 Unternehmen, wie der Webseite zu entnehmen ist. Neben Immobilien ergänze beispielsweise auch die ökologisch wertvolle Energiegewinnung das klassische Bankgeschäft, heißt es dort.

Die Führung bei der Volksbank Brawo wird jetzt vorerst Lars Berkefeld als Vorstandssprecher übernehmen.

Hoffnung auf ausreichend eigene Finanzkraft
“Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir als Volksbank Brawo die aus Wertberichtigungen resultierenden Risiken aus eigener Kraft abbauen können“, hatte Berkefeld am Dienstag erklärt. “Als Vorstand haben wir uns in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat und der Sicherungseinrichtung des BVR aber dazu entschieden, entschlossen zu handeln.” Die bisherige Geschäftsstrategie der Brawo-Gruppe solle einer kritischen Prüfung unterzogen werden.

Über die gemeinsame Sicherungseinrichtung versprechen die Genobanken, sich in Krisen gegenseitig zu stützen. In Schieflage geratene Banken werden oft mit Nachbarinstituten fusioniert und problematische Kredite, Immobilien oder auch Beteiligungen wandern an die Bad Bank des Sektors.

In den vergangenen rund zwei Jahren musste mindestens eine Handvoll von Genobanken von der Sicherungseinrichtung gestützt werden, darunter die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden, die Volksbank Dortmund-Nordwest und die Raiffeisenbank im Hochtaunus. In vielen Fällen handelt es sich um relativ kleine Institute, die sich mit Immobilien verspekuliert hatten. (aa)

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