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Reorganisation: Allianz reagiert auf US-Hedgefonds-Skandal

Die Allianz hatte in den vergangen zwölf Monaten einiges zu tun. Die Aufarbeitung des Hedgefonds-Skandals in den USA war aufwendig und führte zu einer Reorganisation der Konzernstrukturen. In einem Interview berichtet Allianz-Chef Oliver Bäte auch von seinen persönlichen Fehlern beim Skandal.

Oliver Bäte, Allianz
Oliver Bäte, Allianz: "Ich kann nicht morgens aufstehen und hinter jedem Baum einen Betrüger vermuten."
© Allianz SE

Der Skandal um die Structured-Alpha-Hedgefonds von Allianz Global Investors (AGI) in den USA hat der Mutter Allianz in den vergangenen Monaten das Leben schwer gemacht – und Geld gekostet. Rund 4,5 Milliarden Euro nach Steuern musste Europas größter Versicherer für Strafzahlungen an die US-Börsenaufsicht SEC, das Justizministerium in Washington und an die geschädigten Anleger zahlen.

In einem Interview mit dem "Handelsblatt" äußert sich Allianz-Chef Oliver Bäte zu den Fehlern, die er persönlich in der Affäre gemacht hat, und welche organisatorischen Konsequenzen der Versicherer aus dem Skandal gezogen hat. Diese hat der Aufsichtsrat der Konzernholding Allianz SE auch bereits umgesetzt, wie aus einer Mitteilung hervorgeht, die kurz nach Veröffentlichung des Interviews verschickt wurde.

"Größte Niederlage als Manager"
Bäte erklärt gegenüber der Wirtschaftszeitung, dass der Skandal, der seine größte Niederlage als Manager in den vergangenen Jahren gewesen sei, im Kern ein kriminelles Vorgehen von drei Fondsmanagern war. Sie haben unter Umgehung der Kontrollsysteme Risiken der Structured-Alpha-Fonds falsch dargestellt. "Die drei Portfoliomanager haben ihre kriminellen Aktivitäten gut getarnt: Sie sind erst lange nach Eintritt der Verluste der Structured-Alpha-Fonds bekannt geworden", betont der Allianz-Chef. 

Ferner gibt Bäte aber zu, dass die internen Kontrollsysteme für diese Anlagestrategie auf Basis von Optionen nicht ausreichten – auch wenn Wirtschaftsprüfer vor rund drei Jahren attestiert hätten, dass alles Industriestandard sei. Auch auf seine Rolle geht er ein: Sein persönlicher Fehler sei gewesen, dass er zu lange darauf vertraut habe, dass Menschen erst mal alles richtig machen. "Andererseits kann ich auch nicht morgens aufstehen und hinter jedem Baum einen Betrüger vermuten. Natürlich haben ich und die Organisation die ganze Angelegenheit sehr ernst genommen und uns der Verantwortung gestellt."

Neue Organisationsstruktur
Zudem hat der Versicherer auch Konsequenzen gezogen: Die Organisationsstruktur sei vereinfacht und neu ausgerichtet worden. "In diesem Zuge bündeln wir unsere sogenannten Safeguarding-Funktionen – die Bereiche Risk, Recht und Compliance – neben unseren Finanzteams bei unserem Chief Financial Officer, Herrn Terzariol", so Bäte gegenüber dem "Handelsblatt".

Zu den anderen umfassenden Veränderungen im Zuge der Reorganisation gehören laut einer Pressemitteilung des Versicherers ferner eine Verschlankung des Holding-Vorstandes von elf auf neun Mitglieder: Sergio Balbinot, zuständig für den Bereich Asien-Pazifik, und Iván de la Sota, Vorstand unter anderem für Lateinamerika, verlassen zum Jahreswechsel die Allianz. Balbinots Mandat ende am Jahresende und werde nicht verlängert, de la Sotas Ressort werde aufgelöst. Zudem erhalten Andreas Wimmer, zuständig fürs Asset Management, und Klaus-Peter Röhler, der die Geschicke der Allianz in der DACH-Region und Zentraleuropa lenkt, mehr Kompetenzen. (jb)

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