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Pfandbriefbank: USA-Aus kommt teuer, kauft nun deutschen Asset Manager

Der Abschied vom USA-Immobilienmarkt dürfte am Ende des Tages die Deutsche Pfandbriefbank (PBB) hunderte Millionen Euro kosten. Zugleich treibt das Kreditinstitut die Diversifizierung seines Geschäftsmodells in Richtung Asset Management mit einem Zukauf voran.

© Bloomberg / Bloomberg News

Der Rückzug aus den USA belastet die Deutsche Pfandbriefbank einmalig mit 314 Millionen Euro und drückt somit das Vorsteuerergebnis im ersten Halbjahr auf ein Minus von 249 Millionen Euro, erklärte die Bank. Zum Vergleich: Ohne Sonderbelastung hätte sie einen Gewinn von 65 Millionen Euro ausgewiesen. Das ist einem Bloomberg-Bericht zu entnehmen.

Übernahme der Deutsche Investment Gruppe
Daneben kündigte die PBB die Übernahme der Deutsche Investment Gruppe an, einem Anbieter von Asset- und Investmentlösungen für institutionelle Anleger im Bereich der Wohn- und Gewerbeimmobilien in Deutschland.

Mit der Übernahme realisiert die Bank laut Presseaussendung eines der wichtigen Vorhaben ihrer Strategie 2027: Wachstum im Investmentmanagement. In Summe will die pbb bis 2027 Assets under Management von vier bis sechs Milliarden Euro aufbauen. Mit der Transaktion wird ein verwaltetes Vermögen in Höhe von rund drei Milliarden Euro erworben. Die generierten Provisionserträge zahlen maßgeblich auf das Ziel von zehn Prozent Ergebnisbeitrag 2027 ein.

Die Deutsche Investment arbeitet nachhaltig profitabel. Die pbb erwirbt 89,9 Prozent an der regulierten KVG sowie weitere Gesellschaften und Mehrheitsbeteiligungen der Deutsche Investment Gruppe. Der Kaufpreis bewegt sich einschließlich variabler Kaufpreiskomponenten im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Der Vollzug der Transaktion wird – vorbehaltlich üblicher Vollzugsbedingungen, wie insbesondere der notwendigen regulatorischen Genehmigungen – im ersten Quartal 2026 erwartet. Die Übernahme soll bereits ab dem Jahr 2026 einen positiven Effekt auf das Konzernergebnis der pbb haben.

Dabei helfen könnte auch der Start eines Immobilien-Debt-Fonds, deren Auflage die PBB ebenfalls plant. Vorstandschef Kay Wolf sagte in einer Telefonkonferenz, dass es gute Gespräche mit potenziellen Investoren gebe.

US-Geschäft war zuletzt ein hartes Pflaster
Die PBB war laut Bloomberg im vergangenen Jahr zu einem der prominentesten Beispiele für europäische Banken geworden, die wegen Sorgen zur Ausweitung der Probleme auf den US-Immobilienmärkten unter Druck gerieten. Sowohl Aktien als auch Anleihen brachen zeitweise stark ein.

Im Jahrzehnt zuvor hatte die Bank ihre Expansion in die USA vorangetrieben. Innerhalb von nur wenigen Jahren baute die PBB ein riesiges Portfolio an US-Gewerbeimmobilienkrediten auf - bevor steigende Zinsen zu einem Einbruch bei Nachfrage und Bewertungen führten.

Vor wenigen Wochen kündigte die PBB dann an, ihr US-Geschäft ganz einstellen zu wollen. Das dortige 4,1 Milliarden Euro schwere Portfolio solle “wertschonend abgebaut, verbrieft oder veräußert” werden, hieß es damals.

Die Aareal Bank, deren Kreditgeschäft sich ebenfalls um Immobilien dreht, hatte vor wenigen Tagen deutlich gemacht, dass sie sich - anders als die PBB - aus den USA nicht zurückziehen wird.

Die PBB will der Immobilienfinanzierung zwar treu bleiben, allerdings mit einer vollen Konzentration auf Europa. (aa)

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