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Personalabbau bislang zu niedrig: Banken nehmen Massenkündigungen vor

Seit 2008 sind von europäischen Großbanken relativ wenig Mitarbeiter abgebaut worden. Diese streichen nun 20.000 Stellen in neuer Abbau-Runde, um Kosten zu reduzieren. Die Gekündigten können sich bei jenen bedanken, die für überstrenge Regulierung und niedrige Zinsen verantwortlich sind.

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Der Albtraum eines jeden Professionals in der Finanzbranche.
 

Die europäischen Banken bereiten sich auf einen neuen Aderlass vor. Rund 20.000 Stellen stehen vor dem Aus. Strengere Vorschriften und negative Zinsen belasten die Gewinne der Finanzkonzerne. Darüber berichtet Bloomberg News.

Jeden Tag neue Hiobsbotschaften
Die niederländische ING Groep gab am Montag bekannt, sie werde über einen Zeitraum von fünf Jahren 5800 Arbeitsplätze abbauen, sich auf Internet- und mobiles Banking konzentrieren und die Systeme automatisieren. Bereits in der vergangenen Woche kündigte die Commerzbank die Streichung von 9600 Jobs an, während die spanische Banco Popular Espanol den Abbau von bis zu 3000 Stellen in Aussicht stellte.

"Die Banken haben mit hohen regulatorischen Kosten und wegen des Niedrigzinsumfelds mit Wettbewerb bei Margen und Preisen zu kämpfen", sagte Karim Bertoni, Fondsmanager bei Bellevue Asset Management in der Schweiz. "Sie versuchen, die Kosten zu senken - und Menschen sind einer der größten Teile davon."

Die Ankündigungen sind Vorboten einer neuen Runde von Stellenstreichungen bei europäischen Banken. Seit der globalen Finanzkrise und dem Staatsschuldendebakel der Region kämpfen sie damit, die Profitabilität zu verbessern. Angesichts negativer Zinsen, volatiler Märkte und strengerer Kapitalanforderungen sind einige der größten europäischen Banken gezwungen, die Sparanstrengungen zu verstärken.

Branche verliert an Personal und an Marktkapitalisierung
Der Wert von Finanzunternehmen ist im laufenden Jahr um 280 Milliarden US-Dollar gesunken. Sie stehen jetzt hinter rund elf Prozent des Stoxx Europe 600 Index. Das ist fast der niedrigste Wert aller Zeiten. Noch vor einem Jahrzehnt lag ihr Anteil bei 23 Prozent.

Der Bloomberg Europe Banks and Financial Services Index hat in diesem Jahr einen Rückgang von etwa 24 Prozent verzeichnen müssen. Allein bei der italienischen UniCredit beläuft sich das Minus auf über 60 Prozent.

"Man braucht Banken für die Kreditvergabe", sagte David Kelly, globaler Chefstratege bei JPMorgan Asset Management, am Montag in einem Interview mit Bloomberg Television. "Sie werden vor allem durch all diese Strafen und die ganzen Regulierung unter Druck gesetzt - und dadurch, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen so niedrig hält."

Die Deutsche Bank steht derweil vor einer Einigung mit dem Betriebsrat in dieser Woche, was die Voraussetzung für den Abbau von etwa tausend Stellen in Deutschland darstellt, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen gegenüber Bloomberg. Im Rahmen eines Umbaus, der im Oktober 2015 verkündet wurde, will Vorstandschef John Cryan 9000 Jobs, etwa neun Prozent aller Mitarbeiter weltweit, streichen - darunter 4000 Stellen in Deutschland.

Digitalisierung soll für Trendwende sorgen
ING erwartet Einsparungen von rund 900 Millionen Euro pro Jahr auf Grund des Stellenabbauprogramms. Gleichzeitig will das Unternehmen etwa 800 Millionen Euro in digitale Technologie stecken. Der größte niederländische Konkurrent, ABN Amro Group, hatte vergangenen Monat den Abbau von bis zu 1375 Arbeitsplätzen bis zum Jahr 2020 angekündigt.

Bei der Commerzbank, der zweitgrößten deutschen Bank, will Vorstandschef Martin Zielke etwa jeden fünften Job streichen, die Dividenden aussetzen und den Wertpapierhandel einschränken. Es ist der größte Umbau des Unternehmens seit dem Bailout während der Finanzkrise.

Relativ geringer Personalrückgang bei den Großbanken
Die Anzahl der Mitarbeiter bei 26 europäischen Banken ist seit Ende 2007 um mehr als 150.000 auf 2,1 Millionen gefallen. Das ist nur ein einstelliger Prozentbereich und zumindest "gefühlt" viel weniger, als wohl viele Marktbeobachter erwartet hätten. Dieser Rückgang geht zumindest laut "Bloomberg News" aus Daten von Bloomberg Intelligence vom Mai 2016 hervor.

Viele der Stellenstreichungen waren notwendig "wegen der übermäßig fragmentierten Natur der Banken in der Eurozone", erklärten die Analysten Jonathan Tyce und Arjun Bowry von Bloomberg Intelligence am Montag. (aa)

 

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