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Pensionskassen: Leistungsmodelle nehmen ab, Beitragsmodell dominiert

Die meisten Österreicher mit einer betrieblichen Pensionsvorsorge verfügen über einen beitragsorientierten Vertrag (DC), bei dem die Höhe der Einzahlung festgelegt wird. Leistungsorientierte Modelle (DB), wo im Unterschied dazu die Höhe der Pension vereinbart wird, kommen immer seltener vor.

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© tanu / stock.adobe.com

Wie neue Daten der Finanzmarktaufsicht (FMA) zeigen, sind in Österreich mehr als drei Viertel des Pensionskassenvermögens – nämlich 78 Prozent – auf beitragsorientierte Verträge zurückzuführen. Nicht einmal ein Fünftel (18 Prozent) bezieht sich auf eine leistungsorientierte Zusage. Die restlichen vier Prozent betreffen sogenannte Hybridzusagen.

Insbesondere junge Mitarbeiter kommen kaum in den Genuss einer fixen Pensionszusage, wie aus dem neuen FMA-Bericht zur Lage der Pensionskassen hervorgeht: "Leistungsorientierte Pensionsvorsorgen (Defined Benefit Schemes oder DB-Schemes) stehen oft neuen Mitarbeitern nicht zur Verfügung. Tendenziell werden neue Mitarbeiter in beitragsorientierte Pensionskassenzusagen (Defined Contribution Scheme oder DC-Schemes) einbezogen", schreiben die Experten der FMA in ihrem Bericht. Der Anteil leistungsorientierter Zusagen nehme dementsprechend ab.

Wenige Berechtigte haben eine fixe Pensionshöhe
Interessant ist auch, dass dieser leistungsberechtigte Vermögensanteil von 18 Prozent auf eine sehr kleine Gruppe entfällt: Insgesamt haben nur rund zwei Prozent der Anwärter und Leistungsberechtigten eine fixe vereinbarte betriebliche Pensionshöhe.

Ob fixe Pensionsbeträge oder fixe Beiträge vorherrschen, ist in den EU-Staaten übrigens sehr unterschiedlich geregelt. Anders als in Österreich dominieren zum Beispiel in den Niederlanden, in Luxemburg oder in Finnland fixe Pensionshöhen mit über 90 Prozent, in Belgien sind es 87 Prozent und in Portugal und Slowenien deutlich mehr als die Hälfte.

Wachstum bei Pensionskassenverträgen
Betriebliche Pensionskassenverträge sind in Österreich noch nicht besonders ausgeprägt. Die Durchdringung steigt aber. Mitte 2021 stieg die Zahl jener, die ein Pensionskonto bei einer österreichischen Pensionskasse haben, erstmals über die Marke von einer Million. Knapp ein Viertel (23 Prozent) aller unselbständig Erwerbstätigen in Österreich hat eine Anwartschaft auf diese Form der betrieblichen Altersvorsorge. Zusammen verwalteten die acht österreichischen Pensionskassen zur Jahresmitte ein Vermögen von rund 26 Milliarden Euro – knapp sieben Prozent des österreichischen Bruttoinlandsproduktes (BIP).

Das Alternativprodukt der Versicherungswirtschaft in der betrieblichen Altersvorsorge (BAV), die "Betriebliche Kollektivversicherung" (BKV), stagniert bei einem investierten Vermögen von in etwa 1,1 Milliarden Euro, wie aus dem Bericht zur Lage der österreichischen Pensionskassen hervorgeht. Die Kollektivversicherung – eine spezielle Gruppenversicherung in Form einer Lebensversicherung – wurde als im Jahr 2005 als weitere Möglichkeit der BAV und als Ergänzung zu den Pensionskassen eingeführt. Zehn Versicherer im Land bieten derzeit eine BKV an.

PKs mit Rendite von 4,8 Prozent
Zurück zu den Pensionskassen: diese erwirtschafteten im ersten Halbjahr 2021 Renditen in Höhe von 4,8 Prozent. Das entspricht laut den Angaben der durchschnittlichen jährlichen Performance seit Einführung der Pensionskassen in Österreich im Jahr 1990. Um der Niedrigzinssituation Herr zu werden, fahren sie den Anteil von Schuldverschreibungen, (insbesondere sichere aber ertragsschwache Staatsanleihen) zusehends zurück und erhöhen den Aktienanteil. Schuldverschreibungen machten zwar Mitte 2021 noch 34 Prozent des Gesamtvermögens aus (neun Milliarden Euro), sie wurden aber erstmals von Aktien mit einem Volumen von zehn Milliarden Euro (39 Prozent) als wichtigste Assetklasse überholt. 95 Prozent des verwalteten Vermögens werden über Fonds veranlagt; oft Spezial- oder Dachfonds. (eml)

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