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Mercer: Pensionskassen konnten 2018er-Performance-Scharte ausmerzen

Die überbetrieblichen Pensionskassen Österreichs konnten mit einem guten ersten Quartal die enttäuschende Performance des Vorjahres egalisieren. Aber auch die Vorsorgekassen meldeten grüne Vorzeichen und können damit wieder Verwaltungsgebühren verrechnen.

Michaela Plank, Expertin für betriebliche Altersvorsorge bei Mercer Österreich
Michaela Plank, Expertin für betriebliche Altersvorsorge bei Mercer Österreich
© Mercer IC

Für die Anspruchs- und Leistungsberechtigten der überbetrieblichen österreichischen Pensionskassen gibt es gute Nachrichten: Die Performance des ersten Quartals macht die Verluste des Jahres 2018 fast vergessen. Die Betonung liegt auf „fast“, wie ein Bericht von Mercer Österreich zeigt: Verzeichneten die überbetrieblichen Pensionskassen letztes Jahr noch im Durchschnitt ein Minus von 5,60 Prozent, erzielten diese in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres ein Plus von 5,27 Prozent. Zum Vergleich. Im ersten Quartal 2018 stand noch ein Minus von 1,22 Prozent zu Buche.

Mehrere Top-Performer
Die Mercer-Analyse zeigt darüber hinaus, dass die APK und die Allianz jeweils zwei erste Plätze belegen: die APK in den Kategorien „konservativ“ und „aktiv“, die ALLIANZ Pensionskasse in den Kategorien „ausgewogen“ und „dynamisch“. Die Bonus Pensionskasse führt das Ranking in der „defensiven“ Kategorie an:

Nur wer wagt, der auch gewinnt
„So schlecht das Jahr 2018 geendet hat, so gut entwickelten sich die Kapitalmärkte zu Beginn des Jahres 2019. Wichtig war dabei, dass man nach den Korrekturen und Absicherungen in den letzten Tagen des Jahres 2018 wieder voll investiert war“, betont Michaela Plank, Expertin für betriebliche Altersvorsorge bei Mercer Österreich. „Es kann aber nicht davon ausgegangen werden, dass die gute Entwicklung aus dem ersten Quartal für das gesamte Jahr 2019 fortgeführt werden kann. Erste Korrekturen im Markt sind schon Anfang Mai erfolgt, aber aus heutiger Sicht kann mit einer soliden Performance zum Jahresende gerechnet werden. Wir erwarten eine entsprechend positive Korrektur des langfristigen Ergebnisses der überbetrieblichen Pensionskassen.“

Dieses lag per Jahresende 2018 auf Fünf-Jahres-Sicht bei 2,63 Prozent im ausgewogenen Portfolio. Erstmals seit langer Zeit gibt es nur sehr geringe Unterschiede in den Erträgen der unterschiedlichen Pensionskassenanbieter. Die einzelnen Anlagetypen entwickelten sich analog zur definierten Risikokomponente, d. h. je höher der Aktienanteil im Portfolio, desto besser war die Performance im ersten Quartal 2019.

Vorsorgekassen holen auf
Auch die Vorsorgekassen können Mercer zufolge im ersten Quartal 2019 aufatmen: Die Durchschnittsperformance unter allen Anbietern, die Gelder der Abfertigung Neu verwalten, lag für den benannten Zeitraum bei 2,61 Prozent (1. Quartal 2018: -1,01 Prozent; 2018 gesamt: -1,97 Prozent).

Die APK konnte sich als Gewinner im ersten Quartal 2019 herauskristallisieren: Sie erwirtschaftete 4,17 Prozent, gefolgt – etwas abgeschlagen – von der VBV Vorsorgekasse mit 2,98 Prozent sowie an dritter Stelle von der Bonus Vorsorgekasse (VG1) mit 2,63 Prozent. „Der Unterschied zwischen den ersten beiden Plätzen spiegelt die Höhe der Aktienquote wider“, erläutert Plank.

Vermögensverwaltungskosten erschweren den Vergleich
Laut Gesetz dürfen in Österreich Vorsorgekassen in einem Jahr mit negativer Performance die Vermögensverwaltungskosten, die zwischen 0,7 und 0,4 Prozent liegen, nicht abziehen. Diese Vorschrift traf 2018 auf alle Vorsorgekassen zu.

Das müsse laut Plank beim Ergebnis für das erste Quartal 2019 – das nach Kosten ausgewiesen werden sollte – beachtet werden: „Bis dato haben noch nicht alle Vorsorgekassen die Vermögensverwaltungskosten aus dem Jahr 2018 in der Performance berücksichtigt. Auch die anteiligen Kosten 2019 sind noch nicht in allen Performanceziffern berücksichtigt. Es wäre wünschenswert, wenn es hier gesetzlich eine einheitliche Vorgehensweise geben würde. Ansonsten ist eine hundertprozentige Vergleichbarkeit nicht gegeben.“ (aa)

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