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Pensionsfonds lassen sich hohe Fondsgebühren nicht mehr gefallen

Bei den dänischen Pensionsfonds lautet die neue Losung: selber machen. Denn der Argwohn vor externen Vermögensverwaltern nimmt zu. Die Gründe sind mangelnde Outperformance und zu hohe Kosten.

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Damit am Ende des Tages noch ausreichend an Rendite in der eigenen Tasche bleibt, muss man als Investor die externen Kosten möglichst niedrig halten.
 
© BERLINSTOCK / stock.adobe.com

In einem der solidesten Pensionsmärkte weltweit, Dänemark, wächst der Argwohn vor externen Vermögensverwaltern. Über diese Entwicklung berichtet "Bloomberg", und nennt dafür Beispiele. Bei PFA, Dänemarks größtem kommerziellen Pensionsfonds mit einem verwalteten Kapital von rund 90 Milliarden US-Dollar, sei es laut Management angesichts des Renditeumfelds mittlerweile einfach zu teuer, Externe routinemäßig für die Verwaltung von Geldern zu bezahlen. Ähnlich äußert sich ATP, die rund 120 Milliarden Dollar betreut.

"Wir bezahlen Manager gerne, wenn sie Alpha liefern", sagt Bo Foged, der amtierende Chief Executive Officer von ATP in einem Bloomberg-Interview und bezog sich dabei auf über dem Marktdurchschnitt liegende Renditen. Aber die Renditen sehen "moderater" aus und daher "werden die Kosten immer wichtiger."

"Es wird ein immer größerer Anteil, und externe Manager sind relativ teuer. Daher muss man wirklich wählerisch sein", so Foged.

Nordea litt unter Nettoabflüssen
Einige der größten Vermögensverwalter in Skandinavien bekommen das veränderte Klima bereits zu spüren. Der Leiter der Vermögensverwaltung der Nordea Bank Abp, Snorre Storset, sagte letzte Woche, dass institutionelle Investoren in Schweden und Dänemark begonnen haben, mehr Gelder im eigenen Haus zu betreuen. Auch das war ein Grund dafür, warum Nordea kürzlich Nettoabflüsse verzeichnete, sagte er.

Die Entwicklung wird unter anderem dadurch vorangetrieben, dass Pensionsfonds jetzt besser einschätzen können, wofür sie eigentlich bezahlen, nachdem Europa die Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente überarbeitet hatte, um mehr Transparenz zu schaffen.

Laut PFA-CEO Allan Polack sei die Suche nach Kosteneinsparungenpotential der Schlüssel zu seiner Anlagestrategie. Er meidet externe Manager und setzt stattdessen auf die eigenen Mitarbeiter, um direkte Investments zu erhöhen, die nun etwa 23 Prozent des Portfolios ausmachen. Ziel ist es, diesen Anteil auf 30 Prozent hoch zu schrauben.

Ein interner Ansatz senkt einfach "die Anlagekosten", sagte Polack. Ein weiterer Vorteil sei, dass "wir die Erträge nicht mit so vielen anderen Investoren teilen müssen", sagte er.

Sowohl ATP als auch PFA hatten im vergangenen Jahr Geld verloren, als die Märkte in den letzten Monaten des Jahres 2018 absackten, was den Blick auf die Kosten umso dringlicher gemacht hat.

Private Equity wird noch ausgelagert
So ganz haben die beiden Fonds externen Managern allerdings noch nicht den Rücken gekehrt. Private-Equity-Gesellschaften etwa sind bei PFA ein Bereich, in dem es sich Polack zufolge nach wie vor lohnt, sich nicht nur auf die eigenen Mitarbeiter zu verlassen, sondern externe Hilfe in Anspruch zu nehmen - insbesondere in Bereichen, wo dem Fonds die nötige Expertise fehlt.

Externe in diesem Bereich bieten "fantastische Fondsstrukturen", so Polack. "Sie sind einfach sehr teuer. Das ist ein Problem, weil wir mit unseren Kunden preislich im Wettbewerb stehen. Daher sind unsere Anlagekosten das Herzstück der Kostenstruktur, die wir haben."

Bei ATP will Foged weiterhin Private-Equity-Gesellschaften nutzen, obwohl sie im vergangenen Jahr zu den steigenden Gesamtkosten beigetragen hätten. Immerhin hat er ein genaues Auge auf ihre Gebühren, so Foged. (aa)

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