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Ökoworld hofft auf Trendwende, kämpft mit verändertem Anlegerverhalten

Die ESG-Investmentboutique behauptet sich in einem schwierigen Umfeld und bleibt trotz rückläufigem Ergebnis in den schwarzen Zahlen. Auch Dividende wird es für die Aktionäre geben. Laut CEO Dr. Oliver Pfeil wird 2026 das Jahr der Innovationen, mit denen man die Trendwende einleitet.

Dr. Oliver Pfeil, Vorstandsvorsitzender der Ökoworld 
Dr. Oliver Pfeil, Vorstandsvorsitzender der Ökoworld © Ökoworld AG

Eckpunkte:

  • Rückgängen bei den Assets under Management der Ökoworld-Fonds
  • Trend zu passiven Investments ungebrochen
  • Stimmungsmäßiger Rückenwind beim ESG-Thema ging verloren
  • Nun soll das Steuer herumgerissen werden

Die Ökoworld-Gruppe blieb auch 2025 trotz rückläufiger Umsätze profitabel und erwirtschaftete einen Konzernjahresüberschuss in Höhe von 18,2 Millionen Euro (Vj. 26,8 Millionen Euro). Der Umsatz sank erwartungsgemäß auf 51,3 Millionen Euro (Vj. 62,2 Millionen Euro). Die freien liquiden Mittel betragen 123,7 Millionen Euro. Diese sollen weiter genutzt werden, um eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens sicherzustellen, die Attraktivität der Aktie zu erhalten, die Aktionäre am Unternehmenserfolg zu beteiligen und um in Innovationen zu investieren. Darüber informiert der Pionier der nachhaltigen Geldanlage per Aussendung.

Der Rückgang kommt nicht überraschend...
Bereits im Mai 2025 hatte der Konzern bekanntgegeben, dass er mit weniger Umsatz und Gewinn für das Geschäftsjahr 2025 rechnet. Ursache waren sinkende Provisionserträge aufgrund von Rückgängen bei den Assets under Management der Ökoworld-Fonds. Diese bewegen sich derzeit in einem schwierigen Marktumfeld, das vom Trend zu passiven Investments und von einer gegen das ESG-Segment gerichteten Stimmung geprägt ist.

Ruder soll herumgerissen werden
Dr. Oliver Pfeil, Vorstandsvorsitzender von Ökoworld, sagt: „Angesichts der schwierigen Ausgangslage sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Ökoworld ist weiterhin sehr profitabel, finanziell stabil und in der Lage, hohe freie liquide Mittel in seine Zukunft zu investieren. Mit der ‚Unternehmensstrategie 2030‘ haben wir im vergangenen Jahr den Grundstein gelegt, um mittelfristig wieder auf den Erfolgspfad zurückzukehren und die einzigartige Geschichte unseres Unternehmens fortzuschreiben.“

Schuldenfreiheit hilfreich beim Umbau
Andrea Machost, Finanzvorstand von Ökoworld, ergänzt: „Wir verfügen unverändert über eine starke Eigenkapitalbasis, substanzielle liquide Mittel und bleiben schuldenfrei. Damit sind wir bestens ausgestattet, um die Herausforderungen beherzt anzugehen und die Zukunft unseres Unternehmens aktiv zu gestalten.“

Assets under Management deutlich gesunken
Die Assets under Management sanken im abgelaufenen Geschäftsjahr von 2,97 Milliarden Euro auf 2,35 Milliarden Euro. Korrespondierend dazu sanken die Verwaltungsgebühren als wesentliche Umsatzkomponente auf 49,7 Millionen Euro (Vj. 60,5 Millionen Euro). Die übrigen Umsatzpositionen, also Abschlussprovisionen für Lebensversicherungen und Fonds, Bestandsprovisionen auf Versicherungsprodukte sowie Erlöse aus der Vermögensverwaltung, lagen in Summe bei 1,6 Millionen Euro (Vj. 1,8 Millionen Euro). Der Erlösrückgang konnte durch Einsparungen bei den Kosten teilweise ausgeglichen werden. So sank der Personalaufwand leicht von 9,4 Millionne Euro auf 8,9 Millionen Euro. Der Materialaufwand sank auf 11,2 Millionen Euro (Vj. von 14,2 Millionen Euro). Der sonstige betriebliche Aufwand lag mit 9,0 Millionen Euro über dem Vorjahreswert von 7,3 Millionen Euro. Bei kaum veränderten Abschreibungen von 0,4 Millionen Euro ergab sich ein operatives Ergebnis (EBIT) von 22,3 Millionen Euro. (Vj. 31,1 Millionen Euro). Die EBIT-Marge 2025 betrug 44,2 Prozent.

Aktienrückkaufprogramm wird fortgesetzt, auch Dividende gibt es wieder
Die Ausgangslage ermöglicht es Ökoworld, ihre Aktionäre am Unternehmenserfolg erneut partizipieren zu lassen. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung gemäß der 2024 beschlossenen Dividendenpolitik eine Dividende in Höhe von 1,96 Euro je Stammaktie und 1,97 Euro je Vorzugsaktie vor. Im Jahr zuvor waren laut Bloomberg bei den Vorzügen 2,41 Euro je Aktie gewesen. Zusätzlich setzt die Gesellschaft ihr im Juli 2025 gestartetes Aktienrückkaufprogramm fort.

Talfahrt soll sich in 2026 fortsetzen
Aufgrund eines sich weiter verändernden Verhaltens der Anleger, des ungebrochenen Trends zu passiven Anlageformen, zunehmender Handelskonflikte und wegen des volatilen politischen Umfelds rechnet Ökoworld auch für das Geschäftsjahr 2026 mit einem deutlichen Rückgang von Umsatz und Ergebnis. Um Ökoworld zurück auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zu führen, hat die Gesellschaft Gegenmaßnahmen bereits eingeleitet.

Gegenmaßnahmen
- Investment und Performance: Schärfung des Portfoliomanagements und Einsatz innovativer Technologien im Investmentprozess.
- Produkt und Vertrieb: Bestehende Fonds erhalten neue, attraktive Anlagestrategien.
- Einführung eines aktiven ETFs. Stärkung des Vertriebs.
- Zukunftsausrichtung: Verjüngung des Kundenstamms durch modernere Ansprache.

Unternehmenszukunft wird moderner, schlanker, virtueller
CEO Dr. Pfeil erklärt: „2026 setzen wir unsere neue Strategie um. Es wird das Jahr der Innovationen, mit denen wir die Trendwende einleiten. Die neue Ökoworld wird moderner, schlanker und virtueller. Dazu gehören KI-gestützte Prozesse im Risikomanagement und der Portfoliosteuerung sowie neue Produkte, mit denen wir junge Zielgruppen für die nachhaltige Gelanlage begeistern möchten. Wir sind zuversichtlich, dass das gelingt. Allerdings benötigen solche Maßnahmen Zeit, um zu wirken.“ (kb)

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