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Norwegischer Asset Manager drängt nach Deutschland

Pareto Asset Management ist hierzulande wohl nur den wenigsten Marktteilnehmern ein Begriff. Doch das könnte sich ändern. Denn die Investmentboutique aus Oslo will deutschen Investoren skandinavische Hochzinsanleihen schmackhaft machen – mit durchaus guten Argumenten.

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Lasse Ruud, Pareto AM: "Einen ähnlichen Renditeaufschlag finden Investoren typischerweise nur in den Schwellenländern – verbunden mit den entsprechenden Risiken."

Pareto Asset Management aus Oslo will seine internationale Expansion vorantreiben – und denkt darüber nach, ein Vertriebsbüro in Deutschland zu eröffnen. Das erklärte Lasse Ruud, Vorstandschef des norwegischen Asset Managers, im Gespräch mit unserem Haus. "Wir haben bereits einige Kunden aus Deutschland, die wir bislang aus Norwegen heraus bedienen. Ein eigenes Büro vor Ort wird dabei helfen, das Geschäft in diesem Markt zu intensivieren."

Die Investmentboutique mit 55 Mitarbeitern verwaltet derzeit rund 4,6 Milliarden Euro. Etwa 20 Prozent davon stammen von ausländischen Investoren aus einem halben Dutzend Ländern, berichtet Ruud. Außerhalb Norwegens ist Pareto AM bislang nur in Schweden mit einem eigenen Büro vertreten.

Hochzinspapiere aus dem hohen Norden
Pareto AM managt unter anderem Fonds mit norwegischen und skandinavischen Aktien. Interessant für ausländische Investoren dürften jedoch vor allem die beiden Rentenfonds Pareto Global Corporate Bond (ISIN LU1327537681) und Pareto Nordic Corporate Bond (LU0922130215) sein. Der erstgenannte Fonds investiert einen Teil, der zweitgenannte sein gesamtes Vermögen in Hochzinsanleihen aus Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland und Island. "Dieser Fonds kann eine attraktive Diversifikation für Anleiheninvestoren darstellen", ist Ruud überzeugt. "Die nordische Region ist politisch stabil, die Wirtschaft wächst und die Grundsätze guter Unternehmensführung werden eingehalten. Dennoch bieten Hochzinsanleihen aus dieser Region einen deutlichen Renditeaufschlag."

Das sei vor allem der geringeren Liquidität geschuldet, erläutert Ruud. "Internationale Anleger investieren meist in Fonds auf US-, europäische oder globale High-Yield-Anleihen. Papiere aus den nordischen Ländern kommen in solchen Portfolios meist überhaupt nicht vor", sagt er. Dazu komme, dass viele Emittenten aus Kostengründen kein Rating beauftragt hätten, weshalb Pareto AM ein hauseigenes System zur Bonitätsbewertung aufgebaut habe. "Wichtig ist auch, dass die Preise für Unternehmensanleihen aus den nordischen Ländern nicht im gleichen Maße durch das Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank verzerrt werden wie die auf dem europäischen Markt."

"Renditeaufschlag wie in den Schwellenländern"
Die Rendite der Titel im Portfolio des Pareto Nordic Corporate Bond Fund liege im Schnitt bei sechs Prozent. "Das ist im europäischen Vergleich sehr hoch", betont Ruud. Die meisten Papiere würden regelmäßige Anpassungen an das aktuelle Zinsniveau vorsehen. "Die vergleichsweise hohe Rendite wird also nicht mit einem hohen Zinsänderungsrisiko erkauft", so Ruud. Die Restlaufzeit der meisten Anleihen liege bei etwa vier Jahren, die Zinsbindung aber nur bei rund anderthalb Jahren.

"Einen ähnlichen Renditeaufschlag finden Investoren typischerweise nur in den Schwellenländern – verbunden mit den entsprechenden Risiken", so Ruud. "Das ist unser bestes Argument für Investoren." Pareto AM sei in Norwegen ein mittelgroßer Anbieter, im europäischen Vergleich sei das Haus eher eine kleine Boutique. "Dennoch können wir ein Produkt für eine relevante Nische anbieten. Ein Wachstum in diesem Bereich würde für uns ein substanzielles Geschäft bedeuten."

Der Luxemburger Fonds, der von SEB Asset Management verwaltet wird, ist auch in einer in Euro abgesicherten Anteilsklasse erhältlich. Der Schutz vor Währungsschwankungen koste rund anderthalb Prozent Rendite, so Ruud. "Einige Investoren aus der Eurozone setzen bewusst auf die ungesicherte Anteilsklasse, weil die norwegische Krone derzeit recht schwach ist und sich die Anleger die Chance auf Währungsgewinne erhalten möchten."

Die Mitarbeiter sind am Unternehmen beteiligt
Der 1995 gegründete Asset Manager gehört mehrheitlich der Pareto Group, die weltweit fast 650 Mitarbeiter in elf Ländern beschäftigt. Wichtigstes Geschäftsfeld des Konzerns ist der Wertpapierhandel, doch die Gruppe ist auch in der Schiffs- und Immobilienfinanzierung aktiv und bietet Anlageberatung und weitere Bankdienstleistungen an.

16,8 Prozent der Anteile an Pareto AM gehören den Angestellten. "Unsere Fixgehälter sind vergleichsweise niedrig, dafür haben die Mitarbeiter am Gewinn des Unternehmens teil", erläutert Ruud. "Nach einem schlechten Jahr bekommen wir vielleicht eine niedrigere Gesamtvergütung, müssen aber keine Mitarbeiter entlassen – das ist der große Vorteil unseres Ansatzes." (bm)

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