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Norwegens Staatsfonds fordert mehr Vielfalt

Norwegens Staatsfonds verlangt in Zukunft von Unternehmen, in die er investiert, dass sie auf explizite Ziele für die Geschlechtervielfalt hinarbeiten.

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© XtravaganT / stock.adobe.com

Der größte Staatsfonds der Welt, der von seinem Hauptsitz in Oslo aus etwa 1,3 Billionen Dollar (1,2 Billionen Euro) verwaltet, erklärte in einem am Montag veröffentlichten Positionspapier, dass Aufsichtsräte mit einem Frauenanteil von weniger als 30 Prozent die Festlegung von Zielen für die Geschlechtervielfalt in Betracht ziehen sollten. Damit solle die “anhaltende Unterrepräsentation” von Frauen in den Aufsichtsgremien von Unternehmen beendet werden. Darüber informiert Bloomberg.

Nicolai Tangen, der Leiter des Staatsfonds, hat deutlich gemacht, dass er seine Position an der Spitze des Großinvestors nutzen will, um Unternehmen in einer Reihe von Schlüsselbereichen zu verantwortungsvollerem Handeln anzuhalten. Dazu zählt ihr Einfluss auf die Umwelt und ihre Rolle in der Gesellschaft.

Der Fonds, der in den 1990er Jahren gegründet wurde, um Norwegens Öl- und Gaseinnahmen im Ausland zu investieren, besitzt etwa 1,5 Prozent der weltweiten Aktien, verteilt auf etwa 9.000 Unternehmen.

Zu wenig effektiv?
Ein geringer Frauenanteil “kann darauf hindeuten, dass ein Aufsichtsrat zu einseitig einstellt und keine klare Vorstellung von der gesamten Bandbreite an Hintergründen und Kompetenzen hat, die für eine effektive Arbeit erforderlich sind”, stellte der Fonds fest. Künftig würden Fortschrittsberichte von den Unternehmen verlangt.

Die G20/OECD-Prinzipien für Corporate Governance verwiesen ausdrücklich auf die Verbesserung der Geschlechtervielfalt in den Aufsichtsräten als relevante Maßnahme, so der Fonds. Im Durchschnitt seien in den G7-Ländern 26 Prozent der Aufsichtsratsmitglieder weiblich, während in Europa die gesetzlichen Anforderungen zwischen 30-40 Prozent variierten.

“Diversität hat zwar viele verschiedene Dimensionen, doch wir sind besonders besorgt über die anhaltende Unterrepräsentation von Frauen in den Aufsichtsräten”, teilte der Fonds mit. “Basierend auf unserer Erfahrung aus Märkten mit verpflichtenden Quoten für Aufsichtsräte glauben wir nicht, dass die Geschlechtervielfalt andere Qualifikationen verdrängt.”

Ein Zusammenhang zwischen Diversität und Unternehmensleistung sei “durch strenge akademische Forschung” zwar bislang nicht nachgewiesen worden, sagte der Fonds. Dennoch sei Vielfalt im Aufsichtsrat ein “Beitrag zur Gesamteffektivität des Aufsichtsrats und ein Hinweis auf einen funktionierenden Nominierungsprozess”, was letztendlich die Entscheidungsfindung im Rat verbessern werde.

Der Fonds sagte, die Anforderung der Geschlechtervielfalt gelte auch für Männer. (aa)

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