NordLB folgt dem Branchentrend und kauft die eigene Zentrale
Die Norddeutsche Landesbank (NordLB) nutzt eine im Mietvertrag enthaltene Kaufoption zum Erwerb ihres Firmensitzes in Hannover.

Die NordLB hat ihre Zentrale in Hannover gekauft und folgt damit einem Branchentrend. Die meisten Spitzeninstitute aus dem Sparkassen- und dem Genossenschaftssektor sind längst Eigentümer ihrer Hauptgebäude, statt diese zu mieten. Das berichtet Bloomberg News.
“Wir sehen seit etwa fünf Jahren einen weltweiten Trend dahin, globale und teilweise auch regionale Headquarter von Banken aus der Miete ins Eigentum zu überführen”, sagte Martina Williams, Head of Work Dynamics Northern Europe beim Immobiliendienstleister JLL, gegenüber Bloomberg News. “Kostenkontrolle, Umsetzung von Corporate Identity und Branding sowie maximale Kontrolle bei der energetischen Sanierung zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele sind die wesentlichen Gründe.”
Option gezogen
Die NordLB hatte ihre Zentrale in Hannover in den vergangenen Jahren gemietet. Nach Ablauf des Leasingvertrags gab es eine Kaufoption, von der die Bank dann Gebrauch machte.
“In der Abwägung aller Effekte - finanziell, steuerlich, bilanziell - war dieses Vorgehen für die Bank vorteilhafter”, erklärte ein NordLB-Sprecher, der damit einen Bericht des Portals "Finanz-Szene" bestätigte.
In guter Gesellschaft
Die NordLB reiht sich damit in die anderen Landesbanken ein. Auch die Helaba in Frankfurt und die BayernLB in München besitzen ihre Zentralen. Der LBBW gehört nach eigenen Angaben ihr Hauptgebäude am Stuttgarter Hauptbahnhof “deutlich mehrheitlich”.
“Eine gute und gesunde Bank braucht ihre eigene Immobilie”, hatte der für Immobilien zuständige LBBW-Vorstand Thorsten Schönenberger vor kurzem in einem Interview mit Bloomberg erklärt. Die LBBW steckt gerade inmitten einer millionenschweren Generalsanierung ihres Hauptgebäudes, die in etwa zwei Jahren abgeschlossen werden soll.
Auch die genossenschaftliche DZ Bank, die in Frankfurt mehrere Gebäude belegt, besitzt diese nach eigenen Angaben.
Miete statt Eigentum bringt auch Vorteile
Einen etwas anderen Weg geht die DekaBank, das Fondshaus der Sparkassen. Sie hat vor kurzem Büros im neu gebauten Four-Hochhaus-Komplex im Frankfurter Bankenviertel als Mieter bezogen.
“Unsere Entscheidung für langfristige Mietverträge bietet uns Flexibilität, sollte beispielsweise Bedarf hinsichtlich der Größe der Büroflächen bestehen”, sagte eine Sprecherin der DekaBank. “Zudem machen es die für Banken geltenden aufsichtsrechtlichen Kapitalunterlegungspflichten sehr unattraktiv, Grundbesitz in eine Bankbilanz zu nehmen.” (aa)
Landesbanken und ihre Zentralen


