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Neuer NordLB-CEO setzt nach Schrumpfungskurs nun stärker auf Expansion

NordLB-Chef Jörg Frischholz will wieder ein größeres Rad am Kreditmarkt drehen, nachdem das Haus seine Hausaufgaben in Sachen Restrukturierung gemacht hat.

Jörg Frischholz
Jörg Frischholz, NordLB
© HVB / Stefan Obermeier

Der neue NordLB-Chef Jörg Frischholz will das Kreditvolumen der Bank nach ihrer Milliardenstützung und anschließenden Restrukturierung wieder ausbauen. Das Institut habe die Krise hinter sich gelassen, erklärte er in einem Interview mit Bloomberg. Wachstumschancen sieht er vor allem bei Immobilienkrediten, Firmenkundengeschäft und strukturierten Finanzierungen.

“In den vergangenen Jahren haben wir uns wegen der Restrukturierung bei manchen Geschäften zurückgehalten. Jetzt haben wir wieder Spielräume für Neugeschäft”, sagte Frischholz, der seit Januar die NordLB leitet und zuvor Vorstand der HypoVereinsbank war. „Die NordLB wird im Markt wieder stärker spürbar werden. Das Kreditvolumen wird wachsen.”

Zur Erinnerung: Die NordLB war 2019 wegen hoher Schiffskreditrisiken mit einem 3,6 Milliarden Euro schwerem Paket gestützt worden. Zuvor hatte die Europäische Kommission grünes Licht für eine Kapitalzufuhr gegeben. Im Gegenzug versprach die Bank, kleiner und regionaler zu werden. Die Bilanzsumme lag damals bei rund 145 Milliarden Euro, zu Ende September 2021 waren es noch 117 Milliarden Euro. Im Herbst kehrte die Bank in die Gewinnzone zurück.

Zwei Achsen
Frischholz zufolge gliedert sich die Transformation der Landesbank in zwei Achsen. Die erste besteht darin, Risiken und Kosten zu senken. “Hier sind wir schon sehr weit vorangekommen”, sagte Frischholz. Unter anderem hat die NordLB die Mitarbeiterzahl seit 2019 um rund 1500 reduziert. “Ab jetzt können wir uns auf die zweite Achse konzentrieren – Ertragswachstum.”

Wachsen will Frischholz anderem mit strukturierten Finanzierungen und Projekt-Finanzierungen, etwa im Bereich der erneuerbaren Energien oder der digitalen Infrastruktur. Hinzu kommt das Firmenkundengeschäft, wo er wegen Trends wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung großen Finanzierungsbedarf sieht.

„Konzentrieren werden wir uns auch auf gewerbliche Immobilienkredite. Der Markt ist groß genug für alle”, sagte Frischholz. Auch andere Institute aus dem Sparkassen-Sektor, zu dem die NordLB gehört, sehen hier Chancen. Zuletzt hatte es etwa ein Wettrennen um den Kauf des Immobilienfinanzierers Berlin Hyp gegeben. Den Zuschlag bekam die LBBW, DekaBank und Helaba waren ebenfalls interessiert gewesen. 

Die NordLB ist mit der Deutschen Hypo bei Immobilienfinanzierungen aktiv. Zwar wurde die Tochter in die Mutter integriert, doch auch künftig soll sie laut Frischholz eigenständig am Markt auftreten.

Eigenkapitalrendite sieben Prozent
Unabhängig von den Wachstumsbestrebungen bleiben die Ziele, die zu Beginn der Restrukturierung gesetzt wurden, bestehen, sagte Frischholz. Dazu zählen eine Eigenkapitalrendite von sieben Prozent und eine Kosten-Ertragsquote von 50 Prozent. für die NordLB bis zum Jahr 2024. “Ich bin optimistisch, dass wir unsere Ziele erreichen werden”, erklärte Frischholz.

Auf die Frage, welche Rolle die NordLB bei der möglichen Schaffung eines Sparkassen-Zentralinstituts spielen könnte, wollte er sich nicht äußern. Das sei eine Entscheidung der Bank-Eigentümer. “Unser Ziel ist es, eine starke und leistungsfähige Bank zu schaffen. Das ist die beste Ausgangsvoraussetzung für das, was auch immer in der Zukunft kommen mag”, sagte Frischholz. Eigentümer der NordLB sind unter anderem Sparkassen und Niedersachsen, wie nachfolgende Grafik zeigt:

Frischholz sagte, im Vergleich zur Arbeit bei privaten Banken habe er bei der NordLB keinen Unterschied festgestellt. Es werde hier ebenfalls professionelles Bankgeschäft betrieben, “auch wenn die Eigentümerstruktur vielleicht eine andere ist als bei einer börsennotierten Privatbank”. (aa)

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