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Nachgefragt (5): So gehen Asset Manager mit der Corona-Krise um

Wie Investmentgesellschaften ihre Vertriebsbetreuung und ihr Marketing an die Corona-Krise anpassen und mit welchen innovativen Konzepten es ihnen gelingt, Investoren in diesem herausfordernden Umfeld bestmöglich zu unterstützen, hat INSTITUTIONAL Money in Erfahrung gebracht.

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M & G   I N V E S T M E N T S

Sehen Sie infolge der Corona-Krise einen erhöhten Informationsbedarf von Seiten Ihrer institutionellen Kunden, falls ja, wie lauten die häufigsten Anfragen?

Ja, regelmäßige Updates zum Markt, aber auch zu den einzelnen Portfolios sind für unsere Kunden in dieser Phase sehr wichtig.
 
Haben Sie für 2020 einen oder mehrere Vertriebsschwerpunkte festgelegt, falls ja, welche sind das?
Wir konzentrieren uns weiter auf unsere Private-Assets-Strategien und hier im Besonderen auf drei Themen: Immobilien, Infrastructure Equity und Private Debt.
 
Hat sich Ihre Vertriebs- und Marketingplanung für 2020 infolge der Corona-Krise geändert, falls ja, in welcher Form?
Nur bedingt. Die Jagd nach Rendite und der Anlagedruck auf Seiten institutioneller Anleger werden wohl bleiben. Insbesondere die Maßnahmen der Zentralbanken im Zuge der Coronakrise lassen auf ein anhaltendes Niedrigzinsumfeld für längere Zeit schließen. Schon dadurch bleibt die Bedeutung der Private-Market-Seite hoch oder wird sogar noch zunehmen. Wir stellen insofern unsere Vertriebs- und Marketingplanung nicht grundsätzlich um. Wir sehen aber in bestimmten Bereichen innerhalb der Private-Assets-Strategien aktuell sogar eine größere Nachfrage und passen unsere Aktivitäten entsprechend an.
 
Welche Produkte bzw. Strategien empfehlen Sie für das aktuelle Marktumfeld?
Wir sehen zum Beispiel ein verstärktes Interesse nach eher speziellen Anlageklassen wie Distressed Debt. Die derzeitigen Marktverwerfungen bieten institutionellen Anlegern in diesem Bereich Anlageopportunitäten, die so vor der Krise nicht gegeben waren. Neben Distressed Debt werden auch European Mortgages und Infrastructure Equity nachgefragt. Diese drei Anlageklassen haben sich in der Krise als interessante Investmentthemen herauskristallisiert. Ich gehe aber davon aus, dass bestimmte Assetklassen, die auch schon vor der Coronakrise für institutionelle Anleger attraktiv waren, auch danach weiter an Bedeutung gewinnen werden, wie Investments in Infrastrukturanlagen. Am Rentenmarkt sind Unternehmensanleihen mit Investmentgrade-Rating interessant, nachdem die Spreads inzwischen wieder attraktiver geworden sind. Anleger fragen speziell unsere institutionelle europäische Unternehmensanleihestrategie nach.
 
Wie kommen Sie im Marketing bzw. der Kundenbetreuung mit Heimarbeit zurecht?
M&G hat bereits vor einem Jahr an den meisten Standorten flexibles Arbeiten eingeführt, so dass die Mitarbeiter einschließlich der Fondsmanager und der Händler über die notwendige technische Ausrüstung verfügen, um von zu Hause aus zu arbeiten und in den meisten Fällen schon daran gewöhnt sind. Aktuell arbeitet die überwiegende Mehrheit der Kollegen wie gewohnt, aber eben von zu Hause aus. Die technische Infrastruktur ist sehr gut, und die interne Kommunikation klappt reibungslos über Dienste wie Skype for Business.
 
Werden Sie Ihre Online-Betreuungskapazitäten (Video-Konferenzen, Webinare etc.) weiter ausbauen?
Wir haben bereits vor einigen Wochen begonnen unser Angebot an Webinaren, Videokonferenzen und klassischen Telefonkonferenzen für unsere Partner auszubauen. Selbst Streaming-Dienste für Veranstaltungen und Events könnten eine Möglichkeit für die Zukunft sein. Es gibt viele technische Möglichkeiten, um unsere Kunden in dieser für alle herausfordernde Zeit auch weiterhin bestmöglich zu informieren.

Beim morgendlichen Kaffee die Agenden des Tages mit Kollegen durchgehen und anschließend rasch weiter zum ersten Außer-Haus-Termin. Danach steht ein Meeting im Restaurant auf dem Plan, und am Nachmittag folgt noch ein wichtiges Strategiegespräch mit dem Chef: Was bis Mitte März 2020 selbstverständlich war, ist mittlerweile nur noch eine Erinnerung. Praktisch alle Seminare, Konferenzen und sonstigen Vertriebsevents sind abgesagt, unzählige Angestellte arbeiten vom Homeoffice aus, und Kundentermine finden – wenn überhaupt – nur noch online statt. Die Corona-Pandemie stellt die traditionelle Investorenbetreuung auf die Probe.

INSTITUTIONAL Money hat dutzende Anbieter gefragt, wie sie ihre Vertriebs- und Marketingaktivitäten an die neue Situation angepasst haben. In einer mehrteiligen Reihe stellt die Redaktion die Konzepte der Investmentgesellschaften en détail vor. Den neuesten Teil der Serie finden Sie in der Klickstrecke oben! (cf)

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