Mythos-KI: Sewing sieht Banken gut gewappnet
Der Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, sieht Banken gut gerüstet gegen Cyberangriffe und hält trotz der extrem leistungsstarken KI "Mythos" wenig davon, zu große Ängste vor Cyber-Attacken zu haben.

Eckpunkte:
- Das neueste KI-Programm "Mythos" soll fähig sein, raschest Sicherheitslücken in den IT-Systemen der Finanzbranche zu finden
- Der Chef der Deutschen Bank sieht seine Branche jedoch gut gewappnet gegen Cyberangriffe
- Von Panik hält er wenig, aber von gutem Risikomanagement
Deutsche-Bank-CEO Christian Sewing sieht die Banken in Deutschland gut gewappnet gegen steigende Cyberrisiken – auch angesichts globaler Ängste, die durch ein neues KI-Modell von Anthropic ausgelöst wurden. Darüber berichtet Bloomberg News.
“Es ist mit Sicherheit nicht irgendwas, was auf unserer Seite jetzt zu Panik oder zu irgendwelchen Alarmglocken führt”, sagte Sewing am Montag in seiner Funktion als Leiter des Bundesverbands deutscher Banken. “Aber es ist sicherlich etwas, was wir in unserem täglichen Risikomanagement beachten müssen.”
Der Verband hat eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die Informationen und Leitlinien bereitstellen soll, insbesondere für kleinere Banken. Dort werden mögliche Verteidigungsszenarien erörtert, sagte Sewing gegenüber Journalisten.
Neues KI-Programm "Mythos" ist extrem leistungsstark
Aufsichtsbehörden, Zentralbanker und Unternehmenslenker bemühen sich, mehr Einblick in das Modell Mythos zu gewinnen. Es ist bislang nicht breit verfügbar, soll jedoch das Potenzial haben, digitale Schwachstellen auszunutzen. Europäische Banken hätten in den vergangenen Jahren “enorm viel Arbeit” geleistet, um ihre Cyberabwehr zu verbessern, so Sewing. Sie stünden im Austausch mit den Aufsichtsbehörden.
Project Glasswing soll Abwehrmaßnahmen entwickeln
Anthropic hat die Veröffentlichung von Mythos zunächst auf einige Dutzend Unternehmen beschränkt. Dazu zählen JPMorgan Chase, Amazon.com und Apple. Diese Firmen sind Teil des sogenannten “Project Glasswing”, das darauf abzielt, die wichtigsten Systeme abzusichern, bevor ähnliche KI-Modelle breiter verfügbar werden.
Finanzinstitute in anderen Teilen der Welt drängen Anthropic darauf, frühzeitig Zugang zu Mythos zu erhalten, um das Modell zu testen und Schwachstellen in ihren eigenen Systemen zu identifizieren.
“Natürlich bemüht sich jeder um den Zugang. Aber ich finde es auch richtig, dass das erst mal begrenzt ist, damit man jetzt nicht in eine Generalisierung abgleitet und das Thema dann vielleicht dadurch sogar noch verschärft”, sagte Sewing. (aa)
