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Morningstar: Commerzbank-Deal ein strategischer Erfolg

Morningstar DBRS sieht im Ergebnis des Commerzbank-Angebots einen strategischen Erfolg für die Unicredit. Die Ratingagentur erkennt Chancen für den Konzern, warnt aber zugleich vor regulatorischen und politischen Hürden.

© PhotoGranary / stock.adobe.com

Die Commerzbank und die deutsche Politik hatten sich gegen den Übernahmeversuch gestellt. Dennoch ist die Unicredit mit ihrem freiwilligen Übernahmeangebot einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Nach Einschätzung der Ratingagentur Morningstar DBRS stärkt das Ergebnis die strategische Position der italienischen Großbank erheblich und erhöht die Chancen auf eine spätere Zusammenführung mit der Commerzbank.

Nahe an der Kontrollschwelle
Das freiwillige Angebot der Unicredit übertraf die Erwartungen. Nach Andienungen von 17,6 Prozent der ausstehenden Commerzbank-Aktien erhöht sich der wirtschaftliche Anteil der Italiener einschließlich bereits gehaltener Aktien und Finanzinstrumente auf 47,59 Prozent des Grundkapitals beziehungsweise rund 49,65 Prozent der Stimmrechte. Damit liege die Unicredit knapp unter der Kontrollschwelle und stärke ihren Einfluss auf die Unternehmensführung und strategische Ausrichtung der Commerzbank deutlich.

Strategischer Erfolg mit Risiken
Aus strategischer Sicht verbessere das Ergebnis die Ausgangsposition der Unicredit für eine mögliche spätere Fusion und reduziere die Unsicherheit über ihre Rolle als größte Anteilseignerin der Commerzbank. Gleichzeitig zeige das Ergebnis, dass die Aktionäre die Investitionsstrategie der Unicredit trotz des Widerstands von Commerzbank-Management und Bundesregierung unterstützten.

Aus Bonitätssicht stuft Morningstar DBRS die aktuelle Beteiligung als gut verkraftbar ein. Die starke Kapitalausstattung der Unicredit ermögliche es, die höhere Kapitalbindung zu schultern und zugleich an den Gewinnen der Commerzbank zu partizipieren. Eine vollständige Konsolidierung könnte die Marktstellung stärken und Synergien schaffen, würde aber auch höhere Integrations-, Umsetzungs- und regulatorische Risiken mit sich bringen.

Regulatorische Entscheidungen rücken in den Fokus
Wie stark sich die Beteiligung letztlich auf die Kapitalquote auswirkt, hängt von der aufsichtsrechtlichen und bilanziellen Behandlung ab. Entscheidend sei insbesondere, ob die Unicredit die Kontrolle über die Commerzbank zugesprochen bekomme und diese vollständig konsolidieren müsse. Nach Angaben des Managements könnte die Belastung der harten Kernkapitalquote (CET1) bei einer Mehrheitsübernahme von 50 Prozent plus einer Aktie maximal rund 280 Basispunkte betragen. Auf dem aktuellen Beteiligungsniveau erwarten die Analysten dagegen lediglich begrenzte Auswirkungen.

Morningstar DBRS betont, dass sich der Fokus nun von der Aufstockung der Beteiligung auf regulatorische Genehmigungen und Gespräche mit den Interessengruppen der Commerzbank verlagere. Trotz des strategischen Erfolgs blieben die politischen und operativen Hürden erheblich. Langfristig könnte eine erfolgreiche Transaktion jedoch die Konsolidierung des europäischen Bankensektors beschleunigen und den Ausbau der europäischen Bankenunion unterstützen. (mb)

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