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Mercer: So performten Altersvorsorgeeinrichtungen im ersten Quartal

Die Pensions- und Vorsorgekassen aus Österreich kamen in den ersten Monaten des angelaufenen Jahres nur schwer aus ihren Startlöchern. Aber auch die Schweizer mussten den schwachen Märkten Tribut zollen. Einige einzelne Kassen hielten sich laut Mercer bei der Performance aber besser als ihre Peers.

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Mag. Michaela Plank, Mercer: "Die Diversifikation in verschiedene Assetklassen hat den Verlusten bei den Pensionskassen entgegen gewirkt."
 
© Mercer IC

Die Korrektur an den Aktienmärkten und vielen Rentensegmenten im ersten Quartal 2018 sorgte für eine Negativ-Performance bei den österreichischen und schweizerischen Pensionskassen. Das zeigt eine Analyse von Mercer-Österreich. So erzielten Österreichs Pensionskassen im ersten Quartal 2018 eine negative Performance von minus 1,20 Prozent. Dabei wiesen die überbetrieblichen Pensionskassen eine Performance von -1,22 Prozent, die betrieblichen Pensionskassen von -1,03 Prozent aus.

Die durchschnittliche Rendite der 26 offenen „Veranlagungs- und Risikogemeinschaften“ (VRG) der überbetrieblichen Pensionskassen lag – unabhängig von der gewählten Allokation – bei -1,58 Prozent. Dies sei laut Mercer durch eine in Relation höhere Anzahl an risikoreicheren „Veranlagungsgemeinschaften“ im Vergleich zum Gesamtdurchschnitt erklärbar.

Laut Mag. Michaela Plank, Expertin für die betriebliche Altersvorsorge und Principal bei Mercer Österreich sei aber ein Negativ-Quartal für den langfristigen Erfolg von Pensionskassen nicht wirklich relevant. „Für diese Investorensind drei Monate nur ein kleiner Ausschnitt aus einer Ertragshistorie, die über Jahrzehnte betrachtet werden muss.“

Die negative Performance im ersten Quartal sei u.a. der Marktvolatilität, also den Schwankungen, die teilweise politisch bedingt sind, geschuldet. Um solche Schwankungen auszugleichen, spielt die Streuung der Veranlagung eine wichtige Rolle. Ein Beispiel: Hätte ein Investor in den ersten drei Monaten des Jahres nur in den globalen Standard-Aktienindex, den MSCI World, investiert, hätten sich seine Verluste (in Euro gerechnet) auf 3,6 Prozent belaufen. „Die Diversifikation in verschiedene Assetklassen hat den Verlusten bei den Pensionskassen entgegen gewirkt“, ergänzt Plank.

Negative Performance auch bei den betrieblichen Vorsorgekassen
Aufgrund der unverändert defensiven Anlageausrichtung der betrieblichen Vorsorgekassen (gemäß Definition der Österreichischen Kontrollbank OeKB) konnten sie laut Mercer im Vergleich zu den Pensionskassen ein „besseres“, wenn auch ebenfalls negatives Ergebnis einfahren.

So lag der Gesamtdurchschnitt der Performance der Vorsorgekassen im ersten Quartal 2018 bei -1,01 Prozent. Die Bandbreite der Rendite bewegte sich zwischen -0,49 Prozent und -1,75 Prozent.

Die besten Performance-Ergebnisse erzielten die fair-finance (-0,49 Prozent), gefolgt von der BONUS VG 2 (-0,54 Prozent) und der BONUS VG 1 (-0,74 Prozent). „Wie auch bei den Pensionskassen sollte aber eine Quartalsperformance nicht als ausschlaggebend für das Jahresergebnis herangezogen werden. Darüber hinaus müssen die Vorsorgekassen den für die Mitarbeitern eingezahlten Bruttobeitrag garantieren“, betont Mercer Österreich.

Wie sieht es in der Schweiz aus?
Wie liegen die österreichischen Pensionskassen im Vergleich zu Schweizer Vorsorgeprodukten? Auch dieser Frage ist Mercer Österreich nachgegangen. In der Schweiz liegt die durchschnittliche Performance der Pensionskassen für das erste Quartal bei rund minus 1,5 Prozent, wenn man alle Vergleichsindizes aggregiert.

Hervorzuheben sei, dass die zweite Säule des Pensionssystems in der Schweiz nur bedingt mit der österreichischen vergleichbar ist. Im Nachbarland sind Pensionskassenverträge für alle Arbeitnehmer obligatorisch. Dadurch erreichen die verwalteten Vermögen eine ganz andere Dimension, was eine stärkere Diversifikation und breitere Streuung der Investitionen erfordert. „Andererseits sind die Schweizer Pensionskassen den österreichischen im europäischen Vergleich wahrscheinlich am ähnlichsten, wenn es um Risikoneigung bzw. Veranlagungsausrichtung geht“, so Plank.

Während zum Beispiel in Großbritannien und auch in den skandinavischen Ländern durchschnittliche Aktienquoten von mehr als 50 Prozent keine Seltenheit sind, setzen Pensionskassen in Mitteleuropa noch verstärkt auf festverzinsliche Wertpapiere. Sowohl in der Schweiz als auch in Österreich liegt der durchschnittliche Anteil von Anleihen im Portfolio bei knapp 60 Prozent, während Aktien etwas mehr als 30 Prozent ausmachen. Diese Übergewichtung von festverzinslichen Anlagen hat die Pensionskassen in den letzten Jahren im Niedrigzinsumfeld vor eine Herausforderung gestellt. „Umschichtungen auf höherverzinsliche Unternehmensanleihen und Schuldscheine anderer Regionen haben sich jedoch bewährt und helfen dabei, die Volatilitäten auf den Aktienmärkten über einen langen Zeitraum abzufedern“, erläutert Plank.

Die folgende Übersichtstabelle zeigt, dass die ähnliche Risikostruktur der Schweizer Pensionskassen über die letzten fünf Jahre auch zu ähnlichen Ergebnissen geführt hat. In der Schweiz sind die Pensionskassen übrigens 2016 auch mit einem negativen Ergebnis ins Jahr gestartet. Am Ende des Jahres lag die Gesamtperformance dann bei knapp vier Prozent. Eine kurzfristige Betrachtung kann also nie Auskunft über wirklich langfristige Veranlagungsräume geben. (aa)

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