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Mehrheit will verpflichtende betriebliche Pensionsvorsorge

Mehr als zwei Drittel der Österreicher sagen, sie werden von der staatlichen Pension nicht gut leben können. Ungefähr ebenso viele wollen, dass eine Betriebsvorsorge verpflichtend wird.

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© MH / stock.adobe.com

Ein nicht unbeträchtlicher Anteil der Österreicher – nämlich 23 Prozent – sagen, sie haben pandemiebedingt weniger Einkommen für die Pensionsvorsoge zur Verfügung. Einen diesbezüglichen Beitrag erwarten sich offenbar künftig sehr viele auch vom Arbeitgeber: 65 Prozent der Österreicher sind für eine verpflichtende betriebliche Vorsorge. Das ergibt eine Befragung des Marktforschungsinstitutes Spectra. Auftraggeberin war der betriebliche Vorsorge-Anbieter Valida Vorsorge Management, der zur Raiffeisen Bank International (RBI) und zum Versicherer Uniqa gehört.

40 Prozent der berufstätigen Anwartschaftsberechtigten sagen, dass ihr Unternehmen für sie eine Form der Altersvorsorge abgeschlossen hat (plus drei Prozentpunkte zur Vorgängererhebung 2018). Am häufigsten handelt es sich dabei laut Valida mit 44 Prozent um einen Vertrag mit einer Pensionskasse.

Individuelle Pensionszusage kaum verbreitet
Für 18 Prozent wurde eine Zukunftssicherung (§ 3 Abs. 1 Zi 15 EStG) abgeschlossen, im Rahmen derer Unternehmer für Mitarbeiter bis zu 300 Euro pro Jahr in Lebens-, Kranken- oder Unfallversicherungsverträge steuerfrei einzahlen können. Und bei weiteren 18 Prozent jener, die einen betrieblichen Pensionsvertrag haben, handelt es sich um eine Kollektivversicherung (bKV), das bedeutet, eine klassische Lebensversicherung mit garantierten Renten. Bis zu zehn Prozent der Lohn- oder Gehaltssumme können auf diesem Weg steuergünstig als Prämie eingezahlt werden (Anerkennung als Betriebsausgabe). Die individuelle Pensionszusage sei hingegen mit nur fünf Prozent noch kaum verbreitet, heißt es seitens der RBI.

Mehr als 80 Prozent der Befragten wünschen sich, dass eigene Aufzahlungen zur betrieblichen Pensionsvorsorge staatlich mehr gefördert werden. Derzeit zahlen 38 Prozent Eigenbeiträge zusätzlich zu den Einlagen des Unternehmens ein. So können Arbeitnehmer etwa im Rahmen des "1.000-Euro-Prämienmodells" ( § 108a EStG) Arbeitgeberbeiträge an eine Pensionskasse aufstocken (derzeit 4,25 Prozent staatliche Prämie, keine KESt, Pension aus Eigenbeträgen steuerfrei).

Bessere Steueranreize
Martin Sardelic, Vorstandsvorsitzender der Valida Holding AG fordert, dass betriebliche Altersvorsorge erst in der Leistungsphase versteuert wird und Einzahlung- und Veranlagungsphase steuerfrei sind. Darüber hinaus sei es "wünschenswert, in Kollektivverträgen verstärkt Pensionskassenlösungen als Verpflichtung für die Arbeitgeber aufnehmen", so Sardelic.

Die Valida/Spectra-Erhebung ergab, dass derzeit 68 Prozent sagen, sie werden von der staatlichen Pension nicht gut leben können – immerhin ist das aber ein Rückgang zur Vorgängererhebung 2018 wo der Pessimismus mit 73 Prozent deutlich höher war. (eml)

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