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Larry Fink, BlackRock: EZB muss Aktien kaufen

Zur Ankurbelung der Konjunktur in der Eurozone sollte die Europäische Zentralbank (EZB) Aktien kaufen. Langfristig sollte den Bürgern aber auch eine bessere Aktienkultur vermittelt werden, fordert BlackRock-Chef Larry Fink.

Blackrock-Chef Larry Fink
Larry Fink, Gründer und Chef von BlackRock
© Bloomberg

Larry Fink, Gründer und Chef von BlackRock, hat in einem Interview mit „Reuters“ einen interessanten Vorschlag zur Stimulierung der Eurozonenkonjunktur gemacht. Er schlägt vor, dass die EZB nicht nur Staats- und Industrieanleihen, sondern zukünftig auch Aktien kaufen sollten. Darüber hinaus sei auch dafür zu sorgen, dass die Euroland-Bürger über eine Förderung der Aktienkultur selber mehr Aktien in ihren Portefeuilles hätten.

Wortmeldungen des BlackRock-Chefs, der u.a. zu den Starreferenten des 8. Institutional Money-Kongresses 2015 gehörte, werden in der Finanzbranche mit größter Aufmerksamkeit verfolgt, betont Reuters in seinem Bericht.

Fink monierte, dass es fraglich sei, ob noch niedrigere Zinsen in der Eurozone tatsächlich die Realwirtschaft stimulieren könnten. Daher seien Alternativen wie Käufe der nach Finks Ansicht günstig bewerteten europäischen Aktien gefragt. „Ich glaube, dass Europa Wege finden muss, dass Europäer langfristig in Aktien investieren.“

Wealth-Effekt in Europa ausbaufähig
Der BlackRock-Mastermind verwies auf die USA, in der im Vergleich zum Alten Kontinent eine expansive Geldpolitik effektiver sei, da viele Amerikaner Aktien-Exposure haben und damit über den „Wealth Effekt“ von steigenden Aktienkursen profitieren und damit konsumfreudiger seien.

Vor dem Hintergrund, dass Europäer weniger auf Aktien, sondern lieber auf Spareinlagen und festverzinsliche Wertpapiere setzten, sei laut Fink eine Zinspolitik, durch die rund 50 Prozent aller Anleihen mittlerweile eine Negativ-Rendite aufwiesen, eine Schädigung der Sparer-Psychologie. „Das ist auch der Grund, warum ich glaube, dass Europa nicht so stark wie die USA gewachsen ist.“

Darüber hinaus kritisierte Fink im Reuters-Interview die Europäer dafür, dass sie sich zu sehr auf die Wirksamkeit der Geldpolitik verließen und zu wenig auf eine expansivere Fiskalpolitik setzten. „Das wird einer der langfristigen Fehler Europas sein.“ (aa)

 

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