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Kündigungen drohen: Aufstand bei Janus Henderson gegen Victory-Deal

Um Janus Henderson tobt ein Übernahmekampf. Im Unternehmen wächst nun aber offenbar der Widerstand gegen das Angebot von Victory Capital. Portfoliomanager drohen einem Medienbericht zufolge im Falle eines Deals mit Abwanderung.

Ali Dibadj steht seit 2022 an der Spitze von Janus Henderson.
Ali Dibadj steht seit 2022 an der Spitze von Janus Henderson.© Graham Hughes / Bloomberg

Eckpunkte:

  • Zahlreiche Professionals von Janus Henderson äußern Bedenken gegen Victory Capital
  • Victory Capital möchte diese Bedenken zerstreuen

Investmentteams, die den Großteil der Vermögenswerte von Janus Henderson verwalten, haben offenbar erhebliche Bedenken gegen eine Übernahme durch Victory Capital geäußert. Dutzende Portfoliomanager, die Aktien- und Anleihefonds verantworten, teilten Führungskräften mit, dass das Victory-Angebot die Unternehmenskultur untergraben und die Geschäftsfähigkeit beeinträchtigen würde. Dies berichtet "Bloomberg" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Victory Capital legte jüngst ein nachgebessertes Übernahmeangebot vor. Die Firma konkurriert mit dem aktivistischen Investor Nelson Peltz, der im Oktober 2025 angekündigt hatte, Janus Henderson mit seiner Beteiligungsgesellschaft Trian Fund Management und dem Investmenthaus General Catalyst übernehmen zu wollen. Die Führung von Janus Henderson hatte sich für die Peltz-Offerte ausgesprochen und trotz der Victory-Gegenofferte daran festgehalten.

Bericht: Bedenken bei Mitarbeitern und Kunden
Manager, die rund ein Drittel der Einnahmen des Unternehmens erwirtschaften, hätten angedroht, das Unternehmen zu verlassen, sollte ein Deal mit Victory zustande kommen, berichtet "Bloomberg". Der Widerstand reicht den Angaben zufolge noch weiter: Investmentexperten, die etwa 90 Prozent der 493 Milliarden US-Dollar an verwaltetem Vermögen betreuen, lehnten die Übernahme ab.

Auch Kunden haben demnach Bedenken gegenüber dem Angebot von Victory geäußert. Sollten Portfoliomanager das Unternehmen verlassen, könnte ihnen also Geschäft folgen. Ein Sprecher von Janus Henderson lehnte eine Stellungnahme ab.

Trian in Doppelrolle als Bieter und Großaktionär
Trian Fund Management, bereits vor der Übernahme-Offerte mit rund 20 Prozent größter Aktionär von Janus Henderson, erklärte am Freitag (20.3.) in einer Präsentation, dass man das Angebot von Victory ablehne. Gleichzeitig bekräftigte Trian sein eigenes Angebot, Janus Henderson gemeinsam mit General Catalyst bis Mitte 2026 zu übernehmen.

In der Präsentation zeigte sich Trian skeptisch hinsichtlich der Fähigkeit von Victory, die Übernahme zu finanzieren und ausreichend Aktionärsstimmen zu gewinnen. Zudem wurden Bedenken darüber geäußert, wie stark Victory Janus Henderson mit Fremdkapital belasten würde.

Victory: "Keine Gelegenheit, die Pläne darzulegen"
In einer Stellungnahme reagierte wiederum Victory auf die Kritik aus der Belegschaft und erklärte, man habe bislang keine Gelegenheit gehabt, die eigenen Pläne darzulegen – insbesondere im Hinblick auf Kundenbetreuung sowie die "Bindung und Förderung" von Mitarbeitern.

"Wir glauben, dass alles, was bislang gegenüber Kunden und Mitarbeitern von Janus Henderson über die Absichten, die Kultur, den Kundenservice und die operativen Pläne von Victory Capital dargestellt wurde, nicht unsere Vision und Erfolgsbilanz widerspiegelt und möglicherweise darauf abzielt, eine echte Zusammenarbeit zu verhindern", hieß es.

Höheres Angebot
Das Angebot von Trian Fund Management und General Catalyst beläuft sich auf ein Volumen von rund 7,4 Milliarden Dollar. Schon die erste Gegenofferte von Victory Capital war höher, das nachgebesserte Angebot erreicht nun circa 8,6 Milliarden Dollar. (mb/Bloomberg)

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