Krise bei Versorgungswerk zieht Kreise
Fehlinvestments seitens des Versorgungswerks Zahnärztekammer Berlin (VZB) belasten nicht nur die eigene Bilanz, sondern kommen auch anderen Unternehmen teuer. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft. Nun erfolgen eine Neuaufstellung und die Rückkehr zu alten Tugenden.

Für die Verantwortlichen des Versorgungswerks Zahnärztekammer Berlin (VZB) ist dieser Sommer jedenfalls „heiß“. Nachdem sich in den letzten Wochen immer mehr herauskristallisierte, dass früheren, riskanten, aber verheißungsvollen Investments nur wenig Fortune beschieden war und die dafür Verantwortlichen mittlerweile von Bord gingen, setzen die nunmehrigen VZB-Lenker einerseits auf Aufklärung und andererseits auf Risikobegrenzung.
Das hat laut Medienberichten („Handelsblatt“, „Capital“) dazu geführt, dass das VZB beispielsweise die Zahlung weiterer Gelder an die Engel & Völkers-Ableger EV Venture Management, das ist ein Dienstleister für Start-ups in verschiedenen Wachstumsphasen, und EV Work Edition, ein Coworking-Anbieter für gemeinschaftlich genutzte Arbeitsräume, einstellte. Wenig später meldeten beide Firmen Insolvenz an.
Das Versorgungswerk beruft sich laut „Handelsblatt“ darauf, dass Investments grundsätzlich nur mit möglichst großer Sicherheit und Rentabilität bei jederzeitiger Liquidität erfolgen dürften. Daher hätten die Investments allein aus rechtlichen Gründen nicht getätigt werden dürfen. In Folge gewährte das VZB keine weiteren Gelder mehr.
Anfangsverdacht
Die „Berliner Morgenpost“ berichtete vor wenigen Tagen, dass die Berliner Generalstaatsanwaltschaft wegen des Anfangsverdachts der Vorteilsnahme und Bestechlichkeit gegen ehemalige VZB-Gremienmitglieder ermittle.
Aufarbeitung
Inzwischen wird es immer wahrscheinlicher, dass aufgrund hoher Kapitalverluste den ca. 7500 aktiven und 3000 ehemaligen Zahnärzten in Berlin, Brandenburg und Bremen deutliche Einschnitte bei den Rentenansprüchen und höhere Beiträge drohen.
Der Jahresabschluss für 2024 kann erst nach Aufklärung des Sachverhalts gemacht werden. Bis dahin gibt es keine Renteninformation für die Leistungsberechtigten.
Die VZB hat im ersten Quartal dieses Jahres eine unabhängige Aufarbeitung angestoßen und dafür gleich drei Kanzleien mandatiert. (aa)

