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KPMG: Wie die Blockchain das Asset Management umwälzen wird

Die Blockchain hat das Potential, ein Game Changer für das gesamte Finanzsystem zu werden. Das könnte Investoren zahlreiche Vorteile bringen, erklärt Maren Schmitz, Partner, Financial Services, KPMG.

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© Denys Rudyi / stock.adobe.com

Institutionelle Investoren und deren Asset Manager sollten sich intensiv mit der Blockchain-Technologie auseinandersetzen. Zu groß sind die von dieser Technologie ermöglichten Vorteile, um das Thema weiter zu ignorieren. Maren Schmitz (Bild), Partner, Financial Services, KPMG AG, erklärt die handfesten Vorteile in einem „Institutional Money“ exklusiv vorliegendem Beitrag. (aa)


"Die Vorteile der Blockchain sind schnell zusammengefasst: Dank einer gemeinsam genutzten Datenbanktechnologie lassen sich die Einzelheiten einer Transaktion so speichern, dass alle Transaktionspartner jederzeit darauf zugreifen können. Das Resultat: geringere Transaktionskosten, schnellere Prozesse, mehr Sicherheit. Diese enormen Mehrwerte hat die Asset-Management-Branche erkannt: Einer repräsentativen Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zufolge stufen über die Hälfte der deutschen Investment Manager die Effekte der Blockchain als bedeutend ein. Jeder dritte plant die Implementierung der neuen Technologie. Dennoch stellt sich die Frage, in welchen Bereichen die Blockchain zum Einsatz kommen und wie die Umsetzung erfolgen kann.

Prozesse schlanker, schneller und sicherer gestalten
Lässt ein professioneller Investor seine Anlagestrategie im Rahmen eines Spezialfonds von dem Asset Manager seiner Wahl umsetzen, startet oft ein langwieriger technischer Prozess mit zahlreichen Abstimmungen. Dank der Blockchain könnten die einzelnen Schritte viel einfacher durchlaufen werden – unter Umständen sogar in Echtzeit. Die Zeitersparnis bis zum Start des Fonds wäre enorm. Ähnliche Optimierungen ergeben sich für das Reporting: Ob für den Investor, die Steuer- und Regulierungsbehörden oder andere Akteure – alle relevanten Informationen könnten jederzeit auf einer Plattform verfügbar sein. Das Ergebnis: Eine sehr schlanke, schnelle und sichere Prozesskette. Asset Manager mit diesem Leistungsangebot könnten sich im Vertrieb auf nahezu unschlagbare Verkaufsargumente stützen und enorme Wettbewerbsvorteile sichern. 

Auch im Portfoliomanagement lässt sich die Blockchain sinnvoll nutzen. Ungebremst ist zum Beispiel die Nachfrage professioneller Investoren nach nachhaltigen Anlagelösungen – die Anforderung für Asset Manager besteht darin, nur Titel in das Portfolio aufzunehmen, die definierte Kriterien in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (Environment, Social, Governance, kurz: ESG) erfüllen. Hier könnte die Blockchain für mehr Transparenz sorgen – und den Umgang eines Unternehmens mit den ESG-Kriterien detailliert, direkt und einfach nachvollziehbar darstellen.

Alternative Assets leichter handelbar machen
Ein weiteres Einsatzgebiet ist der Handel. Institutionelle Anleger verfolgen das Ziel, über einen langen Zeitraum hinweg kontinuierliche Renditen zu erzielen und Risiken zu minimieren. Aus diesem Grund erweisen sich Alternative Anlagen zunehmend als attraktives Investment. Doch Assetklassen wie Private Equity oder Infrastruktur haben einen Nachteil: Sie sind schwer handelbar – oft müssen Asset Manager erst einen Weg erschließen, um Investitionen für ihre Kunden zu ermöglichen. Hier kann die Blockchain Abhilfe schaffen. Die Assets lassen sich in Blockchain-basierten Tokens abbilden und erleichtern so den Kauf- und Verkaufsprozess.

Das Potenzial der Blockchain zeigt sich zudem im Verwaltungsprozess: Die Technologie könnte die Abhängigkeit von Vermittlern bei der Validierung oder Ausführung von Transaktionen aufheben. Zwar dürften Akteure wie Kapitalverwaltungs-Gesellschaften oder Verwahrstellen nicht komplett vom Markt verschwinden, denn gerade in Deutschland verfügen diese Intermediäre über ein sehr gutes Netzwerk und prägen die Investmentkultur. Dennoch dürften auch hier schlankere Prozesse und minimierte Kosten willkommen sein.

Die gesamte Wertschöpfungskette optimieren
Es zeigt sich: Auch wenn der Einsatz der Blockchain erst am Anfang steht, ist das Veränderungspotenzial vielseitig und umfasst einzelne oder auch übergreifende Prozesse entlang der Wertschöpfungskette. Die größten Implikationen erwarten die deutschen Investment Manager im Handel und der Abwicklung (53%), bei der Depotführung (47%) sowie bei einzelnen Kapitalmaßnahmen (35%).

Um künftig im Wettbewerb Bestand zu haben, können sich Unternehmen schon jetzt auf die Blockchain vorbereiten. Sich Klarheit über das Angebot zu verschaffen, ist ein erster Schritt: Wo liegen die Chancen und Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain-Technologie über die gesamte Wertschöpfungskette im Asset-Management-Prozess hinweg? Der nächste Schritt besteht im Aufbau eines umfassenden Technologiemanagements. Das Ziel: Die nötigen Strukturen im Unternehmen schaffen, um einen sinnvollen Innovationsprozess in Gang zu setzen. Auf dieser Basis lassen sich dann konkrete Anwendungsfälle entwickeln – und auch umsetzen.

Mit starken Partnern auf Veränderungen vorbereiten
Hilfreich ist es, sich auf diesem Weg von professionellen Partnern unterstützen zu lassen – und vor allem das Silodenken aufzubrechen: Eine erfahrene Beratung kann nutzenstiftende Beispiele aus anderen Branchen aufzeigen und dabei helfen, vorhandenes Know-how auf den Finanzsektor zu übertragen. Darüber hinaus können Berater den kulturellen Wandel begleiten, der mit der Blockchain einhergeht. Denn eine wesentliche Aufgabe für Asset Manager besteht darin, ihre Mitarbeiter über das gesamte Unternehmen hinweg in der Anwendung der Technologie zu befähigen und auf neu entstehende Tätigkeitsprofile vorzubereiten.

Abseits der Kryptowährungs-Thematik dürfte sich der Blockchain-basierte Wandel des Asset Managements weder auf der großen Bühne der Weltpolitik noch in den vibrierenden Online-Diskussionsplattformen abspielen. Doch er wird tiefgreifend sein. Bislang ist nicht erkennbar, dass ein bestimmter Branchenakteur im Wettrennen um Einsatzmöglichkeiten der Blockchain vorne liegt. Umso wichtiger ist es, Veränderungen engagiert anzupacken und sich bei Bedarf von erfahrenen Partnern zur Seite stehen zu lassen."

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