Logo von Institutional Money
| Vermischtes

KI-Angst: Jeder vierte Angestellte bangt um seinen Job

Viele Bankangestellte in Deutschland blicken mit Sorge auf den Einsatz von KI. Eine Verdi-Umfrage zeigt: Besonders Beschäftigte mit niedrigerem Einkommen fürchten um ihren Arbeitsplatz.

© ArtistryAlchemy / stock.adobe.com/KI-generiert

Eckpunkte:

  • Die raschen Fortschritte bei der KI führen zu Sorgen um die Job-Sicherheit
  • Vor allem die unteren Einkommensgruppen bei den Banken fürchten, ersetzt zu werden

Jobängste
Etwa jeder vierte Beschäftigte in der deutschen Bankenbranche sorgt sich aufgrund von künstlicher Intelligenz (KI) um den eigenen Arbeitsplatz. Das gilt besonders für niedrige Einkommensgruppen.

Auf die Aussage "Ich mache mir Sorgen, dass mein Arbeitsplatz durch KI überflüssig wird" antworteten zwölf Prozent der Befragten mit "trifft voll und ganz zu" und 16 Prozent mit "trifft eher zu". Das ist das Ergebnis einer Erhebung unter rund 19.000 Bank-Beschäftigten, die die Gewerkschaft Verdi zu Wochenbeginn vorgestellt hat.

"Spürbare Verunsicherung" wegen KI
"Unsere Befragungsergebnisse zeigen deutlich, dass die Einführung von KI für viele Beschäftigte mit spürbarer Verunsicherung verbunden ist", sagte Felix Hadwiger von der Forschungs- und Beratungsgesellschaft Input Consulting.

Banken setzen zunehmend auf KI, um Dienste zu beschleunigen und zu verbessern — und um Kosten zu senken. Dabei entfallen bestimmte Jobs. Ende vergangenen Jahres hatte etwa die niederländische Bank ING Groep erklärt, dass wegen "Digitalisierung, KI und sich verändernder Kundenbedürfnisse" rund 1.000 Stellen gefährdet seien.

Niedrigverdiener besonders betroffen
Besonders groß ist die Sorge vor einem Arbeitsplatzverlust in der deutschen Bankenbranche bei Beschäftigten, die relativ wenig verdienen. In der Gruppe derjenigen, die monatlich zwischen 2.001 und 3.000 Euro bekommen, erklärten 39 Prozent, dass sie sich sorgen, dass KI den eigenen Job überflüssig macht.

Bei den Vielververdienern, also Menschen mit mehr als 6.000 Euro, wurde die Aussage nur von 16 Prozent der Befragten bejaht.

Verdi fordert Jobgarantien
"Die breite Einführung von KI in den Banken muss durch breite Jobgarantien und eine langfristig angelegte strategische Personalplanung begleitet werden", forderte Jan Duscheck, Bundesfachgruppenleiter Bankgewerbe bei Verdi.

In der Erhebung wird auch darauf hingewiesen, dass Arbeitgeber offenbar gut beraten sind, ihre Beschäftigten in die neue KI-Welt mitzunehmen. Beschäftigte, die Unterstützung erhalten, äußerten demnach deutlich seltener Sorgen vor Arbeitsplatzverlust.

Die Teilnehmer der Umfrage stammen von privaten Banken, öffentlichen Banken und Genossenschaftsbanken. (mb/Bloomberg)

Diese Seite teilen

Weitere Inhalte aus der Redaktion