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JPMorgan-Investmentbanking-Chef: Haben Emotionalität unterschätzt

Daniel Pinto, Chef der Investmentbank von JPMorgan Chase & Co, räumt in einem Interview ein, die Emotionalitäten um die für Europas Fußball geplante und mittlerweile gescheiterte Superliga unterschätzt zu haben. Pinto äußerte sich aber auch hinsichtlich der aktuellen Lage an den Märkten.

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© Sergey Nivens / stock.adobe.com

Daniel Pinto hatte einen der besten Tribünenplätze für die kurzlebige Fußball-Superliga. Vor wenigen Tagen noch wollte der Chef der Investmentbank von JPMorgan Chase & Co mit seinem Haus das Projekt abtrünniger Top-Vereine finanzieren. Aber der Widerstand der Fans weltweit folgte umgehend. “Wir hatten erwartet, dass es emotional werden würde” so Pinto in einem Bloomberg-Interview am 20. April dieses Jahres. “Wir haben einen Kredit für einen Kunden arrangiert. Es ist nicht unsere Aufgabe zu entscheiden, wie Fußball in Europa am besten funktionieren sollte.”

Nachwehen und Imageverlust verarbeiten
Wäre die Super League nicht gescheitert, hätte JPMorgan Millionen Dollar an Gebühren und Zinsen verdient. Jetzt muss Pinto die Nachwehen der Niederlage für seine Bank verarbeiten.

“Es ist klar, dass wir das Ausmaß an Emotionen, die dieser Deal hervorrufen würde, unterschätzt haben, und wir werden als Unternehmen aus dieser Erfahrung lernen”, sagte er am Donnerstag. “Am Ende waren die Fußballfans laut und deutlich zu hören, und das ist das Wichtigste.”

Es war eine seltene Fehleinschätzung des langgedienten Leiters der Unternehmens- und Investmentbank von JPMorgan. Pinto hat in dieser Rolle länger überlebt als jeder seiner Vorgänger unter Jamie Dimon. Unerwartete Probleme meistert er mit seinem pragmatischen Ansatz - die Herzoperation seines Chefs, den Brexit und zunehmend verärgerte Scharen von Bankern.

Interessante Prognosen
Normalerweise bleibt Pinto dem Rampenlicht fern, doch hier stand er Bloomberg TV Rede und Antwort. Er zeigte sich optimistisch in Bezug auf die Performance seines Unternehmens. Nachfolgend die wichtigsten Aussichten für 2021 aus dem Interview:

  • Gutes Wirtschaftswachstum dürfte lebhafte Märkte und viel Kundenaktivität mit sich bringen
  • Sieht sehr gesundes Wachstum im Investment Banking
  • Volumina im Handel dürften sich normalisieren
  • Anstieg bei Fusionen und Übernahmen um 20 Prozent erwartet
  • ECM-Geschäft sowie Geschäft mit Emissionen hochverzinslicher Anleihen dürfte um 10 Prozent bis 20 Prozent steigen
  • Risiken: unkontrollierte Inflation oder Rückschritte bei Covid-19
  • JPMorgan war nicht bei Archegos Capital Management involviert, aber Zusammenbruch sollte als “Weckruf” dienen für Prime Brokerage-Geschäft
  • Pinto warnte vor Bitcoin und Spacs: Risiko bei Bitcoin liegt darin, dass “etwas passiert, was das Vertrauen zerstört” und einige Spacs dürften zu viel für Akquisitionen zahlen oder keine geeigneten Ziele finden (aa)
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