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IWF: 57 Milliarden Gründe für einen Argentinien-Besuch

Erstmals reist Kristalina Georgieva in ihrer Funktion als IWF-Chefin nach Argentinien. Die wirtschaftliche Lage hat sich unter Präsident Javier Milei stabilisiert. Doch mit dem Beginn der Tilgungen im September steht die eigentliche Bewährungsprobe für das 57-Milliarden-Dollar-Engagement bevor.

Der um große Gesten selten verlegene argentinische Staatspräsient Javier Milei muss ab September die Rückzahlung der IWF-Schulden managen. IWF-Chefin Kristelina Gerogieva findet sich im Vorfelt in Buenos Aires ein. 
Der um große Gesten selten verlegene argentinische Staatspräsient Javier Milei muss ab September die Rückzahlung der IWF-Schulden managen. IWF-Chefin Kristelina Gerogieva findet sich im Vorfelt in Buenos Aires ein. © Maira Erlich / Bloomberg

ECKPUNKTE:

  • Argentinien ist der größte Schuldner des IWF
  • 2026 werden noch Zahlungen von bis zu drei Milliarden Dollar fällig
  • Ab 2028 steigt die jährliche Belastung auf mindestens 9,5 Milliarden Dollar

23 IWF-Programme in knapp 70 Jahren, dazu drei Präsidenten, sechs Wirtschaftsminister und fünf Notenbankchefs allein seit 2018: Das Verhältnis zwischen Argentinien und dem Internationalen Währungsfonds ist vorbelastet. Nun besucht Kristalina Georgieva erstmals als geschäftsführende Direktorin des IWF das Land.

Die Ausgangslage ist besser als noch vor wenigen Jahren. Argentiniens Anleihen haben zugelegt, die Inflation ist von zeitweise fast 300 auf 34 Prozent gesunken und die Notenbank baut ihre Devisenreserven wieder auf. Die Wirtschaft wächst, wenn auch nicht gleichmäßig. Zugleich zieht der Ölboom in Patagonien Milliardeninvestitionen an.

„Die Regierung hat enorme Fortschritte erzielt“, erklärt Martin Mühleisen, ehemaliger IWF-Mitarbeiter und Senior Fellow beim Atlantic Council. Erstmals bestehe zumindest die Aussicht, dass Argentinien seine hohen Verbindlichkeiten gegenüber dem Fonds eines Tages zurückzahlen könne.

Die große Welle
Im September beginnt die Tilgung. Einschließlich Zinsen werden bis Jahresende Zahlungen von bis zu drei Milliarden Dollar fällig. 2027 soll sich dieser Betrag mehr als verdoppeln. Von 2028 bis 2031 muss Argentinien nach Berechnungen des IWF jährlich mindestens 9,5 Milliarden Dollar aufbringen. Der derzeitige Zahlungsplan reicht bis 2042.



Als entscheidende Lücke gilt die Rückkehr an die internationalen Kapitalmärkte. Sie würde Argentinien eine breitere Finanzierung ermöglichen und die bislang stark vom heimischen Markt abhängige Schuldenstrategie ablösen. Präsident Javier Milei zögert jedoch: Die hohen Risikoaufschläge spiegeln aus seiner Sicht vor allem die Sorge der Anleger vor einem erneuten politischen Kurswechsel nach der Wahl 2027 wider.

Der IWF selbst hat mit Argentinien bereits mehrere Rückschläge erlebt. Auf das Rekordhilfsprogramm von 2018 folgte 2022 eine weitere Vereinbarung zur Refinanzierung, während sich die Krise verschärfte. Milei schloss im April 2025 ein neues Abkommen.

Ob damit tatsächlich der Ausstieg aus der jahrzehntelangen Abhängigkeit gelingt, bleibt offen. „Das Land könnte beginnen, diesen Kreislauf zu verlassen“, sagt Kezia McKeague, Managing Director der Beratungsgesellschaft McLarty Associates. „Überwunden hat es ihn aber noch nicht.“ (bloomberg/hw)

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