Italienische Großbank drängt nach Deutschland
Auf dem deutschen Bankenmarkt tummeln sich bereits viele nationale und internationale Anbieter. Bald wird es noch enger, die italienische Bank Intesa Sanpaolo möchte neben anderen Ländern auch in Deutschland durchstarten – organisch, nicht über Zukäufe wie die Unicredit.

Die italienische Bank Intesa Sanpaolo möchte im Ausland expandieren. Die Großbank aus Mailand stößt in ihrem Heimatmarkt, den es dominiere, an Wachstumsgrenzen. Daher drängt sie vor allem nach Deutschland, Frankreich und Spanien sowie mehrere osteuropäische Länder. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Bankchef Carlo Messina, der am Montag (2.2.) einen neuen Vier-Jahres-Plan vorstellte.
In den genannten Staaten wolle Intesa Sanpaolo unterschiedliche Kundensegmente ansprechen, was wiederum über verschiedene Kanäle geschehen soll: Eine größere Zielgruppe solle mit einer digitalen Vermögensberatung erreicht werden. Diese kommt vom hauseigenen Online-Anbieter Isybank, der in Italien schon gestartet ist, sowie der digitalen Bank- und Investmentplattform Fideuram, die ebenfalls zu Intesa Sanpaolo gehört. Auch Versicherungsprodukte etwa im Bereich von Krankenversicherungen oder Schadensversicherungen werden zu dem künftigen Angebot gehören, schreibt die Zeitung.
Auch wohlhabende Kunden im Visier
Der "FAZ" zufolge plant Intesa Sanpaolo aber auch, über Finanzberater wohlhabenden Kunden Anlageprodukte und Beratungsdienstleistungen anzubieten. Die Ansprache von Unternehmenskunden soll weitergeführt werden. Das Geschäftsfeld besteht bereits auf kleiner Flamme in Niederlassungen der Bank in Frankfurt, Paris sowie Madrid und werde ausgebaut. Strategische Partnerschaften, wie sie die Bank etwa mit BlackRock auf den Märkten Belgien und Luxemburg betreibt, sollen ebenfalls ausgebaut werden.
Für die Expansion nimmt Intesa Sanpaolo 200 Millionen Euro in die Hand. Erträge sind zunächst nicht eingeplant, die Schaffung einer nachhaltigen Wachstumsgrundlage stehe anfangs im Vordergrund, meldet die Zeitung. Neue Filialen und Büros in großen Städten sollen von 2027 an hinzukommen. (jb)