In trockenen Tüchern: Zwei hessische Genobanken fusionieren
Die Raiffeisenbank im Hochtaunus und die Volksbank Mittelhessen gehen zusammen. Die Vertreterversammlungen der beiden Institute haben der Verschmelzung zugestimmt, die rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres erfolgen soll.

Die Fusion der Raiffeisenbank im Hochtaunus mit Sitz in Bad Homburg und der Volksbank Mittelhessen mit Hauptsitz in Gießen ist beschlossene Sache. Die Vertreterversammlung der Raiffeisenbank hatte mit einer Zustimmungsquote von 95,9 Prozent bereits am 18. August den Weg für die Verschmelzung frei gemacht. Am vergangenen Dienstag (26.8.) haben nun auch die Vertreter der Volksbank mit 98,6 Prozent für den Zusammenschluss der beiden Genossenschaftsbanken votiert. Wie die Institute in einer gemeinsamen Pressemitteilung erklären, soll die Verschmelzung rückwirkend zum 1. Januar 2025 erfolgen.
"Wir haben in guten professionellen Verhandlungen mit allen Beteiligten eine tragfähige Lösung gefunden, um die Herausforderungen, vor denen die Raiffeisenbank stand, gemeinsam nachhaltig zu meistern", lässt sich Peter Hanker, Vorstandssprecher der Volksbank Mittelhessen, in der Mitteilung zitieren. Die Raiffeisenbank im Hochtaunus hatte vor einigen Monaten die Hilfe der Sicherungseinrichtung in Anspruch nehmen müssen, da sie aufgrund von Wertberichtigungen bei Immobilienkrediten unter Druck geraten war.
Rückkehr zum traditionellen Genossenschaftsbanking
Durch die Fusion sei die Grundlage für eine Rückkehr zum traditionellen Genossenschaftsbanking im Geschäftsgebiet der Raiffeisenbank im Hochtaunus gelegt, heißt es in der Pressemitteilung. So werde die Bank unter anderem wieder mit Filialen präsent sein. Geplant seien Eröffnungen in Oberursel und Wehrheim. Der Standort in Bad Homburg soll unverändert bestehen bleiben.
"Wir werden insgesamt zu dem regional ausgerichteten klassischen Privat- und Firmenkundengeschäft zurückkehren", erklärt Sibylle Kraus, Mitglied des Vorstandes der Raiffeisenbank. Die bisherige geschäftspolitische Fokussierung auf die Finanzierung des gewerblichen Wohnimmobilienbaus werde aufgegeben. Das Online-Angebot unter der Marke "Meine Bank" soll Kunden hingegen auch künftig zur Verfügung stehen.
Technische Fusion für Ende November geplant
Das verschmolzene Institut wird nach der Eintragung der Fusion den Namen der übernehmenden Volksbank Mittelhessen tragen. Der Hauptsitz der Bank bleibt Gießen. Vorstand und Aufsichtsrat der bisherigen Volksbank Mittelhessen bleiben in gleicher Besetzung tätig. Die technische Fusion ist für Ende November 2025 geplant. Dann werden die EDV-Systeme der beiden Häuser zusammengeführt. (am)

