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Huber, Reuss und Lunis fusionieren – mit Investor im Rücken

In der deutschen Vermögensverwaltungsbranche entsteht ein neues Schwergewicht. Huber, Reuss & Kollegen schließt sich mit Lunis zusammen. Das vereinte Haus will zum Marktführer bei unabhängigen Vermögensverwaltern aufsteigen. Im Hintergrund steht dabei der US-Investor Christopher Flowers.

Christopher Flowers, J.C. Flowers
Christopher Flowers, Gründer der Private-Equity-Gesellschaft J.C. Flowers
© Chris Ratcliffe / Bloomberg

Der Vermögensverwalter Huber, Reuss & Kollegen schließt sich mit Lunis Vermögensmanagement zusammen. Dies teilten die Unternehmen mit. Die neue Gesellschaft soll als HRK Lunis firmieren. Damit entsteht ein neues Schwergewicht in der deutschen Vermögensverwaltungsbranche. Zusammen betreuen die Häuser ein Volumen von rund 4,6 Milliarden Euro. Die Geschäftsmodelle würden sich ergänzen, heißt es in der Mitteilung. Zusammen wollen die Häuser zum Marktführer in der individuellen, bankenunabhängigen Vermögensverwaltung aufsteigen.

Bei diesem Vorhaben steht ein kapitalstarker Investor im Hintergrund. Denn die Mehrheit an Lunis gehört der Private-Equity-Gesellschaft J.C. Flowers. Der ehemalige Goldman-Sachs-Banker Christopher Flowers ist in Deutschland mit Investments in die HSH Nordbank und die Hypo Real Estate (HRE) bekannt geworden. An der neuen Gesellschaft HRK Lunis wird Flowers Hauptgesellschafter sein, wie die Redaktion erfuhr. Wie sich die Anteile über die Gesellschafter verteilen, darüber vereinbarten die Parteien allerdings Stillschweigen.

"Mit Blick auf den Generationenübergang"
In das operative Geschäft wolle sich Flowers nicht einmischen, ist zu hören. Die Private-Equity-Gesellschaft sehe sich vielmehr wie ein stiller Teilhaber. Der Zusammenschluss erfolge ohne "Identitäts- und Personalverlust" betonen denn auch die Vermögensverwalter. Für die Kunden werde sich nichts ändern. Das Zusammengehen erfolge "mit vorausschauendem Blick auf den beginnenden Generationenübergang der Vermögensverwaltungsbranche in Deutschland", heißt es in der Mitteilung.

Insbesondere für Huber, Reuss & Kollegen dürfte mit dem Schritt auf längere Sicht die Nachfolgefrage geregelt sein. Das Haus mit Sitz in München ist seit 22 Jahren am Markt aktiv. Die Gesellschaft betreut 2,8 Milliarden Euro und beschäftigt 35 Mitarbeiter. Lunis wiederum war 2017 unter der Beteiligung von J.C. Flowers gegründet worden. Mitgründer Andreas Brandt war zuvor Generalbevollmächtigter der Bank J. Safra Sarasin in Frankfurt gewesen. Zahlreiche Mitarbeiter gingen damals ebenfalls zu Lunis. Die Schweizer Bank hatte ihr Privatkundengeschäft in Deutschland eingestellt.

Erwartete Konsolidierung
Mit Lunis setzte Flowers auf eine Konsolidierung in der Branche. Die Gesellschaft sollte als Kern dienen, der sich mit anderen Gesellschaften zusammenschließt. Bei vielen Vermögensverwaltern in Deutschland steht ein Generationenwechsel an. Zudem steigt mit der zunehmenden Regulierung der Aufwand. Zusammenschlüsse liegen daher nahe, um sowohl Skaleneffekte zu erzielen als auch um die Nachfolge zu regeln. Eine von vielen Beobachtern erwartete Konsolidierung in der Branche setzte zunächst aber nicht in größerem Maße ein.

2019 wollte die Private-Equity-Gesellschaft von Flowers dann ihre Anteile an Lunis losschlagen. Der geplante Verkauf an die auf Mittelstandsfinanzierung spezialisierte Youmex kam jedoch nicht zustande. Flowers behielt 87,7 Prozent der Anteile an dem Vermögensverwalter. Die übrigen 12,3 Prozent erhielt das Management um Lunis-Gründungsvorstand Brandt. Bei Lunis arbeiten aktuell 50 Menschen, die ein Vermögen von 1,8 Milliarden Euro betreuen.

"Optimale Ergänzung"
Mit Huber, Reuss & Kollegen hat Lunis nun einen bekannten Namen unter den unabhängigen deutschen Vermögensverwaltern als Partner gefunden. "Beide Häuser ergänzen sich optimal", lässt sich Michael Reuss, geschäftsführender Gesellschafter und einer der Gründer von Huber, Reuss & Kollegen, in der Mitteilung zitieren. Lunis-Chef Brandt ergänzt: "Der neue Name der gemeinsamen Einheit, die HRK Lunis AG, unterstreicht die partnerschaftliche Zusammenführung zweier Häuser mit großer Erfahrung. Das umfassende, komplementäre Leistungsspektrum ist die perfekte Basis für eine vertrauensvolle und langfristige Begleitung unserer gemeinsamen Kundschaft."

Der Zusammenschluss ist nicht der erste unter namhaften Vertretern der Branche in diesem Jahr. So gingen vier Vermögensverwalter unter der Dachgesellschaft Cinerius Financial Partners zusammen. Die KSW Vermögensverwaltung aus Nürnberg, die BV & P Vermögen mit Büros in Kempten und München, Habbel, Pohlig & Partner aus Wiesbaden sowie Ringelstein & Partner aus Essen haben sich zum Jahreswechsel unter der Holdinggesellschaft vereint. Bei der Gründung von Cinerius beteiligte sich ebenfalls eine amerikanische Private-Equity-Gesellschaft, und zwar Summit Partners. (ert)

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