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HSBC besiegelt Ende deutscher Traditionsbank

Die Geschichte des Düsseldorfer Privatbankhauses Trinkaus & Burkhardt reicht in die Zeit vor der Französischen Revolution zurück. Doch Historie allein zählt nicht – und so wird der Bankriese HSBC seine traditionsreiche Deutschlandtochter schließen.

HSBC-Deutschland-Chef Nicolo Salsano
HSBC-Deutschland-Chef Nicolo Salsano
© HSBC Deutschland

Die britische Großbank HSBC wird ihren Deutschlandableger HSBC Trinkaus & Burkhardt bis 2023 schließen. Damit wird die Geschichte des im Kern 1785 gegründeten Bankhauses nach dann knapp 238 Jahren zu Ende gehen. Das berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf eine Mitteilung des Instituts. Die HSBC Deutschland, die das bisherige Deutschlandgeschäft der Großbank fortführen wird, wird dann zur Niederlassung der Pariser Tochter HSBC Continental Europe SA umfunktioniert. Diese Schritte seien das Ergebnis einer im März 2021 beauftragten Machbarkeitsstudie: "Ziel dieser Studie war es, die beste Struktur für das Geschäft in Deutschland zu finden, Europas größter und exportstärkster Volkswirtschaft", zitiert die Zeitung HSBC.

Der Schritt war von den Bankmitarbeitern seit vergangenem Jahr befürchtet worden. 2020 hatte die HSBC die Aktien der verbliebenen Minderheitsaktionäre von Trinkaus & Burkhardt übernommen und konnte seitdem durchregieren. Zugleich hatte die Großbank eine Reorganisation ihres Geschäfts in Kontinentaleuropa angestoßen, um effizienter zu werden. Paris galt von Beginn an als Favorit für den Sitz einer Europa-Holding, unter der andere Gesellschaften in Europa aufgehangen werden. Die Pläne betrafen auch HSBC Trinkaus & Burkhardt, selbst wenn das Institut in Düsseldorf mit einem Vorsteuergewinn von 178 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2021 aufwarten kann.

Massenkündigungen
Teil der Reorganisation sind auch Jobstreichungen: Bis 2022 sollen gut 600 von mehr als 3.000 Vollzeitstellen bei der Traditionsbank wegfallen. Derzeit streitet sich die Bankspitze laut dem Handelsblatt mit den Arbeitnehmervertretern über die Modalitäten des Umbaus und diverse Vergütungsthemen. Während der Betriebsrat der Operations-Tochter, der rund 1.000 Mitarbeiter vertritt, der neuen Linie zugestimmt hatte, stelle sich der Bankbetriebsrat quer, der rund 1.300 Mitarbeiter vertritt. Der Streit liegt aktuell vor der innerbetrieblichen Einigungsstelle, eine Entscheidung steht aus, schreibt das Handelsblatt Ein prominentes Opfer des Umbaus ist Carola von Schmettow, die ihren Posten als Sprecherin des Vorstandes der Düsseldorfer Bank im März aufgab.

Von Schmettows Nachfolger Nicolo Salsano trat Befürchtungen entgegen, der Schritt könnte einen Bedeutungsverlust Düsseldorfs gegenüber Paris untermauern. "Die HSBC-Gruppe bekennt sich eindeutig zu einer starken Präsenz in Deutschland", erklärte er gegenüber dem Handelsblatt. "Wir sind integraler Bestandteil des HSBC-Konzerns und werden für unsere Kunden weiterhin ein verlässlicher und breit aufgestellter Partner sein." Zugleich betonte er, dass die rechtliche Umformierung in eine Niederlassung keine Veränderungen des Produktspektrums und der Betreuung der Kunden bedeutet: "Im Gegenteil. Das neue Set-up erlaubt es uns, zum Vorteil unserer Kunden in ganz Kontinentaleuropa mit einer Bilanz sowie standardisierten Prozessen, Services und Produkten zu arbeiten", so Salsano weiter. (jb)

 

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