Horrende CO2-Emissionen des Bitcoin-Minings
Da die Bitcoin-Kurse seit Jahresbeginn stark schwankten, kamen Fragen auf, die über die Eignung der Kryptowährung als Assetklasse hinausgehen. Der Mining-Prozess erfordert enorme Ressourcen, darunter so viel Strom wie ein kleines Land, und seine Umweltbelastung nimmt zu.

Eckpunkte:
- Die Berechnung von Krypto-Transaktionen benötigt viel Strom
- Das löst Kritik aus
Um diese Zusammenhänge besser zu verstehen, stellt Paul Hoffman auf der Seite www.bestbrokers.com/2025/12/19/bitcoin-energy-cost/ einen neuen Bericht vor, der die Wirtschaftlichkeit des Bitcoin-Minings weltweit im Jahr 2026 untersucht. Hoffman ist Finanzanalyst, Experte für Krypto/Forex und Chefredakteur von BestBrokers.com.
Ist Bitcoin-Mining überhaupt noch rentabel?
Nach Rekordpreisen im Jahr 2025 schlossen Bitcoin und der gesamte Kryptomarkt das Jahr mit deutlich niedrigeren Werten ab, was Fragen zur Rentabilität des Minings aufwirft. Um die genauen Kosten für die Produktion von einem Bitrcoin (BTC) zu ermitteln, kombinierte das Team von BestBrokers die aktuellsten globalen Hashrate-Daten mit geografischen Verteilungsschätzungen aus dem Cambridge Bitcoin Electricity Consumption Index und dem Chain Bulletin und wandte durchschnittliche Effizienzkennzahlen führender ASIC-Mining-Hardware an. Dies ermöglichte es uns, den gesamten Stromverbrauch, die Kosten pro Bitcoin und den regionalen Energieverbrauch auf Basis realer Strompreise (Gewerbetarife) zu schätzen.
Fast 128 Terrawattstunden an Stromverbauch für das Schürfen
Berechnungen zeigen, dass Bitcoin-Mining-Betriebe weltweit mindestens 127,9 Terawattstunden (TWh) Strom pro Jahr verbrauchen, vorausgesetzt, die beste und effizienteste Mining-Hardware wird verwendet. Wenn 1.000 kWh Strom im Jahr 2026 durchschnittlich 270 kg Kohlendioxid (CO?) emittieren, ergibt sich ein jährlicher CO?-Fußabdruck des Bitcoin-Minings von rund 34,53 Millionen Tonnen CO?. Dies entspricht dem jährlichen CO?-Ausstoß von 7,5 Millionen Pkw mit Verbrennungsmotor.
Aus Nachhaltigkeitssicht ist das Ausmaß des Energieverbrauchs enorm
Allein in den Vereinigten Staaten, wo ein Großteil des Minings konzentriert ist, verbraucht Bitcoin-Mining täglich etwa 132,6 GWh Strom, was etwa 1,1 Prozent des gesamten nationalen Tagesbedarfs entspricht. Auch wenn dies prozentual gesehen gering erscheinen mag, spricht die absolute Menge eine andere Sprache: Hochgerechnet auf ein Jahr sind das fast 48.400 GWh, genug, um rund 4,6 Millionen Haushalte ein ganzes Jahr lang mit Strom zu versorgen.
Dies ist der CO2-Fußabdruck des Bitcoin-Minings in den 10 größten Bitcoin-Mining-Ländern (Stand: April 2026):
Jährlicher Strombedarf des Minings und CO2-Emissionen in Tonnen
| USA | 48,397 GWh | 13.1 Millionen Tonnen CO? |
| China | 27,000 GWh | 7.3 Millionen Tonnen CO? |
| Kazakhstan | 16,908 GWh | 4.6 Millionen Tonnen CO? |
| Kanada | 8,288 GWh | 2.2 Millionen Tonnen CO? |
| Russland | 5,960 GWh | 1.6 Millionen Tonnen CO? |
| Deutschland | 3,914 GWh | 1.1 Millionen Tonnen CO? |
| Malaysia | 3,210 GWh | 866,776 Tonnen CO? |
| Irland | 2,520 GWh | 680,298 Tonnen CO? |
| Singapur | 2,507 GWh | 676,845 Tonnen CO? |
| Thailand | 1,228 GWh | 331,516 Tonnen CO? |
Quelle: BestBrokers.com
Illustration des Stromverbrauchs der US-Bitcoin-Miner
Wie die nachstehende Grafik zeigt, entspricht der jährliche Stromverbrauch der US-amerikanischen Bitcoin-Miner jenem, mit dem man
a) alle E-Auto in den USA 88 Mal laden könnte,
b) 4,6 Millionen US-Haushalte ganzjährig mit Strom versorgen könnte,
c) 9,2 Millionen iPhones 17 täglich für ein Jahr aufladen könnte oder
d) den Stromverbrauch des Google-Konzerns 17 Monate lang bestreiten könnte.

Weitere wichtige Ergebnisse des Berichts
Die Vereinigten Staaten sind für rund 38 Prozent des gesamten Energieverbrauchs des Bitcoin-Minings verantwortlich, gefolgt von China (rund 21 Prozent) und Kasachstan (13 Prozent). In Kasachstan sind die Auswirkungen besonders deutlich: Schätzungen zufolge verbraucht das Bitcoin-Mining über 14 Prozent des gesamten Strombedarfs des Landes, was ernsthafte Fragen zur Energieverteilung und Netzstabilität aufwirft.
Nach dem Halving im Jahr 2024 sind die Belohnungen dauerhaft niedriger, und da die Bitcoin-Kurse seit ihren Höchstständen Ende 2025 nachgegeben haben, sind die Einnahmen volatiler geworden. Strom hat sich unterdessen als größter Kostenfaktor etabliert. In den USA beispielsweise übersteigen die Energiekosten für das Mining eines Bitcoins mittlerweile 106.000 US-Dollar, während der Kurs des Bitcoins selbst zuletzt bei etwa 65.000 US-Dollar lag. Anders ausgedrückt: Für viele Miner steigen die Umweltkosten, während die Rentabilität sinkt.


(kb)