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Home Office: Deutsche Bank und JPMorgan gehen unterschiedliche Wege

Während die Deutsche Bank ihren Mitarbeitern bis zu drei Tage die Woche Home Office gewährt, will JPMorgan Chase & Co-Chef Jamie Dimon seine Professionals alle wieder vor Ort im Büro sehen. Goldman Sachs-Chef David Solomon erachtet das Fernbleiben sogar als eine "Abweichung", die korrigiert gehört.

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© Photographee.eu / stock.adobe.com

Beim Home Office gehen die großen Banken unterschiedliche Wege. Die Deutsche Bank will beispielsweise ihren Mitarbeitern auch zukünftig erlauben, bis zu drei Tage pro Woche von daheim zu arbeiten. Mit dieser Regelung böte das Institut deutlich mehr Flexibilität als viele ihrer Wettbewerber an der Wall Street und würde Kosten einsparen.

Finanzvorstand James von Moltke sagte im Interview mit Bloomberg TV, man wolle ein hybrides Arbeitsmodell mit mehr Flexibilität für die Mitarbeiter. Der Anteil der möglichen Heimarbeit dürfte auf eine Spanne von 40 bis 60 Prozent hinauslaufen. “Die Mitarbeiter dürfen das wirklich selbst entscheiden, jedoch innerhalb eines strukturierten Prozesses mit den Vorgesetzten, damit wir wissen, wann unsere Leute im Büro sind”, so von Moltke.

Die Deutsche Bank hatte zuvor bereits gesagt, die Belegschaft nach der Pandemie einfach wieder ins Büro zurück zu zitieren, wäre eine “vertane Chance.” Die DWS Group sagte im März, dass sie die Bürofläche pro Mitarbeiter in Deutschland um 30 Prozent reduzieren werde.

Europäische Banken wie HSBC Holdings und die UBS Group reduzieren bereits ihre Büroflächen, um der Belegschaft eine bessere Balance zwischen Arbeit und Familie zu ermöglichen angesichts der Pandemie und um Kosten zu sparen. In den USA weht der Wind bei einigen Banken rauer: JPMorgan Chase & Co sagte, man erwarte ab Juli alle Mitarbeiter zurück an ihrem Büroarbeitsplatz, wenn auch zunächst auf Rotationsbasis.

Der Büroschreibtisch wartet
Damit ist JPMorgan Chase & Co. laut Bloomberg die erste große US-Bank, die eine Rückkehr ins Büros für seine gesamte US-Belegschaft vorschreibt. Den Mitarbeitern wurde mitgeteilt, dass sie in etwa zwei Monaten ihren Dienst auch wieder physisch antreten müssen. In einer entsprechenden Mitteilung der Geschäftsleitung unter Vorstandschef Dimon hieß es am Dienstag, es werde “voll und ganz erwartet”, dass ab Anfang Juli alle in den USA ansässigen Mitarbeiter im Rotationsverfahren wieder ins Büro zurückkommen.

Dimon selbst ist seit Juni wieder in der Zentrale in Manhattan und sagte bereits im September, länger andauerndes Arbeiten von zu Hause werde wirtschaftlichen und sozialen Schaden anrichten. David Solomon, Dimons Amtskollege bei Goldman Sachs Group, nannte das Fernbleiben vom Büro eine “Abweichung”, die so schnell wie möglich korrigiert werden muss.

"Fantastische Neuigkeiten"
“Das sind fantastische Neuigkeiten”, so Bill Rudin, Geschäftsführer des Bürovermieters Rudin Management Co. in Manhattan. “Die Tatsache, dass es JPMorgan und Jamie Dimon sind, wird andere Vorstandschefs dazu bewegen Pläne für das Zurückholen der Belegschaft machen - nicht nur in New York, sondern im ganzen Land.”

Solange die Abstandsregeln der US-Behörden gelten, wird bei JPMorgan ein Rotationsmodell angewendet, bei dem jeweils im Wechsel nur die Hälfte der Belegschaft ins Büro kommt. Die Bank empfiehlt den Mitarbeitern, bis dahin alle erforderlichen Vorkehrungen zu treffen, um ins Büro zurückkehren zu können.

Während JPMorgan die Mitarbeiter “ausdrücklich ermutigt”, sich impfen zu lassen, ist das derzeit keine Voraussetzung, ins Büro zurückzukehren.

Home Office wird trotzdem möglich sein
Der Trend zur Rückkehr ins Büro zieht an in den USA, wo mehr als ein Drittel der Bevölkerung bereits geimpft ist. Citigroup wird ab Juli Mitarbeiter ins Büro zurückholen. Wells Fargo & Co. hofft auf ein “normaleres Betriebsmodell” ab September. Sommerpraktikanten bei JPMorgan, Goldman und Deutsche Bank AG wird die Möglichkeit gegeben, im Büro zu arbeiten.

“Wir sind der festen Überzeugung, dass die persönliche Zusammenarbeit für unsere Kultur, Kunden, Unternehmen und Teams wichtig ist, und wir wissen, dass Sie Ihren Teil dazu beitragen werden, dass daraus eine positive Erfahrung wird, die unser Unternehmen von seiner besten Seite zeigt”, heißt es in der Mitteilung des JPMorgan-Managements. Außerhalb der USA wird es lokal angepasste Lösungen geben.

Dennoch wird auch bei JPMorgan das Home Office die Pandemie überdauern. Anfang des Monats sagte Dimon, er erwarte, dass der Bürobedarf der Bank deutlich fallen dürfte, da zukünftig nur etwa 60 Büroarbeitsplätze pro 100 Mitarbeiter benötigt würden. (aa)

 

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